Osterveseder coacht U 12 von Werder Bremen / B-Lizenz erfolgreich absolviert

Perschon ergreift die Chance

Jetzt auch mit der Lizenz ausgestattet: Justin Perschon verbringt noch selten Zeit als Spieler auf Helvesieks Sportplatz und trainiert stattdessen Werders Uu200a12. Foto: Krause
 ©

VON MANFRED KRAUSE

Helvesiek/Bremen – Nachwuchsarbeit statt eigener Fußballkarriere beim SV Grün-Weiß Helvesiek: Die hat sich Justin Perschon bereits als Jugendspieler auf die Fahne geschrieben. Der heute 23-Jährige betreute zuletzt eigenverantwortlich zwei Spielzeiten die U 19 des JFV Verden/Brunsbrock in der Niedersachsenliga, ehe er 2021 die Chance erhielt, als Co-Trainer bei der U 13 des SV Werder Bremen einzusteigen. Dort machte er einen nachhaltigen Job, wurde befördert und trainiert aktuell als Chef die U 12 des Herren-Bundesligisten.

Der gute Austausch mit Trainer Maximilian Dahlke vom JFV Nordwest war wegweisend für das Engagement an der Weser. „Wir haben im Niedersachsenpokal gegeneinander gespielt und hatten anschließend immer einen guten Austausch. Da wurde über Gegner und Spieler der Region und natürlich über Fußball gesprochen. Dann hat er mir im Vertrauen erzählt, dass er zu Werder gehen würde und einen Co-Trainer mitbringen könne“, erinnert sich Perschon. Diese Unterhaltung habe dem Sportmanagement-Studenten einige schlaflose Nächte bereitet. Denn: „Maxi hat mich gefragt, ob ich mir eine Zusammenarbeit bei der U 13 vorstellen könne“, verrät der 23-Jährige. Der Zeitpunkt des Angebotes war auf die Saison gesehen schon recht spät, dafür sehr reizvoll. „Wenn der Name ,Werder‘ lockt, überlegt man nicht zweimal. Die Chance gibt es sicher nicht wieder“, vermutet Perschon.

Die sportlichen Ziele in der Nachwuchsarbeit des Bundesligisten sind klar in einer Spielphilosophie definiert und formuliert. Doch nicht in Stein gemeißelt. „Da geht es primär um die Ausbildung und Entwicklung der Spieler. Da müssen wir uns den Vorgaben anpassen, sind in der Gestaltung aber relativ frei. Wir wollen Spaß am Fußball vermitteln und das Gewinnen macht erfahrungsgemäß mehr Freude als verlieren“, erklärt Perschon, der sich sehr dankbar für die Arbeit an der Seite von Maximilan Dahlke zeigt. „Es gab keinen Tag, wo wir nicht weniger als 30 Minuten telefoniert und uns ausgetauscht haben. Mit ihm hatte ich einen mega erfahrenen Trainer, von dem ich viel gelernt habe und mir viel abschauen konnte. Es ist schon eine Menge auf mich zugekommen. Ich habe viele neue Dinge erfahren und alles wie mit einem Schwamm aufgesogen“, meint Perschon.

Die abgelaufene Bezirksliga-Saison verlief mit einem Tabellenplatz im oberen Drittel eher mäßig. „Wir spielten mit der U 13 in der Liga gegen U 15-Spieler und das machte schon allein körperlich den Unterschied“, bemerkt Perschon. Der Coach konnte daher dem Twin Game Modus

Gutes Gespür im Umgang mit Talenten

deutlich mehr abgewinnen. „Der Wettbewerb lief parallel, wurde gegen U 13-Teams aus den Bundesliga-Nachwuchsleistungszentren gespielt. Und das mit gleichen Kräfteverhältnissen“, erklärt er.

