Bürgerinitiative kämpft mit Petition für Fundtierunterbringung im Landkreis - Von Dennis Bartz

„Dazu gibt es keine Alternative“

Derzeit sind die beiden Zwinger auf dem Gelände des Klärwerks leer.
 ©Dennis Bartz

Landkreis Rotenburg. Die Diskussion um die Versorgung von Fundtieren im Landkreis Rotenburg nimmt weiter Fahrt auf. Nun hat sich eine Bürgerinitiative mit dem Namen „Fundtierwohl Row“ gegründet und eine mehrseitige Onlinepetition auf der Internetseite www.change.org veröffentlicht. Diese richtet sich direkt an die Bürgermeister und Vertreter der Kommunen in Rotenburg, Sottrum, Visselhövede, Bothel, Scheeßel und Fintel.

Bereits nach wenigen Tagen hat die Petition, die den Titel „Kein Herumschieben von Fundtieren – das Tierheim Rotenburg muss Aufnahmestelle bleiben!“ trägt und etwa drei DIN A4-Seiten lang ist, 975 Unterstützer gefunden. Täglich werden es mehr. „Wir knacken bald die 1.000er-Marke“, ist Silke Wingen, Sprecherin der Bürgerinitiative, optimistisch.

Sie und die weiteren Unterstützer kritisieren die neue Fundtierlösung und trauern der alten nach: „Tierhalter, denen ihr Tier entlaufen war, konnten stets darauf vertrauen, dass sie sich im Tierheim Mulmshorn nach diesem erkundigen, es vermisst melden und nach Auffinden sehr zeitnah dort abholen können. Aus für uns nicht ersichtlichen Gründen soll nun das Fundtiermanagement durch die Kommunen selbst organisiert werden. Ein Transport von Tieren über mehrere Tage und mehrere Stationen ist weder tierschutzgerecht noch kostensparend. Das geplante Vorhaben ist für uns deshalb absolut inakzeptabel.“

Die Tierschützer äußern Bedenken, ob die Tiere fachgerecht betreut und versorgt werden: „Bei der Aufnahme von Fundtieren kommt es nicht selten zu schwierigen Situationen, wenn die Tiere krank, verletzt, verängstigt und aggressiv aufgegriffen werden oder es sich um Exoten handelt.“ Die Verwahrung über mehrere Stunden in Transportboxen oder Zwingern, vor allem ohne Betreuung durch Fachleute wie beispielsweise Tierpfleger, sei tierschutzrechtlich nicht zulässig und zum Schutz der Tiere klar geregelt. Auf Kritik stößt bei der Bürgerinitiative außerdem, dass die Tiere erst nach mehreren Tagen von einem Tierarzt untersucht werden sollen.

Weiter heißt es: „Durch die Unterbringung der Tiere in Brinkum – weit außerhalb des Landkreises Rotenburgs mit bis zu 70 Kilometer Anfahrt aus der Gemeinde Fintel, wird es für Tierhalter eine große Schwierigkeit, wenn nicht gar für einige unmöglich, ihr entlaufenes Tier zurückzuholen.“ Über die Art und Weise, wie sich die Kommunen gegenüber Regina Buchhop, Vorsitzende des Tierschutzvereins für den Landkreis Rotenburg, verhalten, sind die Tierschützer nach eigenem Bekunden „wirklich entsetzt, traurig und wütend“. Buchhop, „eine Dame von 70 Jahren, hat ihr Leben lang eigene Interessen zum Wohl von Tieren und Mitmenschen hintenan gestellt“. Es bleibe der bittere Beigeschmack, dass diese Entscheidung – zu Ungunsten der Fundtiere – wegen „persönlicher Animositäten vorsätzlich gegen die fachliche Präsenz der Person Regina Buchhop getroffen wurde“. Das sei „völlig indiskutabel und inakzeptabel“.

Die Bürgerinitiative fordert in der Petition, dass der inzwischen aufgelöste Vertrag zwischen der Kommunen und dem Tierschutzverein aus dem Jahr 2001 neu ausgehandelt und künftig gefahrene Kilometer sowie die Kosten für Noteinsätze an Wochenenden und Feiertagen beinhalten soll: „Die Aufnahme und Betreuung von Fundtieren aus unserem Landkreis muss auch hier in unserem Landkreis erfolgen, und zwar durch das Tierheim des Tierschutzvereins für den Landkreis Rotenburg bei voller Deckung aller Aufwendungen. Dazu gibt es für uns keine Alternative.“

Auf Nachfrage der Rundschau zeigt sich Karsten Plücker, Vorsitzender des Bundes gegen Missbrauch der Tiere (BMZ) in Köln, der unter anderem das Tierheim Arche Noah in Brinkum betreut, gesprächsbereit: „Wir wollen niemanden ins Handwerk pfuschen und halten eine regionale Lösung für am besten. Wenn sich die Kommunen doch noch mit dem Tierschutzverein im Landkreis Rotenburg einigen, wären wir bereit, die Zusammenarbeit zum nächsten Monat wieder zu beenden.“

