Polizei und Weißer Ring warnen mit der EWE-Netz vor Trickbetrügern - Von Dennis Bartz

Vorsicht vor der Gas-Masche

Jürgen Schulz, Leiter der Außenstelle Rotenburg des Weißen Rings (von links), EWE-Kommunalbetreuer Björn Muth und Thomas Teuber, Beauftragter für Kriminalprävention der Polizei Rotenburg. Foto: Dennis Bartz
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Rotenburg. In den Samtgemeinden Bothel, Sottrum und im Flecken Ottersberg startet am Montag, 5. Februar, die Umstellung von L- auf H-Gas. Bürger sind gesetzlich dazu verpflichtet, die vom Energiekonzern EWE Netz beauftragten Gasmonteure in die Wohnung zu lassen. Mindestens zwei Besuche sind notwendig. Jürgen Schulz, Leiter des Rotenburger Weißen Rings, Kriminalpräventionsexperte Thomas Teuber von der Polizei Rotenburg und Björn Muth, Kommunalbetreuer von EWE Netz, fürchten, dass Betrüger sich das zunutze machen könnten. Im Gespräch mit der Rundschau erklären sie, warum der Umstieg notwendig ist und geben Tipps, wie Bürger sich vor Kriminellen schützen können.

Die Umstellung von L-Gas auf höherwertiges H-Gas ist demnach unvermeidbar, weil die Niederlande ihr L-Erdgas in einigen Jahren nicht mehr nach Deutschland exportieren werden. „Dann stünden auch in dieser Region viele Gemeinden nahezu ohne Gasversorgung da“, so Muth. Der Netzbetreiber EWE Netz lege daher jetzt den Hebel um.

Los geht es ab Montag, 5. Februar, in elf Ortschaften der Region: Im Landkreis Rotenburg in Bothel, Brockel, Hemsbünde, Hemslingen, Kirchwaldsede, Westerwaldsede, Ahausen, Hassendorf, Hellwege und in Teilen von Sottrum, außerdem in Ottersberg im Landkreis Verden.

Dort soll bereits in einigen Monaten H-Gas für Wärme sorgen, das vorwiegend aus Norwegen und Russland stammt. Muth zählt auf, wer von der Umstellung betroffen ist: „Kurz gesagt gilt das für alle, die Gasgeräte einsetzen. Zu diesen Geräten zählen alle Gasheizungen und alle Gasherde sämtlicher Marken. Aber auch alle gasbetriebenen Wäschetrockner, Durchlauferhitzer und sogar große Industrieanlagen.“

Der Energieversorger teilt die Termine rechtzeitig vorher schriftlich mit. Beim ersten Besuch macht der Monteur eine Bestandsaufnahme. Er prüft die vorhandenen Geräte und bestellt im Anschluss die dafür notwendigen neuen Brennerdüsen. Muth nennt die Umstellung eine „Mammutaufgabe“: „Bis zu 1.500 Kundenbesuche müssen wir bereits in Kürze pro Tag bewältigen.“

Der zweite Schritt folgt einige Monate später: „Dann passen wir die Gasgeräte technisch an das H-Gas an“, so Muth. In der Regel tauschen die Monteure dafür kleine Brennerdüsen aus. Nur etwa jeder zehnte Kunde erhält nochmals Besuch, um dann die Qualität der vorangegangenen Arbeiten stichprobenartig zu kontrollieren.

Wer sich weigert, die notwendigen Arbeiten vornehmen zu lassen, muss damit rechnen, dass die Geräte aus Sicherheitsgründen zwangsgesperrt werden. Muth: „Im schlimmsten Fall könnte sonst zum Beispiel tödliches und geruchloses Kohlenmonoxid austreten.“ Für den Bürger entstehen zunächst keine Kosten: „Alle Serviceleistungen und auch die Umrüstsätze sind für Kunden kostenlos.“ Die Kosten der Erdgasumstellung werden bundesweit auf alle Gasverbraucher umgelegt.

Dies betreffe jedoch nur die für die Umstellung notwendigen Arbeiten: Wenn ein Gasgerät defekt ist oder gewartet werden muss, muss der Kunde das wie gewohnt selbst zahlen.

