BBS verabschiedet Hertz-Kleptow

Leiser Abschied nach 20 Jahren

Wolf Hertz-Kleptow nimmt Abschied u2013 wegen der Corona-Pandemie jedoch ohne große Feier.
 ©Rotenburger Rundschau

Rotenburg (r/db). „Ich bin Schulleiter, aber nicht der Oberguru“ – mit diesen Worten fasst der nun scheidende Schulleiter der BBS Rotenburg, Oberstudiendirektor Wolf Hertz-Kleptow, sein Selbstverständnis zusammen. „Vom Bewusstsein einer besonderen Verantwortung getragen, aber als Teamplayer agierend“, heißt es dazu in einer Pressemitteilung der Schule.

Nach seinen eigenen Aussagen habe dort besonders die Runde der erweiterten Schulleitung, im Kollegiumskreis als „Freitagsrunde“ bekannt, eine große Rolle gespielt, aber auch die Einbindung des Kollegiums in Entscheidungen und das Aufgreifen innovativer Impulse seien ihm immer wichtig gewesen, so Hertz-Kleptow. Nach nun fast 20 Jahren an der Spitze verlässt der gebürtige Verdener mit Ablauf des ersten Halbjahres die BBS Rotenburg in den Ruhestand.

Am 1. August 2001 trat er seinen Dienst in Rotenburg an und hatte gleich eine Menge vor der Brust. So stand zum Beispiel ein großer Umbau an: der Erweiterungsbau der Aula. Und dieser wurde nach Fertigstellung angemessen eingeweiht.

Im November 2003 feierte die Schule ihren 100. Geburtstag und lud dazu in die neue Aula ein. Für den Schulleiter eine große Herausforderung, immerhin trat er dort als Gastgeber für eine illustre Runde auf, zu der unter anderem der damalige Bundeskanzler Gerhard Schröder gehörte.

Aber auch die Europa-Kontakte, die sein Vorgänger Eckbert Angrick initiiert hatte, baute Hertz-Kleptow gemeinsam mit dem Europa-Beauftragten der BBS, Erwin Eggers, und vielen engagierten Kolleginnen und Kollegen entscheidend aus.

Heute hat die Schule 28 Partnerschulen in 13 europäischen Staaten, deren gelebte Kontakte nicht zuletzt dem Engagement des scheidenden Schulleiters zu verdanken sind. Einer seiner Wünsche für die Zukunft der Schule sei es, dass die Europa-Kontakte lebendig bleiben mögen, so Hertz-Kleptow.

Als weiteres Her(t)zens-Projekt kann die Kooperation mit dem Berufsbildungswerk der Rotenburger Werke bezeichnet werden. „Eine Ehe, die nicht geschieden werden kann“: mit diesen vielsagenden Worten beschreibt der zukünftige Ruheständler die enge Kooperation, deren Entstehung und Entwicklung in seine Amtszeit fällt. Das „Tobbi“-Gebäude auf dem Gelände der BBS, in dem junge Menschen mit Beeinträchtigung beschult werden, sei ein sichtbares Zeichen für die gelebte Kooperation. Natürlich habe es auch Tiefpunkte gegeben, aber insgesamt ziehe er eine durchweg positive Bilanz seines beruflichen Lebens und seiner Zeit als Schulleiter an den BBS Rotenburg.

Der Abschied von der Schule nach fast 20 Jahren als Chef wird coronabedingt ein leiser sein. „Die Spuren seines Wirkens werden bleiben“, urteilt das Kollegium. Wolf Hertz-Kleptow verabschiedet sich von ihnen mit guten Wünschen. Vor allem die Freude an der Arbeit möge allen erhalten bleiben, gab der scheidende Chef ihnen mit auf den Weg.

Seinem Leben als Ruheständler sieht der Jubilar nach eigenen Worten gelassen entgegen, langweilig werde es ihm jedenfalls nicht werden, immerhin gebe es reichlich Ehrenämter, die auszufüllen seien. Und natürlich sei da die Familie, die gerade durch ein Enkelkind erweitert wurde. Die kann sich jetzt freuen, Ehemann, Vater und Großvater öfter für sich zu haben. Das Leben an „seiner“ alten Schule will er aus der Ferne weiterhin kritisch-wohlwollend beobachten.

Autor

Dennis Bartz Dennis Bartz
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 dennis.bartz@rotenburger-rundschau.de

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