Radrennsportler Jasper Schröder ist nun Ehrenbürger - VON MATTHIAS FREESE

EM und WM im Fokus

Als einer der jüngsten Sportler verewigte sich Jasper Schröder (links) im Ratssaal im Gästebuch der Stadt Rotenburg. Andreas Weber trug zu diesem Anlass sogar seine Bürgermeisterkette.
 ©Matthias Freese

Rotenburg. Als Radrennsportler rechnet er auf der Straße sowie auf der Bahn mit einigen kniffligen Situationen und weiß damit umzugehen. Aber darauf „bin ich gar nicht vorbereitet“, gesteht Jasper Schröder, als er bei der Ehrung durch die Stadt Rotenburg, die ihm aufgrund seiner Erfolge zuteilwird, von Bürgermeister Andreas Weber (SPD) ans Mikrofon gebeten wird. Doch der 16-Jährige, der vor nicht mal einer Woche überraschend den Titel des Deutschen Meisters in der Einerverfolgung auf der Bahn in Köln gewonnen hatte und nun die EM und WM ins Visier nimmt, findet die richtigen Worte – er dankt Trainer und Familie.

Auch ins Gästebuch der Stadt darf er sich eintragen und schreibt quasi sein erstes Autogramm. Auf der für Schröder individuell gestalteten Seite hat Vera Servatius aus dem Info-Büro der Stadt ihn gekonnt in einer typischen Rennszene gezeichnet – den für den RC Blau-Gelb Langenhagen fahrenden Rotenburger in seinem bunten Trikot, die Kontrahenten dahinter in grauen Tönen. Neben der Familie und einigen Mitgliedern des Sportausschusses ist auch Schröders Trainer Marcin Latussek aus Hannover angereist. Michael Halatsch, früher Triathlon-Trainer des Radsport-Talents, ist ebenfalls dabei und erinnert an die Anfänge.

Bürgermeister Weber macht deutlich, dass allein Schröders Erfolge im Jahr 2020 – Deutscher U 17-Meister im Mannschaftszeitfahren, dreifacher Niedersachsenmeister – für die jetzige Ehrung gereicht hätten. Dann setzte der Mann aus dem Nationalkader der Junioren aber vergangene Woche noch einen drauf – mit dem DM-Titel auf der Bahn. „Da hatte keiner mit gerechnet“, weiß Schröder – und schließt sich mit ein.

Kaum zu glauben: Nach der Rückkehr aus Köln, wo er an vier aufeinanderfolgenden Tagen auf die Bahn musste, legte er tatsächlich zwei Tage lang die Beine hoch und stieg nicht aufs Rad. „Das geht sogar sehr gut“, gesteht der Ratsgymnasiast, der eine Woche vor den Titelkämpfen sogar gestürzt war – noch unschwer an seinem Arm zu erkennen.

Am Tag nach der Ehrung geht es bereits weiter. In Erfurt steigt das Trainingslager mit dem Nationalkader und die Vorbereitung auf die anstehende Junioren-Europameisterschaft im niederländischen Appeldorn (16. bis 22. August) sowie die WM in Kairo/Ägypten (1. bis 5. September).

Nach Aussagen von Bundestrainer Tim Zühlke solle Jasper Schröder dort vermutlich in seiner Paradedisziplin, der 3 000-Meter-Einerverfolgung, und den Teamwettbewerben eingesetzt werden. Vorher, am 1. August, geht es auch noch zurück auf die Straße: Deutsche Meisterschaft im Einzelzeitfahren in Treuchtlingen/Bayern. Zeit für einen Zwischenstopp in Rotenburg bleibt da vorerst nicht mehr.

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