Bis Mitte der Woche lag Plücker nach eigenen Aussagen erst ein unterschriebener Vertrag vor: „Bislang hat nur die Stadt Rotenburg den Vertrag unterschrieben an uns zurückgeschickt. Wir warten noch auf die Antwort der weiteren Kommunen.“ Sorgen macht sich Plücker deswegen aber nicht: „Wir haben ja die mündliche Zusage.“

Der Fundtier-Vertrag sieht vor, dass die Kommunen pauschal pro Jahr 75 Cent je Einwohner an den BMT für die Unterbringung von Fundtieren zahlen. „Das ist ein Betrag, mit dem wir auskommen können“, so Plücker, der damit rechnet „so bei Plus-Minus-Null“ zu landen. Der BMT-Vorsitzende sagt, er sei überrascht darüber, dass die Kommunen im Landkreis dem Rotenburger Tierschutzverein nicht ein ähnliches Angebot gemacht hatten: „Die Kollegen dort wären doch sicher mit dem Geld ausgekommen und hätten vermutlich gar keinen Aufnahmestopp verhängen müssen.“

Die Verträge zu den Kommunen starten rückwirkend zum 1. Juli und haben eine Laufzeit von zunächst zwei Jahren. Sie verlängern sich automatisch um jeweils ein weiteres Jahr, wenn niemand dem Vertrag widerspricht. Plücker erklärt, dass sich sein Verein nicht bei den Kommunen um die Aufnahme der Fundtiere aus dem Landkreis Rotenburg beworben hat: „Wir wollten da nur in die Bresche springen, weil uns die Notsituation geschildert wurde. Der Samtgemeindebürger von Bothel, Dirk Eberle, hatte uns angesprochen und gefragt, ob wir bereit wären, ein Tierheim in Rotenburg zu eröffnen – das haben wir aber abgelehnt, weil wir kein Konkurrenztierheim schaffen wollen.“

Wenig Hoffnung auf neue Verhandlungen macht dagegen Andreas Weber, Bürgermeister der Stadt Rotenburg. Dass die Kommunen im Südkreis nach dem vom Rotenburger Tierschutzverein verhängten Aufnahmestopp Fundtiere künftig beim BMT-Tierheim Arche Noah in Brinkum unterbringen, lobt er als „gute Lösung“, selbst wenn diese bei „einigen engagierten Tierschützern auf Unverständnis stößt“.

Die Kommunen hätten keine andere Möglichkeit gehabt, als sich um eine alternative Möglichkeit zu bemühen, so Weber. „Wir waren dem Rotenburger Tierschutzverein sogar als Mitglied beigetreten und hatten mehr Transparenz gefordert. Das wurde leider nicht erfüllt – das lag nicht an uns. Wir hatten das Gefühl, dass selbst ein neuer Satz nicht ausgereicht hätte, damit der Tierschutzverein schwarze Zahlen schreibt.“

Bei einem Besuch in Brinkum Ende Juni hätten die Kommunen dagegen einen sehr positiven Eindruck gewonnen: „Das Tierheim verfügt über ein sehr gutes Netzwerk und kann Kosten besser verteilen.“ Seit dem Aufnahmestopp am 11. Mai seien in Rotenburg erst zwei Hunde gefunden und abgegeben worden: „Diese konnten aber schnell von den Besitzern abgeholt werden. Im Klärwerk stehen zwei Zwinger und Transportboxen bereit: Die Tiere werden dort täglich versorgt und haben Freigang auf dem Gelände.“

Weber wirbt für die Fundtierunterbringung und erklärt, dass diese kein Alleingang ist: „Die Mitglieder des Verwaltungsausschuss haben ohne Gegenstimme den Entschluss gefasst. Wir sind uns sicher, dass wir damit auch den Tierschutzverein entlasten.“ Weber möchte zu diesem weiter engen Kontakt pflegen: „Er leistet eine wichtige Arbeit. Ich habe Frau Buchhop im persönlichen Gespräch mitgeteilt, dass die Zusage für das freie Grundstück an der Soltauer Straße weiterhin besteht. Wir hatten den Bebauungsplan dafür auf Kosten der Stadt geändert. Allerdings bezweifele ich, dass der Tierschutzverein einen Neubau des Tierheims finanziell umsetzen kann.“

Autor

Dennis Bartz Dennis Bartz
 04261 / 72 -430
 dennis.bartz@rotenburger-rundschau.de

Martinsfest in Oyten
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Sowohl der Laternenumzug als auch der Martinsmarkt am darauffolgenden Tag lockten die Oytener ins Freie. Fotos: Elke Keppler-Rosenau

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13.11.2017

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12.11.2017

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