Bürgerinitiative Fundtierwohl Rotenburg überreicht Petition an Kommunen Von Dennis Bartz

„Wir sind mehr als 2.000“

Die beiden Sprecherinnen der Bürgerinitiative Fundtierwohl Rotenburg, Manuela May (links) und Manuela Dierks, kämpfen dafür, dass Fundtiere wieder beim Tierschutzverein für den Landkreis Rotenburg abgegeben werden können.
 ©Dennis Bartz

Rotenburg. Die Bürgerinitiative Fundtierwohl Rotenburg erhöht den Druck auf die Gemeindevertreter im Südkreis. Wie mehrfach berichtet, hatten die Mitglieder im Juni eine Petition im Internet veröffentlicht, die direkt an die Bürgermeister gerichtet war. Darin forderte die Initiative von den Kommunen Neuverhandlungen mit dem Tierschutzverein für den Landkreis Rotenburg über die Fundtierunterbringung im Tierheim in Mulmshorn. Innerhalb von wenigen Tagen sammelte die Initiative 1.000 Unterschriften – inzwischen sind es mehr als 2.000. „Wir haben die Petition nun an die Gemeinden per E-Mail verschickt, beziehungsweise bei Bürgermeister Andreas Weber im Rahmen der Bürgersprechstunde persönlich abgegeben – das waren insgesamt 86 Seiten“, sagen die beiden Sprecherinnen der Initiative, Manuela Dierks und Manuela May, stolz.

In dem Anschreiben, das der Petition beiliegt, heißt es: „Eine Wiederherstellung des jahrelang für Tier und Mensch bewährten Fundtiermanagements innerhalb unseres Landkreises in Zusammenarbeit mit dem Tierschutzverein für den Landkreis Rotenburg halten wir nach wie vor für dringend erforderlich.“

Ein halbes Jahr ist vergangen, seit Regina Buchhop, Vorsitzende des Tierschutzvereins, einen Aufnahmestopp für Fundtiere ausgesprochen und damit die Welle ins Rollen gebracht hatte. „Wir konnten gar nicht anders, die Gemeinden haben uns über Jahre hinweg am langen Arm verhungern lassen. Sie haben sich nicht an ihre gesetzliche Zahlungspflicht gehalten und allein in 2016 anstatt 109.600 Euro nur 23.700 Euro bezahlt. Unsere Rücklagen waren dadurch fast aufgebracht und es wäre fahrlässig gewesen, weitere Tiere aufzunehmen“, sagt Buchhop.

Das Problem sei nicht neu, so Buchhop: Bereits seit 2011 kämpfe der Tierschutzverein darum, dass die Stadt Rotenburg und die Gemeinden im Südkreis statt nur für 30 Tage für bis zu sechs Monate die Kosten für Fundtiere übernehmen. Dies sei im BGB klar geregelt.

Sie wollte nach eigenen Worten lediglich auf den Ernst der Lage hinweisen, nicht aber die Zusammenarbeit beenden. Stattdessen hatte sie gehofft, damit „endlich Bewegung“ in die Jahre andauernden Verhandlungen um eine kostendeckende Erstattung durch die Gemeinden zu bringen. „Wir hatten das gesamte Geld, das wir eigentlich für den Tierheimneubau zur Seite gelegt hatten, insgesamt mehr als 300.000 Euro, komplett aufgebraucht“, so Buchhop.

Neue Anlaufstelle ist seit Juli das Tierheim Arche Noah in Brinkum, verwaltet durch den Bund gegen Missbrauch der Tiere (BMT) mit Sitz in Köln. Die Bürgerinitiative kritisiert nicht dessen Arbeit, wohl aber die neue Fundtierlösung an sich und trauert der alten hinterher: „Tierhalter, denen ihr Tier entlaufen war, konnten stets darauf vertrauen, dass sie sich im Tierheim Mulmshorn nach diesem erkundigen, es vermisst melden und nach Auffinden sehr zeitnah dort abholen können. Ein Transport von Tieren über mehrere Tage und mehrere Stationen ist weder tierschutzgerecht noch kostensparend. Das Vorhaben ist für uns deshalb absolut inakzeptabel“, heißt es dazu in der Petition.

Die Tierschützer äußern Bedenken, ob die Tiere fachgerecht betreut und versorgt werden: „Bei der Aufnahme von Fundtieren kommt es nicht selten zu schwierigen Situationen, wenn die Tiere krank, verletzt, verängstigt und aggressiv aufgegriffen werden oder es sich um Exoten handelt.“

Weiter heißt es: „Durch die Unterbringung der Tiere in Brinkum – weit außerhalb des Landkreises Rotenburgs mit bis zu 70 Kilometern Anfahrt beispielsweise aus der Gemeinde Fintel, wird es für Tierhalter eine große Schwierigkeit, wenn nicht gar für einige unmöglich, ihr entlaufenes Tier zurückzuholen.“

Die Bürgerinitiative berichtet von vereinzelten Problemen, die in den vergangenen Monaten bereits aufgetreten seien und verweist dabei unter anderem auf verschiedene Facebook-Beiträge. Sie wollen deshalb, dass Fundtiere möglichst bald wieder im Tierheim in Mulmshorn versorgt werden – „zu fairen Bedingungen“.

