Oldtimerfreunde aus Waffensen pflegen alte Ackermaschinen

Schweres Gerät

Die beim Pflanzen entstandenen Dämme werden angehäufelt.
 ©Heinz Goldstein

Rotenburg (go). Zehn Oldtimerfreunde aus Waffensen haben eins gemeinsam: das Hobby, an betagten Autos, motorisierten alten Zweirädern und landwirtschaftlichen Fahrzeugen sowie Geräten für den Ackerbau herumzuschrauben und sie wieder funktionsfähig zu machen. Vor mehr als 22 Jahren haben sie sich erstmalig im Dorf getroffen, um Erfahrungen auszutauschen und sich dabei an ihren restaurierten Fahrzeugen zu erfreuen.

Die Freunde organisierten im Jahr 1999 erstmalig eine Oldtimerschau in Waffensen, die sich innerhalb kürzester Zeit zu einem Treffpunkt für Oldtimer-Fans aus ganz Deutschland gemausert hatte. Jahre später ging dann zusätzlich noch das Oldtimer-Pflügen mit historischen Zugmaschinen in Waffensen und in Partnerschaft mit befreundeten Schnauferlbesitzern aus Hellwege über die Bühne.

Im jährlichen Wechsel fand das Pflügen in Waffensen und Hellwege statt. „Eine gute Gelegenheit, der Öffentlichkeit die alten Schlepper in Aktion zu zeigen und gleichzeitig selbst die Leistungsfähigkeit des eigenen restaurierten Gefährtes zu testen“, erklärt Hauptorganisator der Events Martin Volkmann.

Bis 2019 sei alles rund gelaufen und die Parade der Oldies der globalen Fahrzeugbauer fand immer mehr Interesse bei den Besuchern.

Dann machte die Corona-Pandemie der Schau 2020 ein jähes Ende. Der Großteil derartiger Veranstaltungen waren und sind verboten. „Wann wir wieder solche Events durchführen können, steht noch in den Sternen“, so Oldtimerfreund Daniel Rathje im Gespräch mit der Rundschau. „Wir haben uns überlegt, was wir tun können, um etwas Leben in unserer Klubarbeit und in unserem Dorf zu bekommen und gleichzeitig die Vorschriften des Bundes und der Länder zur Vermeidung von Infizierungen einzuhalten.“

„Irgendwann kam die Idee auf, dass wir in diesem Jahr in kleinem internen Kreis auf alte Art und Weise Kartoffeln anbauen wollen und dazu unsere Maschinen und Gerätschaften zumeist aus den 1960er Jahren dafür zu benutzen“, erinnert sich Rathje.

Schnell wurde aus der Idee ein Projekt der Oldtimerfreunde für 2021. Mit dem Landwirt Henning Poppe aus Waffensen war schnell ein Mitstreiter gefunden, der den Freunden ein Feld (etwa 2.500 Quadratmeter neben der neuen Feuerwache) für den Kartoffelanbau und auch die erforderlichen Saatkartoffeln (Frühkartoffel Annabell und normale Erdknolle Goldmarie) zur Verfügung gestellt hat. Außerdem wird er den „Laien“ bis zur Ernte mit Rat und Tat zur Seite stehen.

Seit März hatten die Oldtimerfreunde alle Hände voll zu tun, um das Feld für das Kartoffelpflanzen am vergangenen Sonntag vorzubereiten. Als erster Arbeitsschritt stand das Fräsen auf dem Programm. „Anschließend haben wir die Oldie-Miststreuer zum Düngen eingesetzt und den Acker, unter Beachtung der Corona-Vorschriften mit Abstandsgebot und Maske für die Akteure für das Pflanzen am Sonntag vorbereitet“, so Rathje. 500 Kilogramm Kartoffeln sind so vor wenigen Tagen in den Boden gebracht worden. Wenn alles gut läuft, können rund vier Tonnen Kartoffeln geerntet werden, sind sich die Laien-Landwirte sicher. Die betagten rund 60 Jahre alten Miststreuer, Gubber, Pflüge und Kartoffelpflanzmaschinen sowie Geräte zu Anhäufeln der Erde aus dem Oldie-Fuhr- und Gerätepark kamen so zu ihrem Einsatz. „Nun muss nur noch die Natur mitspielen, damit die Knollen wachsen und sich Vermehren“, sagt Rathje.

„Wir hoffen, dass wir im Herbst ein kleines Dorfevent von der Kartoffelernte machen können“, erklärt Rathje und glaubt daran, dass die Entwicklung der Pandemie eine solche Veranstaltung zulässt.

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