Mutterhaus hat in den nächsten Jahren noch viel mehr vor

Neue Kita, schärferes Profil

Auf dem Weg zur Klimaneutralität: Für das Buhrfeindhaus ist eine Komplettsanierung vorgesehen. Foto: Menker
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VON GUIDO MENKER

Rotenburg – In unmittelbarer Nachbarschaft zur Gärtnerei der Rotenburger Werke an der Lindenstraße haben die Arbeiten am Neubau eines neuen Kindergartens begonnen. Dieser soll im August kommenden Jahres seinen Betrieb aufnehmen und 115 Mädchen und Jungen Platz in vier Kita-Gruppen sowie in einer Krippen-Gruppe bieten. Um aber dem jetzt schon sehr hohen Bedarf an Betreuungsplätzen gerecht zu werden, wird es dort ganz in der Nähe zunächst eine Übergangslösung geben. Die soll Mitte September mit 65 Kindern an den Start gehen.

Donnerstag und Freitag erwartet Matthias Richter die Ankunft von 38 Containern, die nicht nur platziert, sondern dann auch zusammengesetzt und ausgestattet werden müssen. Mit den ersten Kindern sei am 15. September in der Übergangseinrichtung zu rechnen, teilt der Vorstand des Diakonissen-Mutterhauses auf Anfrage mit. Richter: „Ein sportliches Ziel.“ Geht es doch nicht nur um die Ausstattung und Installation der Räume, sondern auch um die organisatorischen Vorbereitungen des Teams unter der Leitung von Karina Bell. An der Lindenstraße indes ist angesichts der Container-Anlieferung am Donnerstag und Freitag mit Verkehrsbehinderungen zu rechnen.

Mit Blick auf den Bau des dritten Mutterhaus-Kindergartens ist Richter vor allem auch froh darüber, ausreichend Personal gefunden zu haben. Das Team sitze bereits zusammen und bespreche den Betrieb der Übergangskita. Knapp zehn Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind zunächst mit von der Partie. Ein junger Mann, der bisher in der Kita Kunterbunt beschäftigt war, steige am neuen Standort als Stellvertreter von Karina Bell ein – ein Mann, der aus den eigenen Reihen gekommen sei, so Richter.

Was seit einiger Zeit schon auffällt: Das Diakonissen-Mutterhaus nimmt das Thema Kinderbetreuung sehr deutlich und vor allem sehr offensiv in den Fokus. „Das stimmt“, sagt Matthias Richter und berichtet zugleich von einem Strategie-Prozess, der mit Beginn des neuen Jahres im Mutterhaus gestartet worden sei. „Wohin soll die Reise gehen?“ – das war die klare Frage, um die es gehen sollte. Ziel sei es, das eigene Profil noch mehr zu schärfen.

Das Ergebnis lässt genau dieses Profil deutlich werden. Richter: „Wir haben eine Agenda entwickelt.“ Daraus lassen sich Projekte und Schwerpunkte ableiten – einer davon sei das Thema Kinderbetreuung. Ein Thema, so Richter, das in Zukunft in unserer Gesellschaft eine zentrale Rolle einnehme. Und so verwundert es nicht, wenn das Mutterhaus auch über die Grenzen der Kreisstadt hinausblickt und offen ist für den Bau weiterer Kita-Einrichtungen im erreichbaren Umfeld. „Daran sind wir sehr interessiert“, unterstreicht der Mutterhaus-Chef. Ziel sei es dabei nicht zuletzt auch, dass sich die Einrichtungen dann gegenseitig unterstützen können.

„Wohnen mit Mehrwert“ sei ein weiter Punkt auf der neuen Mutterhaus-Agenda. Es gehe dabei um das Thema Wohnen für besondere Zielgruppen – mit dem Blick auf Kooperationen mit anderen diakonischen Themen. Richter spricht die Geflüchteten an, und auch Obdachlose könnten hierbei in den Fokus rücken. „Wo sind Bedarfe mit einem diakonischen Akzent?“, sei eine dabei entscheidende Frage für integrative Vorhaben. „Auch das ist ein soziales Thema der Zukunft“, ist man sich sicher.

Aber damit nicht genug: „Uns beschäftigt natürlich auch der Fachkräftemangel“, erklärt Matthias Richter. Daher sei es nur konsequent, über den Ausbau beziehungsweise die Erweiterung der eigenen Elise-Averdieck-Schulen nachzudenken. Mit einer guten Ausbildung, so die Hoffnung, kann es auch künftig gelingen, jungen Nachwuchs in der Kreisstadt zu halten. An vielen Stellen in der Diakonie, aber auch in der Pflege allgemein ist schließlich festzustellen, dass die Suche nach Fachkräften immer schwieriger wird.

Darüber hinaus hat sich das Mutterhaus noch etwas auf die Fahnen geschrieben: „Wir wollen so schnell wie möglich klimaneutral werden.“ Daher, so Richter im Gespräch mit der Rotenburger Kreiszeitung, werde man nach und nach sämtliche Arbeitsbereiche und -prozesse genau unter die Lupe nehmen.

„Wir machen uns auf den Weg“ – und als erstes größeres Projekt geht es voraussichtlich noch in diesem Jahr dem Buhrfeindhaus an de Elise-Averdieck-Straße an den Kragen. Mit einem finanziellen Volumen von rund drei Millionen Euro will man es nicht nur komplett sanieren, sondern auch energetisch auf den aktuellen Stand bringen.

In diesen Tagen jedoch steht das Kita-Vorhaben im Mittelpunkt. Rund vier Millionen Euro plant das Mutterhaus dafür ein, sagt dessen Vorstand Matthias Richter. Das Grundstück für die neue Einrichtung hat man von den Rotenburger Werken gekauft, die nun unweit davon Platz für die Übergangslösung zur Verfügung stellen, wo in dieser Woche die dafür erforderlichen und von der Stadt angemieteten Container anrollen.

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