Hermann Luttmann über Hunde, Laufen und Spiegel-Lektüre - Von Stephan Voigt

Mit House außer Haus

Hermann Luttmann im heimischen Garten u2013 dort zu Arbeiten ist regelmäßig Teil der Freizeitgestaltung Foto: Voigt
 ©Rotenburger Rundschau

„Haben Sie Angst vor Hunden?“, begrüßt Hermann Luttmann seinen Besuch an der Haustür. Der Grund wird schnell klar, denn dann biegt ein großes Exemplar um die Ecke – ein Landseer. „Alle meine Frauen haben einen Hund“, sagt Luttmann lächelnd. Er kämpft dafür, wieder zum Landrat gewählt zu werden.

Der Landseer gehöre seiner Frau, erzählt Luttmann, seine Töchter, die 22-jährige Ann-Christin und die 21-jährige Stephanie, besitzen jeweils einen Yorkshire-Terrier. „Den haben sie dankenswerter Weise nicht mit zum Studieren genommen“, sagt Luttmann mit leichter Ironie. „So ist es nun die Aufgabe von meiner Frau und mir, mit den Tieren rauszugehen.“ Draußen zu sein, ist aber nicht lästig für ihn. „Meine Frau und ich fahren gern Rad, wir gehen auf den Wanderwegen beim Bullensee spazieren oder in Rotenburg Eis essen“, sagt Luttmann. Außerdem steht immer wieder Gartenarbeit auf dem Programm. Luttmann blickt nach draußen und sagt: „Der Garten sah schon mal ordentlicher aus. Wir haben auch einen Springbrunnen, der aber den Winter über im Keller ist.“ Ansonsten ist weithin bekannt, dass der Landrat begeisterter Marathonläufer ist. Durch einen Schulfreund habe er dazu gefunden, erzählt er. „Der ist auch gelaufen. Über lange Strecken konnte ich auch mit anderen mithalten, bei Kurzstrecken hat das nicht so funktioniert“, sagt Luttmann, der erzählt, in seiner Kindheit alle Sportarten ausprobiert zu haben, die er auf einem Dorf wie Klein Heins betreiben konnte: Schießen, Tischtennis, Fußball. Dort wurde Luttmann 1957 als drittes von sechs Kindern geboren. „Da lernt man, zu teilen und sich durchzusetzen“, sagt er. Seine Eltern haben sieben Tage die Woche Landwirtschaft betrieben, die Kinder mussten immer wieder mit anpacken. „Mein Vater hat zwar immer gesagt, dass die Schule vorgeht, aber ich dachte dann, dass es egal ist, ob ich drinnen am Schreibtisch sitze oder auf dem Hof helfe. Also bin ich immer wieder rausgegangen“, erzählt Luttmann, der angibt, nicht der fleißigste Schüler gewesen zu sein. „Ich wollte das Abitur bestehen und gut“, so sein Ziel damals. Ebenso sei er während des Jura-Studiums in Heidelberg nicht der Beste gewesen. Dafür habe er das Examen schon nach neun Semestern abgelegt. „Ich dachte, wenn ich nicht den besten Abschluss bekomme, dann will ich ihn wenigstens schnell haben“, sagt Luttmann heute. 1988 nahm er das Angebot einer Dezernentenstelle beim Landkreis Rotenburg an, wo er seine spätere Frau, die heutige Landtagsabgeordnete Mechthild Ross-Luttmann, kennenlernte, die er schon im Jahr darauf heiratete. Gemeinsam haben sie drei Kinder, neben den Töchtern auch den 18-jährigen Thorsten. Zu seiner Freizeit gehört auch die Jagd – vor allem im Herbst, wenn Luttmann weniger Zeit beim Laufen verbringt. Er erzählt, er habe mit 16 Jahren schon die Jagdprüfung abgelegt und sagt, dass Laufen und Jagen auch Gemeinsamkeiten haben. So kann er bei beidem für sich allein sein, seine Gedanken ordnen und sogar Lösungen für Probleme bei der Arbeit finden. „Die muss ich mir aber dann schnell aufschreiben, sonst vergesse ich das auch wieder“, sagt Luttmann. Ansonsten liest er auf dem Hochsitz – montagabends den Spiegel – und genießt die Ruhe, was zumindest teilweise beim Laufen etwas anderes ist. Vor allem auf dem Laufband im Keller, aber auch teilweise draußen habe er Musik im Ohr. Und was hört er dann? „Rock und Pop aus meiner Jugend – Genesis, Supertramp. Aber auch Modernes wie Disco-Musik und House.“ Die tägliche Lektüre der Presse – inklusive des Spiegels am Montag auf dem Hochsitz – gehört für Luttmann natürlich dazu. Bücher liest er aber nur im Urlaub, sagt er. „Da vor allem historische Romane. In den vergangenen Jahren habe ich eigentlich keine Sachbücher wie Biografien mehr gelesen.“ Und wohin geht’s in den Urlaub? „Im vergangenen Jahr waren wir zu Ostern auf Fuerteventura – die Kinder sind alle noch mal mitgekommen.“ Und zum Abschied zeigt sich, dass die Eltern tatsächlich für das Gassigehen mit den Hunden verantwortlich sind. Auf dem Rückweg kommt dem Besucher nämlich Mechthild Ross-Luttmann winkend samt Hund entgegen. ________________________________________ Steckbrief Jahrgang: 1957 Geboren: Klein Heins Familienstand: Verheiratet mit Mechthild Ross-Luttmann; zwei Töchter, ein Sohn Studium: Rechtswissenschaften in Heidelberg Werdegang: Zwei Jahre Wehrdienst in Rotenburg, nach dem Studium Referendarausbildung im Oberlandesgerichtsbezirk Celle, seit 1988 Dezernent beim Landkreis Rotenburg, dann auch Erster Kreisrat; seit 2006 Landrat in Rotenburg

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