Infoabend zum Thema Gemeinwohlökonomie im Ratssaal

„Spannend und inspirierend“

Jan Uwe Lammert, Spezialist für Nachhaltigkeitsberatung, freut sich über das Interesse.
 ©Foto: Judith Tausendfreund

Rotenburg (jt). Der Begriff „Gemeinwohlökonomie“ mag dem einen oder anderen noch nicht vertraut zu sein. Doch hinter dem oftmals unbekannten Namen verbirgt sich eine Idee, die zunehmend auf Interesse stößt. Sie beschäftigt sich mit dem Wirtschaftssystem der heutigen Zeit und einer möglichen Alternative. Diese wäre ein Wirtschaftssystem, das auf gemeinwohl-fördernden Werten aufgebaut ist. Solche Werte sind zum Beispiel ein gesundes Klima, ein fairer Umgang mit Mitarbeitern, Umweltschutz und mehr.

Darüber informierte Ekkehard von Hoyningen-Huene (Bündnis 90/Grüne), der sich mit der Idee auseinandergesetzt hat und zu einem Infoabend in den Ratssaal einlud. „Möglicherweise war ich hier in Rotenburg bislang der Einzige, der bis dahin das Thema betrachtet hat“, so der Ratsherr.

Gekommen waren drei Referenten aus Bremen: Jan Uwe Lammert, Marcus Rosik, Michael Pelzl, alle im Bereich der Unternehmensberatung tätig. Die drei Referenten sind seit Jahren in der Regionalgruppe Bremen engagiert und stellten den Besuchern die Vision der Gemeinwohlökonomie vor.

Sie präsentierten Zahlen: zum Beispiel aus einer Umfrage der Bertelsmann-Stiftung, nach der sich 88 Prozent der Deutschen eine neue Wirtschaftsordnung wünschen. Insgesamt, so erläuterten die Redner, sei die Bewegung demokratisch und fördere die Rückbesinnung auf Verfassungswerte.

Dabei sei es ein Anspruch, die Gesellschaft ganzheitlich und nachhaltig zu prägen, Mensch und Umwelt sollen im Fokus wirtschaftlichen Handelns stehen. Weiterhin erklärten die Referenten, wie sich Unternehmen einer Gemeinwohl-Bilanzierung unterziehen können – abschließend nahmen sich die Gäste Zeit, mit den Referenten zu diskutieren.

Eine ganze Reihe von Besuchern waren der Einladung gefolgt, darunter Rotenburger Unternehmer und Politiker, auch Bürgermeister Andreas Weber (SPD) war vor Ort. Antje Doil, Inhaberin des Unverpackt-Ladens, zeigte sich angetan: „Für uns als Unternehmen ist das Thema ganz neu, ich fand es sehr spannend und inspirierend.“

Grundsätzlich könne sie sich gut vorstellen, später einmal einen solchen Bilanzierungsprozess für ihren Laden anzustreben. „Momentan sind wir noch zu jung, wir stellen uns ja gerade erst auf“, so Doil. Sie griff ein konkretes Thema auf: „Der offene Austausch mit Lieferanten in Bezug auf die Preisgestaltung ist eine tolle Idee.“

Es sei sicher gut, das Thema jetzt schon für das eigene Unternehmen entdeckt zu haben. Ebenso sei es interessant, nun zu beobachten, wie sich die ganze Sache in Rotenburg weiter entwickele, so die junge Unternehmerin.

Initiator von Hoyningen-Huene zeigte sich zufrieden mit dem Abend. „Der Erfolg übertraf meine ursprüngliche Hoffnung, denn in verschiedenen Gesprächen haben sich drei bis vier Unternehmen sehr interessiert daran gezeigt, eine entsprechende Bilanzierung erstellen zu lassen“, so der kommunale Politiker.

Die gesamte Diskussion sei angeregt und interessant verlaufen. Schon in Kürze, so eine weitere Idee, soll es einen zweiten Info-Abend zum Thema geben, diesmal gilt es dann, das Konzept mit Blick auf Kommunen vorzustellen. Auch diesmal werden wieder Referenten erwartet, die das Konzept in dieser speziellen Form vorstellen. „In Rotenburg selber gibt es bisher keine Regionalgruppe, man muss das Rad nicht immer neu erfinden“, erklärte Hoyningen-Huene.

Aktuell gebe es im Umfeld eine Hamburger und eine Bremer Gruppe, auch in Ottersberg und Nienburg seien Aktivitäten in Sachen Gemeinwohlökonomie entstanden.

• Der nächste Termin ist am Montag, 16. November, um 18.30 Uhr im Rotenburger Ratssaal.

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