18 Unternehmen zu Gast beim Berufswegparcours am Ratsgymnasium

Ein bunter Orientierungszirkel

Alexander Mähler vom Dachdeckerverband lässt die Schüler ihr handwerkliches Geschick testen. Sie bauen bei ihm kleine Blumenkästen. Fotos: Wuttke
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VON VINCENT WUTTKE

Rotenburg – André Artinger hatte viel zu tun. Der Politiklehrer des Ratsgymnasiums Rotenburg kümmerte sich um die Vertreter der Unternehmen, die beim gestrigen Berufswegparcours in der Aula der Schule zu Gast waren, um den Schülern eine Orientierung für die Zeit nach dem Abitur zu bieten. Immer wieder gab der Pädagoge die W-Lan-Passwörter heraus raus, kümmerte sich um die Versorgung der vielen Vortragenden mit Getränken und schaute auch sonst, dass alles läuft.

In der Aula war richtig Betrieb. Die 180 Schüler aus dem 12. und 13. Jahrgang hatten dabei eine bunte Tüte zur Auswahl. „Zum Glück hat es dieses Mal geklappt. Zwei mal mussten wir schon absagen aufgrund von Corona – und auch Praktika waren für die Schüler in den vergangenen beiden Jahren untersagt“, erklärte Artinger. Die Jugendlichen hatten also zuletzt kaum die Chance, sich bei Firmen zu erkundigen. Das wurde nun aber nachgeholt. So waren regionale Unternehmen wie Oetjen Logistik, die Elsdorfer Molkerei, JBS Scheeßel und das Agaplesion Diakonieklinikum vertreten.

Aber auch große Arbeitgeber wie die Polizei, der Zoll, die Bundeswehr gaben an ihren Ständen Informationen. Insgesamt waren 17 Unternehmen an der Gerberstraße dabei. Zudem schaltete sich der Experiment e.V. über eine Videokonferenz dazu. „Garten Grewe und Höhns Bau haben leider kurzfristig abgesagt. Aber wir haben auch so eine große Auswahl“, sagte Artinger.

Die Ratsgymnasiasten mussten sich allesamt bei der Berufsweg App anmelden und sich dort ein Bewerberprofil erstellen. Danach haben sie mögliche Berufe vorgeschlagen bekommen. In der Folge bekamen sie neun Termine bei den Ständen zufällig zugelost. Je 20 Minuten lang hörten sich die Schüler dann die Vorträge an. Das zehnte Gespräch durften sich die Jugendlichen dann frei aussuchen. „Ganz wichtig ist auch, dass die Schüler sich auch nach diesem Tag über die App mit den Unternehmen direkt in Verbindung setzen können“, erklärte Susanne Schmieta-Rautmann von Up Consulting. Sie organisierte den genauen Ablauf mit ihrer Kollegin Kathrin Bertram und verkündete immer über ein Mikrofon die anstehenden Wechsel der Gruppen.

Dabei war es für die Schüler alles andere als ein langweiliger Vormittag mit eintönigen Vorträgen. Bei Alexander Mähler vom Dachdeckerverband bauten die Schüler zum Beispiel einen kleinen Blumenkasten.

Dafür mussten sie mit Bohrmaschine, Hammer und Nägeln umgehen. „Das zieht auf jeden Fall auch echt gut. Ich weiß auch ehrlich gesagt sonst irgendwann gar nicht mehr, was ich sagen soll. Beim Handwerk kann man sich ja gut vorstellen, was man später einmal macht“, erzählte Mähle. Das Team von der Commerzbank veranstaltete ein Quiz und hielt die Schüler so bei Laune. Der Zoll simulierte die Einreise am Bremer Flughafen mit anmeldepflichtigen Produkten und die Schüler bekamen eine Übersicht, wie teuer die einzelnen Gegenstände beim Zoll sind. Und beim Stand von den Atlantic Hotels gab es die Aufgabe, dass der Tisch passend zum vorgegebenen Menü gedeckt werden muss. Bei vielen Unternehmen gab es weitere Aktionen. „Der Tag ist für die Schüler wie ein Zirkeltraining im Sport mit ganz vielen verschiedenen Stationen“, beschrieb Schmieta-Rautmann den Ablauf.

Sie hob noch einmal den Vorteil dieser Veranstaltung gegenüber großen Berufsmessen wie dem Vocatium in Bremen hervor: „Wir holen die Schüler in ihrer gewohnten Umgebung ab. An ihrer Schule fühlen sie sich sicherer und haben auch noch gezielter die Möglichkeit, ihre Fragen loszuwerden.“ Auch Artinger war mit dem Ablauf sichtlich zufrieden. „Es sollte wirklich für jeden etwas dabei sein“, fand er.

Für einige Vertreter der Unternehmen war es eine Rückkehr an die alte Schule. Niklas Kampa war bis vor wenigen Jahren noch Ratsgymnasiast. Er ist nun bei JBS Scheeßel angestellt und stellte das Unternehmen gemeinsam mit Nils Bassen vor.

„Wir wurden gefragt. Und da es meine alte Schule ist, hatte ich auf jeden Fall Lust.“ André Artinger erkannte seinen ehemaligen Schüler natürlich sofort.

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