Und auch Dahlke zeigt sich angetan von der Zusammenarbeit mit dem Trainertalent. „Justin ist ein sehr angenehmer und zugänglicher Mensch, der offen für Kritik steht. Er ist fleißig, investiert viel Zeit in seine Arbeit und genießt nicht nur bei Spielern und Eltern eine hohe Wertschätzung. Wir haben uns top verstanden“, bemerkt Perschons Kompag-non, der davon überzeugt ist, dass die U 12 eine gute Altersklasse für seinen ehemaligen Co-Trainer und guten Kumpel ist. „Justin hat ein gutes Gespür dafür, wie man mit den jungen Talenten umgeht. Das wird ein gutes und erfolgreiches Miteinander“, betont Dahlke, der mittlerweile die U 19-Bundesliga von Holstein Kiel als Co-Trainer betreut.

Jetzt möchte der Osterveseder Perschon den Werder-Verantwortlichen zeigen, dass sie mit der Verpflichtung eine gute Wahl getroffen haben. „Wir mussten im Trainerteam einen groben Jahresplan entwickeln, den wir durchbringen wollen. Jetzt gilt es, den Jungs Schritt für Schritt die technischen und taktischen Basics zu vermitteln“, betont Perschon.

Der U 12-Chefcoach hält auch den Austausch mit den Eltern für sehr wichtig. „Wenn es um die persönliche Weiterbildung der Kids geht, sollte es möglichst Hand in Hand mit den Eltern gehen“, weiß Perschon.

Fußballerisch besitzt der Kader jedenfalls schon mal Qualität und ist professionell zusammengestellt. „Das sind super talentierte Jungs, die total viel Spaß machen, die Lust auf Fußball haben und lernwillig sind. Ich bin sehr positiv gestimmt, dass es eine sehr gute Saison wird“, betont Perschon, der im Team mit seiner Art super ankommt. „Herr Perschon macht ein sehr abwechslungsreiches Training, wo wir nicht nur bei technischen Übungen viel dazulernen. Der kann auch schon recht laut sein, doch das finde ich gut“, erzählt Carl Grohbrüg, der gerne als Sechser agiert. Das Scheeßeler Talent, das neben dem Fußball auch noch super Tennis spielt, ist

sich sicher, dass es eine erfolgreiche Saison werde. „Wir werden in der Liga sehr gut abschneiden“, ist sich der Elfjährige, der die Eichenschule besucht, sicher.

Wie es für Perschon wiederum langfristig weitergehen werde, sei offen. „Der Fußball ist schnelllebig. Ich genieße aber das Privileg, bei Werder arbeiten zu dürfen“, unterstreicht Perschon, der Ende August seine B-Lizenz-Prüfung erfolgreich in Barsinghausen absolvierte.

Auch in Sachen Lizenzen schaue er entspannt in die Zukunft. „Die Kosten sind immens und lagen bei mir im vierstelligen Bereich. Da muss man schon genau überlegen, ob sich eine B-Lizenz + oder A-Lizenz rechnet“, räumt Perschon ein. Der 23-Jährige arbeitet neben seinem Werder-Job 20 Stunden als Speditionskaufmann und betreibt ein Fernstudium.

So viel ist aber sicher: Der B-Lizenz-Inhaber hat in nur einer Saison bei den Werder-Verantwortlichen einen nachhaltigen Eindruck hinterlassen. „Die Zusammenarbeit mit Maxi Dahlke war eine sehr gute Sache. Justin ist wissbegierig, hat gute Ideen was den Fußball angeht und eine gute Ansprache bei den Jungs und im Trainerteam“, betont Thorsten Bolder, der Sportliche Leiter der U 8 bis U 15, und ergänzt: „Dass Justin die B-Lizenz erworben hat, sind positive Geschehnisse. Werder Bremen wird sicher nicht das Ende seiner Trainerreise sein“, glaubt der 58-Jährige.

Und wie schaut die sportliche Zukunft als Spieler beim Kreisliga-Aufsteiger Helvesiek aus? „Ich habe am letzten Sonntag im Spiel gegen den MTSV Selsingen ausgeholfen. Ein regelmäßiges Training ist nicht möglich und daher werde ich nur im Notfall zur Verfügung stehen“, räumt Perschon ein.

28.02.2021

Landpark Lauenbrück

12.02.2021

Winterlandschaft in Rotenburg

22.12.2020

Weihnachtsbilder

29.10.2020

Herbstfotos der Leser