Junge findet Panzerfaust-Sprengkopf aus dem Zweiten Weltkrieg in Rotenburg und wirft ihn ins Feuer

„Er zischte und versprühte Funken“

Vier "Panzerfaust 30" im Militärmuseum Helsinki.
 ©Foto: Balcer/Wikipedia

Rotenburg (db). Das ist gerade noch einmal gut gegangen: Ein Junge hat in dieser Woche in Rotenburg den Sprengsatz einer Panzerfaust aus dem Zweiten Weltkrieg gefunden und damit gespielt. Das teilt Ordnungsamtsleiter Frank Rütter mit.

Wie die Mutter des Jungen berichtet, hatte ihr Sohn einen „metallenen Gegenstand“ gefunden und nach Hause mitgenommen. Weil er diesen, der wie eine Vase aussah, nicht als gefährlich erkannt hatte, spielte der Minderjährige damit und warf den Gegenstand in ein offenes Feuer auf dem Grundstück. „Die Erhitzung führte dazu, dass dieser zischte und Funken versprühte“, berichtet Rütter.

Erste Versuche, das Feuer zu löschen, misslangen. Erst Sand habe dabei geholfen, den Gegenstand abzukühlen. Nach Rücksprache mit dem Kampfmittelbeseitigungsdienst untersuchte am Nachmittag des selben Tages ein Sprengmeister den Gegenstand. „Es stellte sich heraus, dass es sich um den Sprengkopf einer Panzerfaust des Typs P30 gehandelt hat. Diese Information musste ich erst einmal sacken lassen. Mir wurde klar, wieviel Glück die Familie, insbesondere der Sohn, gehabt hatte“, so Rütter.

Die „Panzerfaust 30“ wurde seit August 1943 eingesetzt und hatte ein Gesamtgewicht von 6,9 Kilogramm sowie eine Reichweite von 30 Metern. Allein 1945 wurden noch mehr als zwei Millionen Panzerfäuste hergestellt und an Soldaten sowie an den Volkssturm ausgegeben (Quelle: Gordon L. Rottman: Panzerfaust and Panzerschreck, Osprey Publishing, 2014, ISBN 9781782007906). Insgesamt wurden demnach 6,7 Millionen Panzerfäuste produziert.

Die Stadt Rotenburg appelliert an alle Bürger, keine verdächtigen unbekannten Gegenstände mit nach Hause zu nehmen. „Haben Sie den Verdacht, dass es sich um ein Kampfmittel handelt, melden Sie dies bitte dem Kampfmittelbeseitigungsdienst Niedersachsen unter der Rufnummer 0511/30245-500, der Polizei unter 110 oder dem zuständigen Ordnungsamt“, so Rütter.

Kampfmittel können demnach Munition oder Munitionsteile sein, die Explosivstoffe enthalten oder aus diesen bestehen und sie weisen ein erhebliches Gefährdungspotenzial auf. Eine unsachgemäße Handhabung gefährde das eigene Leben und das anderer und könne strafrechtliche Folgen haben.

Zusätzliche Informationen stehen auf der Internetseite www.arbeitshilfen-kampfmittelraeumung.de.

Autor

Dennis Bartz Dennis Bartz
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 dennis.bartz@rotenburger-rundschau.de

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