Eichhörnchen-Welpe in der Wildtierstation am Westermoor

Hoffnung für Ronja

Noch hat Ronja die Augen und die Gehörgänge geschlossen. Alle zwei Stunden bekommt sie drei Milliliter einer speziellen Katzen-Welpenmilch. Foto: Dennis Bartz
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Unterstedt (db). Vor einer Woche entdeckte ein Spaziergänger mit seiner Dogge drei schwer verletzte Eichhörnchen-Welpen in Scheeßel. Zwei von ihnen starben kurz darauf. Die dritte jedoch, Ronja, ist eine kleine Kämpferin. Und Regina Buchhop von der Wildtierstation am Westermoor tut alles dafür, dass das fast sechs Wochen alte Jungtier es über den Berg schafft.

Buchhop trägt das Eichhörnchen Tag und Nacht in einem kleinen Stoffbeutel um den Hals, unter dem Pullover möglichst nahe am Körper – „denn Körperwärme ist sehr wichtig“, betont Buchhop, die derzeit kaum Schlaf bekommt. Alle zwei Stunden ist nämlich Fütterungszeit.

Dann gibt sie Ronja drei Milliliter einer speziellen Katzen-Welpenmilch mit einer Spritze. Die Fütterung ist Übungssache: „Ihnen wird leicht zum Verhängnis, wenn sie die Milch in die Lunge kriegen, das ist dann der sichere Tod. Deshalb sollte dies immer jemand machen, der Erfahrung hat.“

Immerhin zehn Gramm hat das kleine Eichhörnchen in den vergangenen Tagen zugenommen und die Wunden am Kopf heilen gut ab. Eine Entwicklung, die Hoffnung macht. „Es ist aber noch zu früh, um Entwarnung zu geben“, macht Buchhop klar. „Die nächsten Tagen sind entscheidend.“ Geht alles gut, soll Ronja bald zum ersten Mal die Augen öffnen. Auch die Gehörgänge werden sich dann öffnen.

Das genaue Schicksal der drei Geschwister ist ungeklärt. Buchhop glaubt, dass der sogenannte Kobel, das Eichhörnchennest, beim Sturm zerstört worden ist. Die Tiere sind zu Boden gestürzt, wo sie – anders als Vogelküken – in der Regel von der Mutter nicht weiter versorgt werden. Die schweren Verletzungen könnten von Krähen stammen, vermutet die Leiterin der Wildtierstation. „Die Drei waren stark unterkühlt und regungslos“, berichtet Buchhop.

Eichhörnchen geht es in heimischen Gefilden noch gut. „Sie finden in den Gärten zum Glück noch Hasel- und Walnüsse, die nicht gespritzt sind. Das Nahrungsangebot ist da. Größte Gefahr sind die Autos“, erklärt Buchhop. Sie versorgt jedes Jahr mehrere Eichhörnchen. „Drei von denen, die wir ausgewildert haben, kommen noch regelmäßig in meinen Garten.“ Die große Leidenschaft der Nager sind Walnüsse: „Im vergangenen Winter habe ich insgesamt 35 Kilogramm verfüttert“, so Buchhop.

Ein weiteres Eichhörnchen lebt seit dem vergangenen Frühjahr in einer Voliere. Damals stand es schlecht um das Tier: „Es schien zunächst so, als wäre es querschnittsgelähmt. Es konnte die Hinterbeine nicht bewegen“, berichtet Buchhop. Sie behandelte es in Absprache mit einer Tierärztin mit Schmerzmitteln, und die Mühe wurde belohnt: „Inzwischen klettert es schon sehr gut“, freut sich Buchhop. In ein paar Wochen ist es bereit für die Auswilderung – und dann soll auch Ronja ausziehen.

• Die Wildtierstation am Westermoor ist telefonisch erreichbar unter 04269/5886 und 017681061686, außerdem per E-Mail an wildtierstation@westermoor.de. Finanzielle Spenden gehen an die Wildtierstation am Westermoor, Sparkasse Rotenburg-Osterholz, IBAN DE75 2415 1235 0075 4271 38, BIC BRLADE21ROB oder an https://paypal.me/wildtierstation.

Autor

Dennis Bartz Dennis Bartz
 04261 / 72 -430
 dennis.bartz@rotenburger-rundschau.de

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