Kann ein Gerät nicht auf H-Gas umgerüstet werden, so muss der Kunde die Kosten für ein neues Gerät ebenfalls selbst zahlen. „Unsere Erfahrung zeigt bislang aber, dass das extrem selten geschieht, wir können nahezu alle Geräte an H-Gas anpassen“, so Muth.

• Das Energieunternehmen EWE Netz schickt ein Infomobil auf Tour. Start ist in der kommenden Woche in Bothel, Ahausen und Sottrum. Im Infomobil können Betroffene vor Ort mit Experten sprechen und den Besuchstermin des Gasmonteurs ändern.

So schützen Sie sich vor Trickbetrügern

Die Polizei Rotenburg, der Rotenburger Weiße Ring und EWE Netz warnen vor Trickbetrügern und raten dazu, vorsichtig zu sein. Sie befürchten, dass die geplanten Besuche Trickbetrüger in der Region auf den Plan rufen könnten. Folgende Hinweise sollten Sie beachten.

EWE Netz kündigt Termine schriftlich und persönlich an. Das Unternehmen schreibt jeden Kunden immer persönlich mit Namen an. Er versendet keine E-Mails und keine anonymen Briefe „An den Haushalt“. Mit der Terminankündigung erhalten Empfänger eine persönliche Kundennummer zur Erdgasumstellung. Diese Nummer kennt der Gasmonteur und nennt diese unaufgefordert an der Haustür. Kunden sollten Gasmonteure nur ins Haus lassen, wenn er diese Nummer nennt. Unter der kostenfreien Hotline 0800/6780000 erfahren Bürger im Zweifel, ob bei ihnen tatsächlich ein Termin durch einen von EWE Netz beauftragten Gasmonteur ansteht. Darüber hinauskönnen sich Interessierte auch auf der Internetseite www.ewe-netz.de/wann erkundigen.

Gasmonteure verlangen vor Ort kein Geld von den Kunden. Der Gasnetzbetreiber versendet auch keine Rechnungen zur Erdgasumstellung. Falls von EWE Netz dennoch eine Rechnung zur Erdgasumstellung eintreffen sollte, dann bittet EWE Netz um eine Information auf der Hotline – selbst wenn es um Beträge von wenigen Euro geht.

Den Gasmonteur erkennen

Alle von EWE Netz beauftragten Gasmonteure tragen blaue Arbeitskleidung und einen Ausweis gut sichtbar an der Brust. Sie verfügen über ein Tablet, auf dem die persönlichen Unterlagen des Kunden gespeichert sind. Die Monteure betreten ausschließlich Räumlichkeiten, in denen sich der Haus-Gasanschluss, die Gasanlage beziehungsweise die Gasgeräte befinden. Auf den Dienstwagen der Gasmonteure und auf der Arbeitskleidung finden Kunden zusätzlich immer zwei Symbole: Zum einen das Logo des Unternehmen, um anderen entwickelte der Netzbetreiber ein grünes Maskottchen zur Erdgasumstellung. Auch dieser ist immer auf PKW und Arbeitskleidung der Monteure zu finden.

Nicht überall im Landkreis

Die Umstellung ist nur in den im Text genannten Orten notwendig. Nicht betroffen von der Umstellung durch EWE Netz sind die Stadt Rotenburg mit ihren Ortsteilen, die Samtgemeinde Fintel, die Gemeinde Scheeßel, Samtgemeinde Sittensen, Stadt Visselhövede und Zeven.

Polizei und Weißer Ring raten außerdem dazu:

• Bürger sollten fremde Personen niemals ungeprüft in die Wohnung lassen. Vergewissern Sie sich vor dem Öffnen der Tür durch den Spion, die Gegensprechanlage oder das Fenster, wer zu Ihnen will.

• Holen Sie sich Unterstützung von einem Nachbarn, Angehörigen oder einer sonstigen Vertrauensperson.

• Wählen Sie im Ernstfall den Polizei-Notruf 110.

Weitere Sicherheitshinweise gibt es im Internet unter www.polizei-beratung.de.

Autor

Dennis Bartz Dennis Bartz
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 dennis.bartz@rotenburger-rundschau.de

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