Airbus spendet „Glückspfennig“ an das Hospiz Zum Guten Hirten

Für gemütliche Stunden

Folke Dittmer (von links), Sandra Sabrina Groß, Sandra Köbe, Matthias Richter und Johannes Stephens besichtigen die Baustelle.
 ©Foto: Melissa Lienhop

Rotenburg. Im Rohbau am Therkornsberg 6 haben sich Airbus- und Hospiz-Vertreter getroffen. Eine Spendenübergabe im eigentlichen Sinne war es nicht – kein Scheck, kein Händeschütteln. Dennoch wollten es sich Sandra Köbe, Leiterin des Hospizes, Geschäftsführer Johannes Stephens und Pastor Matthias Richter, der den Vorsitz des Diakonissen-Mutterhauses innehat, nicht nehmen lassen, sich persönlich für die Spende von 4.000 Euro zu bedanken. „Großartig, dass Airbus uns trotz der schwierigen Zeiten unterstützt“, findet Richter.

Sandra Sabine Groß, seit zwei Jahren verantwortlich für den Spendenfonds der norddeutschen Airbus-Standorte, freut sich, dass wieder einmal ein passendes Projekt für die Glückspfennig-Aktion gefunden wurde. Vor mehr als 20 Jahren hat Airbus diese Aktion ins Leben gerufen, bei der die Mitarbeiter des Unternehmens die Centbeträge ihrer Löhne in den Fonds abtreten. „Wir sehen es als unsere soziale Verantwortung, Einrichtungen wie das Hospiz zu fördern“, so Groß.

Den Mitarbeitern steht es frei, die Spende zu tätigen. Viele von ihnen runden den Betrag sogar regelmäßig auf. Die monatlich gesammelte Summe wird jeweils vom Unternehmen verdoppelt. Zweimal im Jahr tagt das Spendenkomitee, dem die Koordinatorin verschiedene Projekte vorstellt, und entscheidet, wo die Fördergelder zum Einsatz kommen. Die Mitarbeiter werden regelmäßig über die Ergebnisse informiert. 2020 wurden 67 Projekte deutschlandweit unterstützt, 215.000 Euro sind geflossen.

Die Übergabe im Hospiz war die letzte im vergangenen Jahr. „Es ist immer schön, die Glücksbotschafterin sein zu dürfen“, freut sich die Ideenmanagerin. Vorschläge für förderungsfähige Projekte kommen fast von allein, mal über die Medien, mal durch Anfragen, oft auch über Kollegen. So auch dieses Mal.

Der Rotenburger Folke Dittmer ist General Service Manager bei Airbus in Bremen. Er hat die Kollegin auf das Hospiz aufmerksam gemacht und damit die Ausstattung des zukünftigen Wohnzimmers der Einrichtung erwirkt – ein großer heller Raum mit Fensterfront ins Grüne, in dem gekocht und gelebt werden soll. Johannes Stephens träumt bereits von WM-Fernsehabenden und gemütlichem Beisammensein.

Der Bau läuft nach Plan. Neun Gästezimmer werden eingerichtet, „aber das ist keine Standardausstattung wie im Krankenhaus“, betont Richter. Diese Einrichtung brauche auch Besonderheiten wie beispielsweise eine gemütliche Badewanne mit Musikanlage nebenan, um kleine Alltagswünsche zu erfüllen.

Auch Hospizleiterin Köbe freut sich auf ein WG-ähnliches Leben in einer vielfältigen Gemeinschaft. Sie hat im Rotenburger Krankenhaus ihre Ausbildung zur Krankenschwester gemacht. Über ihre Arbeit im Projekt berichtet sie mit leuchtenden Augen: „Es fühlt sich an wie nach Hause kommen.“

Zurzeit laufen viele Bewerbungsgespräche, Pflegefachpersonal wird noch immer dringend gesucht. Auch einige Ehrenamtliche haben sich schon gemeldet, „aber davon kann man nie genug haben“, betont Stephens. Vor allem für die Küche werde noch Unterstützung gesucht.

Insgesamt werden im Hospiz „Zum Guten Hirten“ etwa 25 Angestellte und 20 Ehrenamtliche beschäftigt sein. Das Konzept sehe hauptsächlich Teilzeitkräfte vor, damit Zeit für einen Ausgleich bleibe, erklärt Köbe, „denn Palliativarbeit ist nicht ohne“. Das sagt schon das Motto der Einrichtung „Sterben ist Herzenssache“.

Auch finanzielle Hilfe ist weiterhin nötig. Bisher seien 155.000 Euro an Spenden eingegangen, Zusagen für weitere 250.000 Euro lägen vor, doch etwa weitere 100.000 Euro seien nötig für die Fertigstellung des Hauses. 95 Prozent der Kosten für die Hospizplätze übernehmen Kranken- und Pflegekassen, für die restlichen fünf Prozent sind die Träger auf Spenden angewiesen, ansonsten müssen das Diakonissen-Mutterhaus und die Rotenburger Werke selbst für den Betrag von rund 150.000 Euro jährlich aufkommen. Doch das Team zeigt sich zuversichtlich. „Die Angelegenheit betrifft uns alle, denn sterben muss jeder“, so Richter. Durch die Corona-Pandemie sei das Thema Tod und Sterben noch mehr im Fokus, ergänzt Stephens.

Er bedankt sich für die bisherigen Spenden, wovon auch viele von Privatpersonen gekommen seien – jedoch häufig ohne Kontaktangaben. Der Geschäftsführer bittet daher die Unterstützer, ihre Daten nachzureichen, damit Spendenquittungen ausgestellt werden können.

• Die Kontaktdaten des Teams sind auf der Internetseite www.hospiz-zum-guten-hirten.de zu finden.

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