Klimawandel wirkt sich auch auf die Pflege der Gewässer aus

Wenig Wasser, viel Grün

Viele Pflanzen, wenig Wasser u2013 so sieht es rund um den Stadtstreek aus
 ©Foto: Judith Tausendfreund

Rotenburg (jt). 480 Kilometer Gewässer, 22 Kilometer Wümme, dieses Gebiet wird von Unterhaltungsverband Mittlere Wümme betreut. „Wir bewegen uns dabei auf einer Fläche von etwa 110.000 Hektar Land, wenn man die Verbandsgebiete mittlere und obere Wümme zusammenzählt“, berichtet Verbandsvorsteher Gerhard Lohmann.

Gemeinsam mit Lasse Störmer, Geschäftsführer des Kreisverbands der Wasser- und Bodenverbände im Gebiet der Wümme und Werner Kochta, technischer Berater, war Lohmann kürzlich zu Besuch im Rotenburger Rathaus. Mit Bürgermeister Andreas Weber (SPD) galt es zu besprechen, wie sich die Pflege und Unterhaltung der Gewässer weiter entwickeln wird.

„Es gibt in den vergangenen Jahren gewisse Veränderungen, die durch anderen Naturschutzgesetze notwendig werden“, weiß Kochta. Früher seien die Uferbereiche der Gewässer vergleichbar mit einem Golfplatz gepflegt gewesen – Mitarbeiter hätten also im Grunde immer für eine schöne grüne Wiese gesorgt. Das sei heute anders. „Die Aspekte des Arten- und des Naturschutzes müssen eingebracht werden. In der Folge müssen unsere Arbeiter auch wesentlich mehr Zeit für die Pflege der Gewässer einplanen, denn es müssen eben viele Pflanzen stehen bleiben – das alles passiert in Absprache mit dem Landkreis“, so der Berater.

Dabei gebe es viel Austausch über anfallende Probleme. Und diese entstünden eben auch, weil es zunehmend wenig Regen und viel Trockenheit gebe. Viele Flächen im Landkreis seien zudem Naturschutzgebiete, gerade in diesem Jahr wurde rund um Wümme und Oste ein weiteres Schutzgebiet ausgeschrieben.

Die Veränderungen, die es rund um die Landschaftspflege gibt, fallen auch den Bürgern auf. „Der Mühlen- und Stadtstreek sind inzwischen mehr bewachsen, viele Menschen sprechen uns darauf an“, so Weber. Er möchte für mehr Klarheit sorgen und erklären, wer wann für welche Pflege zuständig ist, auch wie sich die Kosten verteilen. Die Experten aus den Wasserverbänden kennen die komplexe Situation. „Wir haben immer mehr Trockenheit, die Flüssen führen weniger Wasser mit sich“, erläutern sie. Durch den geringen Durchfluss machen sich Pflanzen breit, die eben bei einem stärkeren Wasserfluss wenig Chancen hätten, sich zu etablieren. Gleichzeitig versande der Stadtstreek stärker, eine höhere Fließgeschwindigkeit würde übermäßigen Bewuchs verhindern – doch das Gegenteil sei momentan der Fall.

„Wir müssen in diesem Bereich eine Handräumung vornehmen und können nicht mehr Geräte einsetzen“, so die drei Verbandsvertreter. Mithilfe der Maßnahmen soll den genannten Problemen entgegengewirkt werden. Die Kosten seien dementsprechend hoch. Zwar solle sich generell der Durchfluss verbessern, „dennoch arbeiten wir da mit Augenmaß“, betonte Kochta. Die Stadt beteiligt sich an den Kosten. „In 2018 war der Stadtstreek schon einmal komplett trocken, auch da hatte die Stadt eine Räumung veranlasst“, erinnert sich Weber.

Die nächste jetzt anstehende Räumung beginnt zu Anfang des Jahres. Die Arbeiten werden von den beiden Unterhaltungsverbänden (UHV) Mittlere und Obere Wümme durchgeführt, regulär ist diese Räumung einmal im Jahr. In Ausnahmefällen gibt es eine zweite Räumung, wie zum Beispiel damals im Sommer 2018, anvisiert.

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