Polizei stellt Anstieg der Unfallzahlen fest / Mehr Menschen starben

Mehr Drogen und Alkohol

Ein 25 Jahre junger Mann aus Walsrode kam im September bei einem Verkehrsunfall auf K17 zwischen Bommelsen und Neuenkirchen ums Leben.
 ©Rotenburger Rundschau

Rotenburg (r/db). Die Anzahl der Unfälle nimmt im Landkreis Rotenburg zu. Das teilt die Rotenburger Polizei mit. In 2019 waren es demnach 6.045 Zwischenfälle, 513 mehr als noch im Vorjahr. So war auch im Landkreis Rotenburg ein deutlicher Anstieg um 513 von 5532 auf 6045 Unfälle zu verzeichnen. Dies entspricht laut Polizeiangaben einer Steigerung von 9,3 Prozent.

Bei 139 Verkehrsunfällen mit schwerem Personenschaden kamen 16 Menschen zu Tode, 141 erlitten schwere Verletzungen. Hauptunfallursache bei den schweren Verkehrsunfällen, mit steigender Tendenz, bleibt die unangepasste Geschwindigkeit. In zwölf Fällen spielten Alkohol oder berauschende Mittel eine Rolle.

„Eine detaillierte Analyse erfolgt im Rahmen der jährlichen Sitzung der Verkehrsunfallkommission, die sich aus Experten verschiedener Behörden und Institutionen zusammensetzt. Dort werden Unfallhäufungsstellen festgestellt und Lösungen zu deren Entschärfung erarbeitet“, heißt es dazu in der Pressemitteilung der Polizei, die ebenfalls einen Anstieg der Wildunfälle beobachtet hat.

Dort ist ein starker Anstieg von mehr als 20 Prozent festzustellen. 2.022 Mal kam es zu Kollisionen mit Wildtieren – das sind 349 mehr als noch 2018. Damit liegt der Anteil weiter bei einem Drittel am Gesamtunfallgeschehen. „Auch dieses Phänomen lässt sich in der gesamten Region erkennen“, so die Polizei, die mitteilt, dass Ende 2019 die Warnbeschilderung an den Straßen im Landkreis angepasst worden sei. Die Polizei bittet dringend um angepasste Geschwindigkeit in besonders betroffenen Bereichen.

Mehr Unfallfluchten

Die Anzahl der Verkehrsunfallfluchten ist 2019 angestiegen, jedoch in einem geringeren Ausmaß als die Anzahlzahl aller Unfälle. In 1.101 Fällen entfernte sich ein Unfallbeteiligter unerlaubt von der Unfallstelle. Gut die Hälfte ereigneten sich auf Parkplätzen oder beim Vorbeifahren an geparkten Fahrzeugen. Die Anzahl der aufgeklärten Unfallfluchten ist ebenfalls gestiegen. Bei 42 Prozent gelang es der Polizei, den Verursacher zu ermitteln.

Häufiger Alkohol und Drogen im Verkehr

Alkohol und Drogen spielen eine gefährliche Rolle bei der Verursachung von Verkehrsunfällen, ergänzt die Polizei. In 79 Fällen wurde beim Unfallverursacher Alkohol-, zwölf Mal Drogenbeeinflussung festgestellt. Blutprobenentnahme und Führerscheinentzug sind regelmäßig die Folge. 2018 hatten die Ermittler 52 Unfallverursacher unter Alkohol- und sechs unter Drogeneinfluss registriert.

Weniger Radfahrerunfälle

Trotz vermehrter Nutzung von Fahrrädern und steigendem Anteil von Pedelecs, ist die Anzahl der Fahrradunfälle von 239 auf 225 gesunken. Seit Einführung der Pedelecs ist dort erstmals ein deutlicher Rückgang von 25 auf 17 unfallbeteiligten Pedelec-Fahrern festzustellen. 27 Radfahrer verletzten sich 2019 schwer. Die Polizei rät, Fahrradhelme zu tragen. Nach polizeilicher Einschätzung sind immer mehr Radfahrer wieder „oben ohne“ unterwegs. Sie setzen sich damit einer deutlich höheren Gefahr schwerer Kopfverletzungen aus.

Junge Fahrer größeres Risiko als Senioren

Im Vergleich der Risikogruppen „Junge Fahrer“ und „Senioren“ schneiden die Fahranfänger laut Polizeiangaben schlechter ab. Junge Menschen zwischen 18 und 24 Jahren waren an 1.227 Verkehrsunfällen beteiligt (2018: 1.056), Personen über 65 Jahren 1.025 Mal (2018: 1020). Bei der Analyse der Gruppe der Senioren wird eine Verschiebung hin zur Gruppe der 75- bis 84-Jährigen deutlich. In dieser Gruppe war ein Anstieg von 385 auf 441 Unfälle zu verzeichnen, während die 65 bis 74-Jährigen ihren Anteil um das gleiche Maß senken konnten. „Bei den Unfällen erlitten fünf Senioren tödliche, 27 schwere Verletzungen. In der Gruppe der jungen Fahrer kamen ebenfalls fünf Personen zu Tode, 19 schwer verletzt.

Hansalinie – A1

Auf der Hansalinie zwischen den Anschlussstellen Posthausen und Rade mussten die Beamten der Autobahnpolizei Sittensen im vergangenen Jahr 663 Unfälle, und damit genau 34 Unfälle mehr als 2018 aufnehmen. Dabei starben zwei Menschen, 34 wurden schwer und 159 leicht verletzt. „Der leichte Anstieg der Unfallzahlen dürfte den Sanierungsmaßnahmen geschuldet sein“, vermutet die Polizei. Allein an den Auffahrten der Anschlussstelle Posthausen und der Rastanlage Grundbergsee kam es in der Bauphase zu 34 Unfällen.

Autor

Dennis Bartz Dennis Bartz
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 dennis.bartz@rotenburger-rundschau.de

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