28-jähriger Landessieger aus Rotenburg überzeugt auch beim Bundesentscheid

Jan Rache ist „Wald-Meister“

Jan Rache bei seiner Lieblingsarbeit: Baumfällen. Höchste Konzentration ist dabei gefragt.
 ©Dennis Bartz

Rotenburg (db). Jan Rache hatte sich in einem anderen Ausbildungsberuf versucht – aber Metallverarbeitung lag ihm nicht. Also folgte er seiner Leidenschaft für die Natur und gehört nun zu den besten Nachwuchs-Forstwirten Deutschlands.

Der 28-Jährige hat beim Bundesentscheid des Berufswettbewerbes der deutschen Landjugend den neunten Platz unter insgesamt 2.500 Teilnehmern im Forstbereich belegt.

In Kürze endet seine dreijährige Ausbildung zum Forstwirt – um seine Zukunft macht sich Rache keine Sorgen: „Die großartige Platzierung erhöht sicher meine Chancen, übernommen zu werden.“ Als Landessieger für Niedersachsen angetreten, wusste Rache auch auf Bundesebene zu überzeugen.

Er sah sich starker Konkurrenz gegenüber: „Das Leistungsniveau beim Bundesentscheid war enorm. Viel beeindruckender waren aber der Zusammenhalt und das Miteinander bei diesem Wettbewerb“, lobt Kathrin Funk, Vorsitzende des Bundes der Deutschen Landjugend (BDL) in einer Pressemitteilung.

Rache lernt als einer von insgesamt sechs Auszubildenden im Forstamt Rotenburg den Beruf des Forstwirts. Beim Wettkampf in Rendsburg bewies er sein Können in Theorie und Praxis.

Er punktete, wenn er die Gefahren bei der Holzernte von starken Buchen aufzählen musste und wusste, welches das nördlichste Land im Baltikum ist. Im Finale des 32. Berufswettbewerbs musste er außerdem zeigen, was er beim Fällen und Ent-asten drauf hat.

Rache pflanzte Sträucher in Linie und baute einen Fledermauskasten. Für den Rotenburger, dessen persönliches Interesse für die Forstwirtschaft auf seine Liebe zur Natur und seine Begeisterung für Forstmaschinen zurückgeht, hat sich die Teilnahme gelohnt, selbst wenn es nicht für den Titel gereicht hat: „Der Berufswettbewerb ist eine gute Gelegenheit zu üben und sich auf die Prüfungssituation vorzubereiten“, sagt der junge Mann, der seinen Traumjob auch in Zukunft ausüben möchte.

Und das am liebsten irgendwann auch wieder in Rotenburg: „Bis dahin werde ich sicher anderswo Erfahrungen sammeln – Bergregionen reizen mich sehr“, stellt Rache fest. Er sei bereit für etwas Neues.

So angenehm der Alltag eines Fortswirts für Außenstehende klingen mag, so ist es vor allem eines: ein anspruchsvoller Beruf, der viel abverlangt und einige Gefahren birgt. Rache kommt oft ins Schwitzen. Zum Beispiel dann, wenn er mit seiner Motorsäge Bäume fällt und entastet: „Das macht einen erheblichen Teil meiner Arbeit aus.“

Volle Konzentration ist gefragt, wenn er die Kerbe sägt, die die Fallrichtung bestimmt. Ein Fehler könnte für ihn und seine Kollegen gefährlich sein. Und noch etwas lauert auf Rache, im Unterholz und in Büschen, besonders in diesen Wochen: Zecken. „Das ist ein großes Problem. Pro Jahr werde ich bis zu 150 Mal gebissen. Die Angst vor Meningitis hat man da immer im Kopf.“

Der Berufswettbewerb wurde erstmals 1953 veranstaltet. Er wird vom Ministerium für Ernährung und Landwirtschaft und der Landwirtschaftlichen Rentenbank gefördert. Mehr zum Bundesentscheid des Berufswettbewerbes 2015 gibt es unter .

Autor

Dennis Bartz Dennis Bartz
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 dennis.bartz@rotenburger-rundschau.de

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