Kirchenkreis Rotenburg begrüßt Kantor Simon Schumacher

Die Macht der Musik

Kantor Simon Schumacher (Mitte) gestaltete seinen Einführungsgottesdienst zusammen mit den Pastoren Alexa und Matthias Wilke.
 ©Rotenburger Rundschau

Rotenburg (r/db). Mit einem festlichen Gottesdienst ist Simon Schumacher als Kreiskantor des Kirchenkreises Rotenburg und als Kantor der Stadtkirchengemeinde Rotenburg in sein Amt eingeführt worden. Dass dabei die Musik einen breiten Raum einnehmen würde, war selbstverständlich. So hatte Schumacher mit der Stadtkantorei die Kantate „Alles, was ihr tut“ von Dieterich Buxtehude vorbereitet und sie zusammen mit dem Bremer Barock Consort im Gottesdienst vorgetragen.

Die Bibelstelle, die dieser Komposition zugrunde liegt, hat sich der Kantor zum Motto seines Dienstantritts in Rotenburg gewählt: Alles, was ihr tut, mit Worten oder mit Werken, das tut alles im Namen des Herrn Jesus und dankt Gott, dem Vater, durch ihn (Kolosser 3,17).

In seiner Predigt ging Matthias Wilke, stellvertretender Superintendent im Kirchenkreis Rotenburg, auf die Macht der Musik ein und die Rolle, die sie dabei spielen kann, Herz und Gewissen der Menschen zu erreichen. Eindrucksvoll schilderte er eine Szene aus dem Ersten Weltkrieg, in dem an einem Streckenabschnitt an der Westfront an Heiligabend die verfeindeten Soldaten aus ihren Schützengräben geklettert waren und gemeinsam Weihnachtslieder gesungen haben – mit Melodie und Text in verschiedenen Sprachen.

Musik hat Schumacher schon in jungen Jahren begeistert. Er engagierte sich in den Jugendbands der Schule und der Kirchengemeinde. Den „Push“ zur Kirchenmusik erhielt er während seiner C-Ausbildung für den nebenamtlichen Dienst. Nach Abitur und Zivildienst begann er mit dem Kirchenmusikstudium in Lübeck und Prag, das er mit dem „Diplom Kirchenmusik A“ abschloss. Neben seiner ersten Festanstellung absolvierte er ein berufsbegleitendes Studium in Orgelimprovisation.

Stilistisch ist Schumachers Bandbreite groß: Dieterich Buxtehude, Johann Sebastian Bach und César Franck gehören zwar zu seinen Lieblingskomponisten, festgelegt ist er darauf aber nicht. Und so wählte Schumacher als Orgelmusik zum Ausgang seines Einführungsgottesdienstes die Toccata über „Ein feste Burg ist unser Gott“ des 1986 verstorbenen Komponisten Zoltan Gardony.

Dass Musik nicht ausschließlich ernst sein muss, zeigte eine Überraschungseinlage, die sich die Stadtkantorei für ihren Chorleiter einfallen ließ. Einige Sänger präsentierten als „Schweigemönche“ das „Hallelujah“ aus Händels Oratorium „Messias“ mit jeweils auf Tafeln hochgehaltenen Silben.

Während des Empfangs freute sich unter anderem Rotenburgs Bürgermeister Andreas Weber in seinem Grußwort über die von Schumacher angestrebte Vernetzung mit weiteren Musizierenden etwa in Schulen in der Region. Tillman Benfer, Kirchenmusikdirektor am Dom zu Verden, wies auf die lange Reihe von Vorgängern hin, die die „musica sacra“ in der Stadtkirche zu Rotenburg ausgewählt und geprägt haben, und in die sich Schumacher jetzt einreihe. Alle dürfen gespannt sein, welche Akzente „der Neue“ jetzt setzt.

Autor

Dennis Bartz Dennis Bartz
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