Bürgerbus Rotenburg vorerst noch zum Abwarten gezwungen

Drei Personen sind zu wenig

Gebhardt Cordes (von links), Sabine Vahldieck, Erwin Mengel und Rainer Sehling vom Bürgerbus Rotenburg präsentieren das neue Fahrzeug.
 ©Foto: Jens Lou00ebs

Rotenburg (jl). „In den Ortschaften um uns herum mag es möglich sein, dass man nur drei Personen zur selben Zeit befördern kann. Im Stadtverkehr stellt sich dies schwierig dar“, sagt Gebhardt Cordes vom Bürgerbusverein Rotenburg und sieht sich und seine Kollegen in der Zwickmühle. „Wir haben 34 Fahrer, von denen sich 16 bereit sehen, unter den gegebenen Umständen zu fahren. Für einen sinnvollen Regelbetrieb benötigen wir aber 22. Und selbst dann ist mit diesen Einschränkungen der Bürgerbusbetrieb in Rotenburg so nicht möglich“, erklärt Cordes und ergänzt: „Wir würden gerne, aber wir dürfen nicht.“

Cordes und weitere Mitglieder des Vereins stehen jeden Mittwoch und Samstag in der Rotenburger Fußgängerzone, um neue Mitstreiter zu gewinnen und interessierte Passanten darüber aufzuklären, warum der Service des Bürgerbusses in der Kreisstadt noch nicht wieder angelaufen ist. „Der Bus hier ist ganz neu, wir möchten ihn gerne nutzen um unsere Fahrgäste durch Rotenburg zu bringen. Hoffentlich bekommen wir bald die Gelegenheit dazu“, so Cordes.

Bürgermeister Andreas Weber machte im Pressegespräch am Donnerstag Hoffnung und erklärte, dass der Bürgerbus wahrscheinlich ab Oktober wieder fahren werde. „Der Verein plant das, obwohl eine Prognose immer noch schwierig ist“, so Weber.

Um nach dem Ende der Beschränkungen den Regelbetrieb auf zwei Linien anzubieten, benötige der Verein aber mehr aktive Fahrer. „Und Fahrerinnen, wir brauchen definitiv mehr Weiblichkeit in unseren Bussen“, ergänzt Sabine Vahldieck. Angefangen habe man mit einem Verhältnis von 50:50, inzwischen schlage das Pendel jedoch zugunsten der Männer aus. „Wir sind irgendwo bei 70 Prozent Männer in den Bussen“, so Vahldieck. Die Anforderungen an mögliche Fahrer seien nicht besonders hoch. Ein Führerschein Klasse B oder Klasse 3 werde benötigt, den erforderlichen Personenbeförderungsschein zahle der Verein. „Dafür muss sich der neue Fahrer allerdings verpflichten, zumindest im ersten Jahr zwei Schichten pro Monat zu übernehmen.

Das seien dann zweimal vier Stunden in einem Monat, so viel sei nötig, damit sich Kosten und Zeitaufwand für den Verein trügen. Zusätzlich zu den Fahrern würde aber auch Unterstützung im Büro gesucht und passive Mitglieder, die dem Verein finanziell aushelfen. „Der Beitrag für passive Mitglieder liegt derzeit bei 24 Euro im Jahr“, so Cordes. Mit den Beiträgen werde die Instandhaltung der Fahrzeuge sowie der Sprit finanziert.

Die Anschaffung neuer Fahrzeuge finanzierten Land, Landkreis und Stadt gemeinsam. Auch neue Ticketdrucker finanziere der Verein zum Teil aus den Mitgliedsbeiträgen. So seien kürzlich neue Geräte angeschafft worden, mit denen Fahrgäste im Bürgerbus Fahrkarten für den VBN und sogar das Niedersachsenticket erwerben. „HVV Tickets akzeptieren wir zwar auch im Bus, können diese aber nicht verkaufen, da wir an den Weser-Ems-Bus angekoppelt sind“, so Cordes, der sich im Fahrgastverkehr langfristig eine höhere Schlagzahl wünscht, denn nur so lasse sich das Angebot des Bürgerbusses erhalten und den Finanzgebern gegenüber rechtfertigen.

17.09.2020

Sponsorenlauf Ahausen

26.08.2020

Kinder machen Theater

13.07.2020

In Krieg und Frieden

03.07.2020

Kettensäge und Kreativität