Biologische Schutzgemeinschaft schließt Heuernte ab

Die Natur vergisst nicht

Die BSW nutzte die heißen Tage, um ihre Heuernte einzufahren.
 ©Rotenburger Rundschau

Rotenburg (r/db). Die biologische Schutzgemeinschaft Wümmeniederung (BSW) hat die heißen Tage genutzt und ihre Heuernte erfolgreich abgeschlossen. „Die im vergangenen Jahr explodierten Heupreise haben wohl viele Landwirte dazu bewogen, in diesem Jahr auch Flächen zu mähen, die eigentlich nur Pferdeheu liefern“, so Eckart Fründ, bei der BSW für das Heuprojekt zuständig. „Und wenn der Juli nicht nennenswerte Niederschläge bringt, dürfte ihre Rechnung wohl aufgehen. Denn dann müssen die Pferdehalter wieder früh mit der Zufütterung ihres Winterheus beginnen.“

Fast 25 Hektar Wiesenflächen in den Niederungen von Wümme, Rodau und Wiedau mähte die BSW, um dieses wertvolle artenreiche Feuchtgrünland zu erhalten. Dabei kamen mehr als 60 Tonnen Heu zustande, die an Pferdehalter abgegeben wurden. Kaum jemand erhielt die gewünschte Menge und von der Warteliste konnte niemand bedacht werden. „Eigentlich hätte es aus den Erfahrungen früherer Jahre viel mehr sein müssen. Viele Flächen standen im vergangenen halben Jahr mehrfach unter Wasser und das Frühjahr war warm. Aber schon im April und Mai zeigte sich, dass zwar alle wichtigen Kennarten wie zum Beispiel die Sumpfdotterblume, auf den Wiesen blühten, die einzelnen Pflanzen aber eher kümmerlich waren“, berichtet Fründ. Dies lasse sich nur mit der großen Trockenheit des vorangegangen Sommers erklären, die gerade den Pflanzen der Feuchtwiesen sehr zugesetzt habe. „Die Natur hat ein gutes Gedächtnis und wir merken das nun mit 20 bis 30 Prozent Ertragsrückgang.“

Für den Rotenburger Naturschutzverein sei das allerdings nur ein sekundäres Problem. „Der kostenneutrale Erhalt der Flächen steht im Vordergrund, und das sollte uns auch in diesem Jahr wieder gelungen sein“, freut sich Andreas Meyer, der zweite Mann im Projektteam. Dabei spiele der richtige Maschineneinsatz eine große Rolle: „Manche denken, wir mähen noch mit der Hand oder sind ein Oldtimer-Verein. Doch wir orientieren uns an der Landwirtschaft der 1960er Jahre und versuchen nur, ein optimales Verhältnis zwischen Fläche, Maschinengröße und PS-Zahl zu erreichen. Viel wichtiger als eine große Maschine ist eine große Zahl von Mitstreitern.“

Die BSW konnte in diesem Jahr auf zwölf Personen zurückgreifen, die sich unterschiedlich bei der Heuwerbung einbrachten. „Einen Tag mit den offenen oder halboffenen Treckern über die Wiesen zu tuckern und das Gras zu wenden, hat etwas Meditatives, man riecht, sieht und spürt den Sommer förmlich“, erzählt Katrin Fründ, die extra aus dem Studium anreiste, um mit dabei zu sein. „Es ist etwas ganz anderes als ein Urlaubstag am See oder in der Eisdiele.“

Die hohe Qualität des Pferdeheus, das die BSW gewinnt, zeige sich übrigens auch beim festen Abnehmerstamm. So berichten die Pferdehalter, dass die futterbedingten Tierarztkosten gegen Null gehen, seitdem sie dieses Heu füttern. Und das machen einige schon seit mehr als zwei Jahrzehnten, denn das BSW-Projekt zum Erhalt der Feuchtwiesen ist bald 25 Jahre alt. „Es wird nun Zeit, Weichen für die nächsten 25 Jahre zu stellen“, meint der Vorsitzende der BSW Thomas Lauber. „Wir sind für alles offen und suchen zum Beispiel einen Resthof in Wümmenähe.“

• Wer weiterhelfen kann, meldet sich bei Andreas Meyer unter Telefon 04263/3582.

Autor

Dennis Bartz Dennis Bartz
 04261 / 72 -430
 dennis.bartz@rotenburger-rundschau.de

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