Kommunalwahl: Podiumsdiskussion mit fünf Kandidaten - VON NINA BAUCKE

Entscheidungshilfe

Die Rotenburger Kreiszeitung sowie das Rotenburger Wirtschaftsforum haben auch den beiden Bürgermeisterkandidaten in der Kreisstadt, Frank Holle (CDU, l.) und Torsten Oestmann (parteilos), auf den Zahn gefühlt.
 ©Menker

Rotenburg – Voraussichtlich in drei Tagen steht es fest – zum einen, wer künftig die Landkreisverwaltung führen wird, und zum anderen, wer ab November Chef im Rotenburger Rathaus ist. Aber wen wählt Rotenburg? Etwas Entscheidungshilfe lieferten Donnerstagabend das Rotenburger Wirtschaftsforum und die Kreiszeitung mit einer Podiumsdiskussion in der Aula des Ratsgymnasiums.

Dort stellten sich die Landratskandidaten Gabriele Hornhardt (Bürgerliste Landkreis Rotenburg – Deine Meinung zählt), Marco Prietz (CDU) und Stefan Klingbeil (Die Linke) sowie die Anwärter auf den Bürgermeistersessel, Torsten Oestmann (parteilos) und Frank Holle (CDU), den Fragen des RWF-Vorsitzenden Heiko Kehrstephan und von RK-Redak-tionsleiter Michael Krüger.

Themen, die den Landkreis, aber auch die Stadt Rotenburg beschäftigen, gab es dabei genug – sodass Krüger und Kehrstephan ihre Moderatorenkarten gar nicht ganz abarbeiten konnten, was allerdings nicht nur an deren Anzahl, sondern auch am offenbaren Redebedürfnis der Kandidaten lag.

Das zeigte sich vor allem im Bürgermeister-Duell zwischen Holle und Oestmann, die mit einem angriffslustigen Schlagabtausch in ihre Abendhälfte starteten – obwohl sie sich in ihrer Debatte um Überparteilichkeit und der Finanzierung ihrer Wahlkampagnen zu sehr im Klein-Klein verstrickten. Beide wussten dabei immer wieder, ihren persönlichen Hintergrund auszuspielen: Holle, derzeit amtierender Samtgemeindebürgermeister in Tarmstedt und erst kürzlich von Ottersberg nach Rotenburg umgezogen, präsentierte sich selbstbewusst als Verwaltungsfachmann von außen und hob immer wieder seine zahlreichen Besuche bei örtlichen Unternehmen hervor. Als es dann aber in einer Schnellfragerunde um eine bedeutende Rotenburger Persönlichkeit ging, brachte er allerdings zögerlich nur „Knolli“ hervor.

Oestmann dagegen setzte nicht weniger souverän auf die Rotenburg-Karte: Trotz des Noch-Wohnsitzes in Sottrum, betonte er seine Rotenburger Herkunft, seinen Schulbesuch am Ratsgymnasium und den Beruf, der ihn schon vor längerer Zeit wieder als Leiter des Rotenburger Polizeireviers in die Wümmestadt gezogen hatte.

Weitestgehend einig zeigten sich beide beim Thema Einzelhandel und Anwohnerbefragungen, wie im Fall der Goethestraße: „Die Menschen müssen über so was informiert werden, bevor es in der Zeitung steht“, machte Holle klar, Oestmann nickte.

Ansonsten gingen Meinungen und Vorstellungen teilweise deutlich auseinander, zum Beispiel, als Krüger in seiner Moderation Angsträume in Rotenburg ansprach. Während Holle eher vage blieb und für die Auseinandersetzung mit diesem Thema Polizei und Ordnungsamt ins Boot holen würde, zeigte sich Oestmann konkreter: „Wir leben in Rotenburg sehr, sehr sicher.“ Dennoch wäre sein Ansatz, neben dem Ordnungsamt auch den Präventionsrat, Vereine und Sozialarbeit mit einzubeziehen und zugleich Sicherheitsinseln zu schaffen. Er erkennt die subjektive Unsicherheit.

„Ich bringe Erfahrung und den Blick von außen mit – um Rotenburg erfolgreich weiterzuentwickeln“, warb Holle. Auch Oestmann betonte seinen Willen, die Stadt voranzubringen: „Dabei will ich die Menschen mitnehmen.“

Etwas betulicher geriet die Landratsrunde zu Beginn des Abends. Der Bremervörder Prietz, der als eindeutiger Favorit am Sonntag ins Rennen um die Luttmann-Nachfolge geht, machte zwar einen abgeklärten, aber während Hornhardts Einwürfen auch leicht genervten Eindruck. Nicht nur einmal gerieten beide im Verlauf der Debatte aneinander, sei es beim Parkplatzproblem am Rotenburger Diako oder im Bereich Wirtschaftsförderung. Derweil wirkte Klingbeil ein wenig wie der lachende Dritte, der nichts zu verlieren hat. Auf Prietz’ Prognose „Ich hoffe, dass ich es schaffe“ für den kommenden Sonntag, antwortete er lediglich mit „Aber nicht sofort“ und hob die Bedeutung einer klimasozialen Wende im Landkreis hervor. Hornhardt wiederum warb für sich als „Kontrastprogramm zur CDU“. Prietz erklärte, ein „Landrat für alle“ sein zu wollen.

Wie die Kandidaten beim Publikum im Ratsgymnasium, aber auch online in der Live-Übertragung ankamen, zeigt sich dann am Sonntag – an den Wahlurnen.

28.02.2021

Landpark Lauenbrück

12.02.2021

Winterlandschaft in Rotenburg

22.12.2020

Weihnachtsbilder

29.10.2020

Herbstfotos der Leser