Hans Hastedt vom DRK-Kreisverband Rotenburg über Blutspenden in Corona-Zeiten - VON NINA BAUCKE

„Stabile Hilfsbereitschaft“

Blutspenden sind nach wie vor gefragt. Foto: Baucke
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Rotenburg – Auch wenn nur coronabedingt noch wenige Termine in den Veranstaltungskalendern im Altkreis Rotenburg stehen – ein paar Fixpunkte sind geblieben: Die Blutspendeaktionen, zu denen DRK und der Blutspendedienst aufrufen. Mehrmals im Jahr sorgen jeweils die einzelnen Ortsvereine für reibungslose Abläufe der Termine. Wir haben mit Hans Hastedt, Vorsitzender des Kreisverbandes Rotenburg, gesprochen – über Spenderzahlen und die Anforderungen an die Blutspendeteams, die die Pandemie so mit sich bringen.

Das zweite Corona-Jahr ist vorbei. Hat sich die Zahl der Blutspenden durch die Pandemie verringert?

Wir hatten in 2019 7 600 Spenden gehabt, 2020 ist es auf 7 353 zurückgegangen, 2021 waren es 7 223. Es ist also ein leichter Rückgang, aber insgesamt muss man sagen, dass sich das gut gehalten hat. Auch die einzelnen Orte – da sind viele gleich geblieben. Es gab sogar Steigerungen in den vergangenen zwei Jahren, zum Beispiel Jeddingen und Rotenburg. Die Corona-Pandemie hat also der Blutspendebereitschaft nicht geschadet. Wie war die Entwicklung in den Jahren davor? Das hat immer mal wieder geschwankt, aber wir waren auch da schon relativ stabil – wie auch in Corona-Zeiten. Der Aufwand ist dennoch wesentlich größer. Ist es da noch leicht, Ehrenamtliche für die Unterstützung zu gewinnen? Unsere Blutspendeteams sind seit vielen Jahren stabil. Wir haben immer mal wieder eine Krisensituation in den einzelnen Ortsvereinen, wo es mal schwierig wird – zum Beispiel in Horstedt. Der Ortsverein dort hatte sich stark überaltert, da hat uns dann die Feuerwehr unterstützt und die Blutspendeaktionen übernommen. Mittlerweile hat sich was in Horstedt getan, der Ortsverein ist wieder erstarkt. Da sind neue Leute, die man für das Thema Blutspende begeistern konnte, also formiert sich da eine neue Gruppe, die der Feuerwehr wieder Arbeit abnimmt. Und wir freuen uns, dass sich dort wieder Freiwillige gefunden haben. Die Unterstützung des Ehrenamtes ist ja eine wichtige Aufgabe für uns. Da versuchen wir natürlich immer, am Ball zu bleiben und Strukturen, wenn sie überaltert sind, zu erneuern. Ist Überalterung aktuell ein Thema? Wird sich da in den nächsten Jahren etwas tun müssen? Ja. Auf jeden Fall. Dieser Erneuerungsprozess wird uns in den nächsten Jahren noch Probleme bereiten, weil wir eben diese starke Überalterung in den Ortsverbänden haben. Wie wollen Sie dem begegnen? Das wird in der Regel auf Ortsvereinsebene gelöst und ist Aufgabe der Vorstände, im Dorf die Menschen anzusprechen, ob sie nicht Lust haben, mitzuhelfen. Da können wir als Kreisverband schlecht unterstützen, weil wir die Handelnden vor Ort nicht so kennen. Gibt es irgendetwas, was sich in Corona-Zeiten verändert hat? Im Blutspendebereich ist viel beim Alten geblieben. Wo wir allerdings stark mit Schwankungen zu kämpfen hatten, ist im Bereich der Ersten Hilfe. Monatelang sind Kurse abgesagt worden, dann durften wir wieder für die Berufsgenossenschaft Fortbildungskurse geben, dann kamen wieder die Führerscheinleute dazu. Jetzt aktuell mit der Omikron-Variante kommen wieder die Absagen: die Rotenburger Werke, der Landkreis. Das ist eine Berg-und-Tal-Bahn. Überträgt man seinen Virusschutz, also die Antikörper, mit seiner Spende? Nein, das Blut wird vorher gewaschen. Wie sind die aktuellen Hygieneregelungen? Die Spender müssen mit einer FFP2-Maske zum Spenden kommen. Auch die Helfer tragen sie natürlich. FFP2 ist ja derzeit der Standard schlechthin geworden. Egal, ob Krankenhaus oder Supermarkt –man kommt ja nirgendwo mehr ohne rein. Wie schnell wird meine Spende im Schnitt ge-, beziehungsweise verbraucht? Das handelt sich um wenige Wochen: Die Blutversorgung muss ja ständig sichergestellt werden. Und alles, was an Operationen läuft, wo Blut gefordert ist, gibt es nur für ganz kurze Lagerzeiten, bis das wieder rausgeht. Das wird immer zügig verbraucht. Welche Schritte durchläuft meine Spende? Es wird entsprechend aufbereitet und dann als Blutkonserve eingelagert, bis es dann an die Krankenhäuser geht – je nachdem, wie die es brauchen und anfordern. Der NSTOB ist per Vertrag mit dem Land Niedersachsen verpflichtet, dass sie dafür Sorge tragen müssen, soundsoviel Blut immer vorzuhalten, dass also jederzeit etwas abgerufen werden kann. Wie war das mit dem Bedarf während der Corona-Pandemie? Der Bedarf war niedriger, da viele schwere Operationen nach hinten geschoben wurden und ausfielen. Bei einigermaßen gleichbleibender Spenderzahl sind wir daher aus dieser Sicht gut durch die Zeit gekommen. Man kann sogar sagen, dass sich die Bestände erholt haben. Wie viel verdient das DRK mit meiner Spende? Wir bekommen pro Spende einen festen Satz – nämlich 7,20 Euro. Wir setzen Ehrenamtliche zur Blutspende ein, aber daneben gibt es ja auch immer eine Verköstigung, die finanziert werden muss. Wenn Sie da Filetsteak servieren, kommen Sie natürlich mit dem Satz nicht hin. Die Ortsvereine müssen schon sehr rechnen. Manche – vor allem im Nordkreis – sind ja auch schon auf Foodtrucks umgestiegen, aber das hat sich hier im Südkreis noch nicht so durchgesetzt. Pandemiebedingt fällt das Büfett weg, stattdessen gibt es Lunchtüten. Welche Auswirkung hat das auf den geselligen Aspekt? Das war ja immer ein Platz zum Schnacken, man hat sich ja innerhalb des Dorfes getroffen – und das ist jetzt weniger geworden. Zwar nicht anonymer, da sich die Menschen untereinander kennen. Aber die Gelegenheit, sich noch mal hinzusetzen und ein bisschen zu sprechen, ist weniger. Und das bedauere ich, na klar.

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