Nabu erweitert Winterquartier für Fledermäuse in Rotenburg - Von Nina Baucke

Paradies für kleine Jäger

Ein Team des Nabu erweitert das Winterquartier für die Fledermäuse.
 ©Foto: Nina Baucke

Rotenburg. Unter dem dichten grünen Blätterdach ist es angenehm kühl, noch kühler ist es allerdings zwei Meter unter der Erdoberfläche in einer alten Bunkeranlage in Rotenburg. Äußerlich hat das überwucherte Gebäude etwas von einem „Lost Place“, einem verlassenen Ort, den sich die Natur zurückerobert. Und auch wenn der Naturschutzbund Rotenburg (Nabu) nun mit einem Radlader einen Weg vor dem Bunker freilegt, geschieht auch das, um der Natur wieder ein Stück mehr Raum zu geben.

Mehr Winterquartier für Fledermäuse ist die Mission für die Nabu-Helfer. Bereits zwei Räume auf dem Bunkergelände, das die Naturschützer der Bundeswehr vor einigen Jahren abgekauft hatten, dienen seit 2007 als Unterschlupf mit Hangplätzen für die nachtaktiven Flugkünstler. „Seitdem haben wir einiges an Erfahrungen gesammelt“, sagt Sarina Pils, zweite Vorsitzende des Rotenburger Nabu. Denn obwohl es ihr und ihrem Team damals gelungen war, für weniger anspruchsvolle Arten, wie beispielsweise Langohren, ideale Bedingungen zu schaffen – für spezialisiertere Arten fehlte es noch an einigem. Das soll nun der dritte und vorderste Raum des Bunkers bieten.

Fast 10.000 Euro inklusive Eigenleistung kostet die Maßnahme den Nabu, das Geld kommt zum einen aus Fördertöpfen der Bingo-Umweltstiftung, zum anderen von der Rotenburger Firma Gerken und den Stadtwerken. „Ohne sdiese Hilfe könnten wir solche Projekte nicht machen“, so Pils. Gleichzeitig ist da die Bedeutung der Maßnahme für die heimische Fledermauspopulation.

„Im Sommer brauchen Fledermäuse es warm und kuschelig, im Winter aber kalt und gleichzeitig frostfrei“, erklärt Pils. Vor allem geht es um das Raumklima: „Es muss sehr feucht sein, damit die Flughäute nicht austrocknen.“ Daher mauert eine Gruppe aus Nabu-Aktivisten eine Wand aus Porotonsteinen auf, die die Feuchtigkeit länger speichern sollen. Dazu verkleinern die Aktivisten den Eingang und schaffen gleichzeitig Zugangsmöglichkeiten für Erdkröten, die ebenfalls auf ein sicheres Winterquartier angewiesen sind. Außerdem installiert der Nabu nicht nur Hangplätze, sondern auch Spalten und andere Versteckmöglichkeiten.

Früher dienten oft unterirdische Kartoffelkeller als Versteck, „heute haben viele diese Keller isoliert und trockengelegt“, bemerkt die Naturschützerin. „Das ist zwar gut für uns Menschen, aber schlecht für die Fledermäuse.“ Sie hofft vor allem auf gefährdete Arten, die in dem alten Gemäuer ein Winterquartier finden werden – beispielsweise das Große Mausohr. Diese Art frisst Laufkäfer, die es oft in Buchenwäldern wie dem Weichel gibt. „Von daher ist es hier schon ideal“, sagt Pils. Ob tatsächlich weitere Fledermäuse – besonders die gefährdeten Arten – die Bunkeranlage nutzen, bleibt abzuwarten. Erste Erkenntnisse wird ein Kontrollgang im Winter liefern. „Auf jeden Fall haben wir jetzt hier eine Chance, der Fledermaus ein ideales Quartier zu bieten.“

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