Andy Johnson kehrt nach dem Sommermärchen 2006 in die Kreisstadt zurück - VON HEINZ GOLDSTEIN

„Rotenburg ist wunderbar“

Heinz Gehnke (l.) und Andy Johnson beim Treffen an Pfingsten mit den T&T-Fan-Shirts von 2006. Foto: Goldstein
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Rotenburg – Es war einmal ein Mann aus der Karibik namens Andy Johnson aus Trinidad und Tobago. Der heute 54-Jährige hatte während der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland einige Zeit in Rotenburg verbracht. „Es war wie im Märchen“, sagt er. 16 Jahre später gibt es eine Fortsetzung der Geschichte. Gemeinsam mit seiner Lebensgefährtin Salena aus Jamaika war er zu Pfingsten nach Deutschland zum 70. Geburtstag des ehemaligen Leiters des Info-Büros der Kreisstadt, Heinz Gehnke, gereist. „Wir haben in den vergangenen Jahren regen Kontakt über ,WhatsApp’ und E-Mail gehalten und unsere Freundschaft gepflegt“, erzählt Johnson. Gerne erinnert er sich an den ersten Besuch in Deutschland im Sommer 2006.

„Ich hatte mit 15 Jahren meinen Geburtsort Port of Spain in Trinidad verlassen, um mit meiner Mutter beim in New Jersey lebenden Vater zu wohnen und dort die Highschool zu besuchen. Aber mein Herz ist in Trinidad geblieben. Auch das College habe ich in den USA erfolgreich besucht und anschließend in der Dienstleistungsbranche gearbeitet“, erinnert sich Johnson. Er habe die Qualifikation zur WM 2006 im US-TV verfolgt. „Als feststand, dass wir in Deutschland mit einem Team dabei sein werden, wuchs in mir der Wunsch, persönlich dabei zu sein und gleichzeitig etwas für die Besucher der WM an Aktivitäten im Gastgeberland zu organisieren“. So habe er alle Hebel in Bewegung gesetzt, um seine Idee zu verwirklichen.

Allein die Kosten für Reise und Aufenthalt habe er damals noch nicht aufbringen können. So habe er Sponsoren gesucht und gefunden, die sich mit seiner Idee anfreundeten. Johnson reiste also nach Deutschland, um den angereisten Fans aus Trinidad und Tobago die Zeit zwischen den Spielen unterhaltsam zu gestalten. Er habe Kontakte nach Düsseldorf, Dortmund und Rotenburg geknüpft. Als feststand, dass das Hotel Wachtelhof in der Kreisstadt als Domizil des Teams in Deutschland dienen sollte, habe er sofort Kontakt mit dem Rotenburger Rathaus aufgenommen, um ein Treffen mit deren Vertretern zu vereinbaren, damit er seine Ideen für Aktivitäten in der Kreisstadt vorstellen kann. „Bereits beim ersten Treffen mit Bürgermeister Detlef Eichinger habe ich die Begeisterung und den Enthusiasmus, der in der Stadt herrschte, gespürt.“ So viel „Spirit“ habe er noch in keiner anderen gastgebenden Stadt erlebt.

Schnell sei klar gewesen, dass die Idee von einem Freundschaftsspiel zwischen ehemaligen Fußballstars aus England und T&T und einer Rotenburger Mannschaft stattfinden soll. Im Eiltempo nahm die Idee Formen an und bald stand fest, dass die All-Stars gegen die 1. Herren der SG Unterstedt spielen werden. „An dem Tag herrschte Volksfeststimmung“, erinnert Johnson sich gerne. Die T&T-Fans reisten aus ganz Deutschland an, um als Zuschauer dabei zu sein. „Es war ein unvergesslicher Tag für alle, die dabei waren. Das alles wäre aber ohne die Hilfe der Stadt Rotenburg nicht möglich gewesen“, sagt er und fügt hinzu: „Ich habe volle Unterstützung durch Heinz Gehnke erhalten. Er stand mir in allen Angelegenheiten immer helfend zur Seite.“ Daraus sei eine wunderbare Freundschaft entstanden, die über all die Jahre gehalten hat.

Obwohl Andy sich selbstständig machte und eine Firma gründete und seit Langem in Florida lebt, bestand weiterhin reger Online-Kontakt. „Als mich vor Wochen die Einladung zu Heinz Gehnkes Geburtstag erreicht hatte, habe ich meinen geplanten Urlaub in Ägypten etwas nach hinten geschoben und ein paar Tage in Europa am Anfang drauf geschlagen. So flogen wir auf Wunsch von Salena erst kurz nach Prag und dann am Freitag vor Pfingsten nach Hamburg und weiter mit dem Zug nach Rotenburg. Sicherlich der Höhepunkt meiner Reise!“ Die Jamaikanerin Salena lebt seit acht Jahren mit Andy zusammen. „Wir haben uns beide über die Einladung sehr geehrt gefühlt“, sagt sie. Der Mann aus der Karibik zieht sein Fazit der Reise: „Rotenburg ist wunderbar. Wir sind beide glücklich, die Reise hierhin gemacht zu haben. Wir kommen wieder.“

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