BBS Rotenburg starten digitales Angebot zur Orientierung - VON GUIDO MENKER

Messe mündet in Plattform

Christine Lotzkat (v.l.), Martina Niebuhr und Martina Hebel freuen sich auf den Start der neuen Plattform. Foto: Menker
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Rotenburg – Deutlich früher und deutlich anders – das gilt für das, was seit vielen Jahren schon als Ausbildungsmesse in den Berufsbildenden Schulen (BBS) Rotenburg bekannt ist. Vorbei sind die Zeiten, in denen sich an zwei Tagen im November jeweils mehr als 1 000 Besucher und Aussteller durch die Räume der BBS drängen – die Pandemie macht zwingend ein Umdenken erforderlich.

Als Berufsmesse startet das neue Projekt bereits im März für den Bereich Handwerk mit einer Präsenzveranstaltung. Im Mai folgt der dann digitale, zweite Teil. Aber damit nicht genug: Mit der hybriden Berufsmesse entsteht eine digitale Plattform im und für den Landkreis Rotenburg, die überregional als ganzjähriges Forum der Ausbildungs- und Berufsorientierung dienen soll.

Ziel ist es, vielfältigste Chancen zur Präsentation der Unternehmens, digitaler Kommunikation und Personalrekrutierung zu bieten. Der digitale Auftritt wird im weiteren Verlauf durch zeitlich begrenzte Präsenzmessen im klassischen Stil flankiert, sodass am Ende eine ganzjährige Ausbildungs- und Berufsbörse in digitaler Form steht. Das berichten Studiendirektorin Christine Lotzkat und Organisationsentwicklerin Martina Hebel zusammen mit BBS-Schulleiterin Martina Nie-buhr in einem Gespräch mit unserer Redaktion.

Corona hatte die BBS bereits im ersten Pandemiejahr zum Umdenken gezwungen. Rein digital ging die Ausbildungsmesse über die Bühne. Wer sie besuchen wollte, musste sich registrieren und konnte sich anschließend umschauen, Vorträge besuchen und mit den Betrieben, die sich eingemietet hatten, Kontakt aufnehmen. Dieses Prinzip bleibt bestehen, wenn im Mai die Plattform öffnet. Aber: „Künftig ist eine Registrierung nicht mehr erforderlich, wir bauen diese Hürde ab“, sagt Niebuhr. Außerdem, ergänzt Lotzkau, wird alles noch viel besser.

Zum jetzigen Zeitpunkt bleiben allerdings noch einige Fragen offen. Wie viele Betriebe am Ende mit von der Partie sind, wird sich frühestens nach der bevorstehenden Informationsveranstaltung herausstellen. Außerdem möchten Lotzkau und Hebel noch Gespräche mit dem Landkreis Rotenburg führen. Denn: Ziel sei es, möglichst viele Angebote und Anlaufstellen auf der Plattform unter einen Hut zu bringen. Die Idee: Von dieser Plattform aus sollen junge Menschen künftig die Möglichkeit haben, direkt mit eben möglichst vielen Anbietern und Anlaufstellen in Kontakt zu treten. Die Sucherei im Internet hätte damit ein Ende.

Dass es vorab im März eine Präsenzveranstaltung unter besonderen Auflagen geben wird, hat einen guten Grund: „Für den Bereich des Handwerks bietet sich das an“, erklärt Christine Lotzkau. Da ist eben vieles greifbar. „Wir haben dafür ein gutes Hygienekonzept“, versichert Martina Niebuhr. Und sollte es die weitere Entwicklung in Sachen Corona nicht erlauben, dieses Angebot am 23. und 24. März zu unterbreiten, „würden wir den Termin noch einmal verschieben“.

Das Interesse der Handwerksinnungen sei sehr groß, heißt es. Die Obermeister hätten sich gegenüber den BBS für diese Veranstaltung ausgesprochen, wollen sich und ihre Betriebe in den Werkstätten der Schule, aber auch im Außenbereich sowie in einer Freilufthalle präsentieren und für interessierte Jugendliche ansprechbar sein. Schließlich ist der Bedarf an Auszubildenden groß.

Die Besucher werden in kleinen, festen Gruppen aus dem Klassenverband in die BBS kommen und eine Art Parcours absolvieren. Die Details stehen noch nicht ganz fest. Fakt ist aber: „Es wird ein Kamera-Team mit Moderatoren dabei sein und alles filmen“, sagt Lotzkau. Das dann aufbereitete Material werde schließlich konserviert und im Mai Teil der Plattform im Internet.

Die Agentur für Arbeit ist erneut stark involviert – als Partnerin und als Mitfinanziererin. „Sie übernehmen 50 Prozent der Kosten“, freut sich das Organisationsteam. „Weitere Förderer sind gerne gesehen“, ergänzt Niebuhr.

Diese Veränderung habe für junge Menschen, die sich nach und nach an das eigene Berufsleben herantasten, einen klaren Vorteil: „Die Berufsmesse ist dann an 365 Tagen im Jahr geöffnet – es besteht also an jedem Tag die Möglichkeit, sich das an Informationen zu besorgen, was gebraucht wird.“

Martina Hebel fügt hinzu: „Corona beschleunigt diesen neuen Weg.“ Auch sie setzt ganz stark darauf, möglichst alle Angebote für Jugendliche auf dem Sprung in die berufliche Ausbildung auf der neuen Plattform zu bündeln. Deshalb sei es so wichtig, den Landkreis selbst eng mit einzubinden, aber auch die BBS in Zeven und Bremervörde mit ihren Möglichkeiten in das Angebots-System einzubauen. Herauskommen könnte dabei am Ende die „Mutter aller Messen“, ist sich das Trio sicher.

Es verstehe sich von selbst, dass parallel dazu sämtliche Kanäle im sozialen Netzwerk genutzt werden sollen, um das Angebot zu befeuern. Doch zunächst gilt es noch, ganz viel zu planen und die noch bestehenden Unsicherheiten zu klären. Das Team weiß dennoch: Es sei unbestritten, dass digitale Formate keinen gleichwertigen Ersatz für reale Face-to-Face Kommunikation bieten werden. Sie seien allerdings eine wichtige und hilfreiche Ergänzung, die insbesondere von der jungen Zielgruppe hervorragend angenommen werde und auch nach der Corona-Pandemie als hybride Events weiter an Bedeutung gewinnen. Das zeigten entsprechende Studien.

„Als Unternehmen, Hochschule, Universität, oder Institution haben Sie die Möglichkeit, die Young Generation in der Berufswahl und der Ausbildungsplatzsuche unterstützen und auf die berufliche Zukunft vorzubereiten. Der Fokus liegt insbesondere auf den circa 2.800 Schülerinnen und Schülern der Abschlussklassen der Jahrgänge neun bis zwölf verschiedener Schulen der umliegenden Region“, heißt es in der Einladung für die Info-Veranstaltung, die sich an die potenziellen Anbieter der Berufsmesse wendet. Es ist so eine Art Startschuss für das neue Projekt.

Am Dienstag und Donnerstag kommender Woche geht’s jeweils um 16 Uhr los. Den Link hält die Schule für Anfragen bereit. Interessenten wenden sich per Mail an Martina Hebel unter der Adresse martina.hebel@lk-row.de.

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