Am BMT selbst würde dies offenbar nicht scheitern. Auf Nachfrage der Rundschau zeigte sich Vorsitzender Karsten Plücker bereits im Juli gesprächsbereit: „Wir wollen niemanden ins Handwerk pfuschen und halten eine regionale Lösung für am besten.“

Dirk Eberle, Samtgemeindebürgermeister in Bothel, macht der Bürgerinitiative zumindest ein bisschen Hoffnung: „Natürlich wären wir gesprächsbereit, wenn der Tierschutzverein sich professionell aufstellt. Es fehlte uns aber bis zuletzt an der nötigen Transparenz. Wir sind dazu verpflichtet, genau nachzuvollziehen, wofür wir Geld ausgeben.“

Eberle erklärt außerdem: „Ich bin weiterhin der Überzeugung, dass unsere neue Fundtierregelung nicht nur wirtschaftlich transparent und nachvollziehbar, sondern insbesondere auch für die Tiere, die Finder und die Besitzer besser und komfortabler ist als die bisherige Lösung.“ In Bothel seien bislang zwei Fundtiere gemeldet worden – in beiden Fällen habe man den Besitzer schnell gefunden.

Auch die übrigen Kommunen zeigen sich mit der aktuellen Fundtierregelung zufrieden – auch in Bezug auf die finanziellen Rahmenbedingungen. Diese sehen vor, dass die Kommunen pauschal pro Jahr 75 Cent je Einwohner an den BMT für die Unterbringung von Fundtieren zahlen. Jeweils zum ersten Januar berechnet der BMT die tatsächlichen Kosten und kann Gelder nachfordern.

„Unsere Erfahrungen sind bisher sehr gut“, sagt Frank Rütter, Ordnungsamtsleiter der Stadt Rotenburg. Die grundsätzliche Übergabe bei der Tierklinik Posthausen sei problemlos. „Die Verweildauer in unserer Obhut befindlicher Tiere war bisher nicht länger als einen halben Tag.“ Seit Beginn der Zusammenarbeit mit dem BMT im Juli dieses Jahres seien 14 Fundtiere gemeldet worden – vier Hunde, acht Katzen, eine Ente und ein Zwergkaninchen. Sieben Tiere sind letztlich nach Brinkum gebracht worden.

Auch Ralf Goebel, Bürgermeister der Stadt Visselhövede, sieht aktuell keinen Handlungsbedarf: „Die Unterbringung der Fundtiere gestaltet sich problemlos. Wir haben uns von einer sehr professionellen Versorgung der Tiere überzeugen können.“ Zwei Fundhunde und eine Katze aus Visselhövede seien nach Brinkum gebracht worden.

Tobias Krüger, Samtgemeindebürgermeister in Fintel, berichtet von fünf Fundkatzen und erklärt: „Es gibt derzeit keinen Anlass zur Kritik bei der Kooperation mit dem BMT.“

Ähnlich klingt die Zwischenbilanz aus Sottrum. Dort sind bislang drei Fundkatzen in der Tierklinik Posthausen versorgt und anschließend nach Brinkum gebracht worden. „Es gab bisher keine negativen Erfahrungen“, teilt Matthias Röhrs, Abteilungsleiter Bürgerservice mit.

Käthe Dittmer-Scheele, Bürgermeisterin der Gemeinde Scheeßel, und alle weiteren Kommunen wollen die Petition trotzdem in den politischen Gremien beraten lassen. Sie loben das Engagement der Bürgerinitiative, bewerten jedoch die Anzahl von mehr als 2.000 Unterschriften zum Teil kritisch: „Lediglich 90 Unterschreibende können eindeutig Rotenburg zugeordnet werden“, so Rütter. Alle anderen hätten „Orte aus der ganzen Welt oder Deutschland“ angeben. „Ich bin überrascht, dass sich so viele Menschen aus dem Bundesgebiet und sogar außerhalb Europas mit der Fundtierunterbringung in der Samtgemeinde Fintel beschäftigen“, sagt auch Krüger.

Dem widerspricht die Bürgerinitiative: „Wir wissen, dass die meisten aus dem Landkreis kommen oder einen persönlichen Bezug dorthin haben. Wir sind mehr als 2.000.“

Autor

Dennis Bartz Dennis Bartz
 04261 / 72 -430
 dennis.bartz@rotenburger-rundschau.de

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Sowohl der Laternenumzug als auch der Martinsmarkt am darauffolgenden Tag lockten die Oytener ins Freie. Fotos: Elke Keppler-Rosenau

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13.11.2017

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12.11.2017

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