BUND und Stadt Rotenburg stellen Nisthilfen für Wildbienen auf

Friedhof als Lebensort

Manfred Radtke zeigt die Nisthilfe und die entsprechende Broschüre des BUND.
 ©Foto: Judith Tausendfreund

Rotenburg (jt). Friedhöfe sind mehr als „nur“ Bestattungsorte – für viele Menschen sind sie auch ein grüner Rückzugsort. Pflanzen und Tiere finden dort ihre Nische. Auf Initiative des BUND-Kreisvorsitzenden Manfred Radtke hat die Stadt Rotenburg auf ihren Friedhöfen eine ganze Reihe von Nisthilfen für Wildbienen aufgestellt.

„Für dieses Engagement bedanken wir uns bei dir“, betonte Bürgermeister Andreas Weber (SPD) an Radtke gerichtet. Gemeinsam mit Ute Lange und Stephan Lohmann von der Friedhofsverwaltung ließ Weber sich die Nisthilfe und auch eine Reihe von weiteren Maßnahmen vor Ort erklären. „Wir haben dort einen Bienenstein, der ist aus gebranntem Ton“, so Radtke, der weitere Materialien aufzählte: „Buchenholz, Dachziegel, Konservendosen und imprägnierte Pappe“, waren einige der Stichworte, die der Naturschützer benannte. „Diese Röhren kann man in verschiedenen Durchmessern kaufen, dabei ist am Ende bei der Aufstellung der Nisthilfe auch die Ausrichtung wichtig“, führte er weiter aus.

Eine detaillierte Anleitung zu den Wildbienen-Hotels, wie die Nisthilfen gerne genannt werden, gibt die Friedhofsverwaltung auf Anfragen gerne weiter. Auch der BUND bietet solche Anleitungen an. „Das Projekt ist eine Kooperation zwischen BUND, Manfred Radtke und der Stadtverwaltung“, so Weber. Die aufgestellten Nisthilfen seien auch als anregende Beispiele für Nachahmer gedacht, führte er weiter aus und berichtete aus eigener Erfahrung, dass die Nisthilfen zum Beispiel mit einem dünnen Drahtzaun geschützt werden sollten, damit sich keine Meisen daran bedienen.

„Städtische Friedhöfe haben Potenzial, weil sie eben große Grünflächen bieten“, ergänzte Radtke. Die Idee, dort Nisthilfen aufzustellen, werde in ganz Niedersachsen schon länger umgesetzt, „auch in Zeven haben wir das schon erfolgreich am Start“.

In Zukunft werde auch der Rasen, der direkt im Eingangsbereich des Friedhofs zu sehen ist, umgestaltet: „Da kommt dann Hirsegras statt Rasen hin“, erklärte Radtke. Grundsätzlich sei es zudem ein Thema, dass viele Grabstätten auf den Friedhöfen aufgegeben werden würden – auch in einem solchen Fall bieten die Friedhofsämter an, bei der Umgestaltung insektenfreundlich zu helfen.

Mit den entsprechenden Nisthilfen ausgestattet wurden nun die Friedhöfe an der Lindenstraße und an der Freudenthalstraße sowie in Waffensen, Mulmshorn und Unterstedt. Eine entsprechende Materialliste kam vom BUND, die Mitarbeiter des Bauhofs hatten die Nisthilfen zusammengebaut und die Friedhofsverwaltung hatte mit Manfred Radtke die entsprechenden Standorte ausgesucht.

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