Dezentrales Impfen, Corona-Abstriche und Termin-Einkäufe in der Stadt Rotenburg - Von Andreas Schultz

Spritzen, Tests und Möglichkeiten

Der Mundschutz muss im Normalfall sitzen. Für den Außenbereich der Rotenburger Fußgängerzone gilt die Maskenpflicht jedoch vorerst nicht mehr.
 © Foto: Andreas Schultz

Rotenburg. Wo steht Rotenburg in Sachen dezentrales Impfen? Wie sieht es aus mit der Maskenpflicht und dem Shoppen in der Fußgängerzone? Wie steht es um Corona-Tests? Antworten auf diese Fragen hielt Bürgermeister Andreas Weber während des Pressegesprächs am Donnerstag bereit. Sein Fazit: Hier gibt es Flaschenhalse, dort „einen guten Weg“.

Das Verabreichen der Vakzine ist nicht nur im Impfzentrum Zeven möglich – Wittorf hat es vorgemacht. Und auch die Samtgemeinde Sottrum geht nun überraschend schnell in diese Richtung: Kommende Woche bekommen dort die bislang Ungeimpften der Altersgruppe Ü80 ihre erste Spritze. Auch die Stadt Rotenburg hat sich in diese Richtung bemüht und sich für eine dezentrale Impfstelle beim Zevener Zentrum beworben, teilt Weber mit.

„Vieles hängt nun von den verfügbaren Impfdosen ab“, erklärt er. Sollte die Stadt die Möglichkeit für eine Einrichtung einer solchen Stelle bekommen, beispielsweise in einer Turnhalle, will sie in großen Schritten dafür sorgen, dass die Senioren ihre Vakzine bekommen. Laut Weber sind von den rund 1.600 Betroffenen bereits die etwa 300 in Heimen lebenden geimpft, von den verbliebenen 1.300 immerhin 580. „Und dann kommen pro Woche 200 dazu. Bis Ende März wollen wir bei fast allen damit durch sein“, rechnet Weber vor. Er hofft auch, dass es zeitlich nicht mehr lange dauert. „Wenn man sich mit dezentralen Impfstellen von außen auf Zeven zuarbeitet, muss Rotenburg irgendwann dabei sein. Wir haben uns beworben und auch Hilfsorganisationen angesprochen, um uns vorzubereiten. Viele Ärzte kommen auch von sich aus auf uns zu und sagen: Wir wollen helfen. Der Flaschenhals bei der Sache sind jetzt die zur Verfügung stehenden Impfmittel.“ Zusätzliche Möglichkeiten sollen auch für Personen in Risikogruppen und in besonders betroffenen Berufsgruppen geschaffen werden, beispielsweise bei Kita- und Schulpersonal, aber auch Menschen mit Beeinträchtigungen. „Wir wollen da mit zusätzlichen dezentralen Impfungen unterstützen“, so der Bürgermeister.

Tests: „Auf einem guten Weg.“

Als weiteres wichtiges Werkzeug im Umgang mit der Pandemie sieht er den Einsatz von Corona-Tests. Lobend geht er dabei auf die Arbeit der Apotheke Große ein, die bereits ein unkompliziertes Testverfahren ohne lange Verweildauer und mit Ergebnis per E-Mail umgesetzt hat. Wer sich für einen Testtermin anmelden will, findet den Link auf der Internetseite der Stadt, kann aber auch direkt apotheke-grosse.de ansteuern. Weber hofft darauf, dass noch weitere Apotheken und Ärzte dem Beispiel folgen und eigene Strecken anbieten werden. Die Stadt biete in jedem Fall an, die Räume der ehemaligen Touristinformation für Tests zu nutzen, sollten die anderen Kapazitäten einmal ausgeschöpft sein. „Das Ziel ist bekanntlich ein kostenloser Test pro Woche“, sagt der Bürgermeister und schiebt nach: „Wir sind auf einem guten Weg, was die Testungen angeht“.

Einkauf mit Termin

Ebenfalls eine gute Nachricht für Einzelhandel und Schnell-Shopper: Seit Dienstag ist der Einkauf in Rotenburger Geschäften, die nicht der Grundversorgung angehören, wieder möglich, zumindest mit vorheriger Terminvereinbarung und mit Zeitfenster. Da die Siebentageinzidenz weiter unter 50 liegt, ist Stadt und Geschäften das im Rahmen der Verordnungen erlaubt. Ebenso freuen sich die Vertreter der Stadt darüber, dass auch die Maskenpflicht im Außenbereich der Fußgängerzone bis auf Weiteres aufgehoben ist. „Das muss aber nicht heißen, dass alles so bleibt“, warnt Weber vor vorschneller Euphorie. Sobald der Inzidenzwert wieder in die Höhe schießt, geht es wieder in die Gegenrichtung. Ordnungsamtsleiter Frank Rütter erklärt, welche Regeln es beim Termin-Shopping gibt: Nach der Terminabsprache können Kunden mit Maske das Geschäft betreten, Kaufverhandlungen und Anproben seien so möglich. „Eine Auflage zur Dokumentation der Kundendaten gibt es nicht. Die ist nur bei körpernahen Dienstleistungen notwendig, zum Beispiel beim Friseur oder beim Änderungsschneider.“ Die neuen Möglichkeiten seien allerdings an eine Inzidenzobergrenze gebunden. „Wenn die Zahl im Landkreis über 100 steigt, machen wir die Rolle rückwärts“, so Rütter. Dann gelten wieder die schärferen Regelungen, die bereits vor dem 6. März galten. Aber: „Wir haben uns ja im Landkreis bislang bei 43, 44 eingependelt. Die 100er-Schwelle muss einem erst mal keine Angst machen“. Der Terminkunde darf übrigens eine Begleitperson mitbringen, sie darf aber selbst nicht als Kunde auftreten, das heißt, keine Einkäufe tätigen.

Und noch eine gute Nachricht für den Einzelhandel: Der Verwaltungsausschuss hat beschlossen, auf sogenannte Sondernutzungsgebühren zu verzichten. Das heißt: Geschäfte, die eine Abgabe für Flächen im Außenbereich bezahlen, zum Beispiel für einen Café-Bereich, können entsprechende Mittel anders verplanen. „Wir hoffen, damit einen Anschub zu geben und wollen eventuelle Liquiditätsprobleme nicht noch vergrößern“, so Weber.

Autor

Andreas Schultz Andreas Schultz
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