Regelbetrieb im Zevener Impfzentrum läuft am Montag an - Von Nina Baucke

Start auf drei Straßen

Im Impfzentrum soll es nach Testläufen mit den Rettungsdienstmitarbeitern am Montag richtig losgehen. Auch die Terminvergabe läuft bereits. Foto: Nina Baucke
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Landkreis Rotenburg. Mitte Dezember stand die Infrastruktur, in den vergangenen Wochen folgten mehrere Testläufe mit Mitarbeitern der Rettungsdienste, um noch einmal an den Stellschrauben zu drehen – und am kommenden Montag startet das Impfzentrum in Zeven dann in den Regelbetrieb: Insgesamt 276 Bürger des Landkreises werden allein an dem Tag ihre Erstimpfung gegen Covid-19 erhalten. Dafür nutzt das Team der Einrichtung drei der vier installierten Impfstraßen.

Ende dieser Woche traf eine neue Impfstofflieferung ein, ingesamt 7.500 Dosen für einen ersten Durchgang, 6.000 für einen zweiten, in beiden Fällen dreht es sich dabei um das Vakzin von Biontech. Dazu kommen rund 6.400 Impfdosen für Personen unter 65 Jahren von Astra Zeneca, die für Mitarbeiter des Diako in Rotenburg und in der ambulanten Pflege gedacht sind. Zugleich sind seit Donnerstag auch wieder fünf mobile Impfteams unterwegs.

„Das Landesministerium plant, bis Ostern allen Menschen der Kategorie Eins, also über 80 Jahren, ein Impfangebot zu machen. Das geht allerdings nur, wenn wir mit weiterem Impfstoff rechnen können“, so Landrat Hermann Luttmann bei einem Pressegespräch. Nach wie vor läuft die Terminvergabe ausschließlich über die Impfhotline des Landes telefonisch unter 0800/9988665 und über das Impfportal unter www.impfportal-niedersachsen.de. Rund 3.400 Termine standen zur Vergabe bereit, bereits zu Beginn der vergangenen Woche waren rund 500 davon vergeben, „davon die meisten über das Onlineportal“, so Knoblauch. Luttmann bat zudem bei der Vergabe um Geduld: „Wenn Sie keinen Termin mehr erhalten, lassen Sie sich bitte beim Land auf die Warteliste setzen.“

In der Diskussion ist auch ein dezentrales Impfsystem: „Einige Gemeinden haben aufgrund der großen Entfernungen im Landkreis nachgefragt“, so Luttmann. Kreisübergreifendes Impfen, dass beispielsweise ein Kettenburger ins viel dichtere Bad Fallingbostel fahren kann, anstatt nach Zeven, ist bislang nicht erlaubt. „Daher sollten wir vor Ort Lösungen finden, um auch das Impfzentrum in Zeven zu entlasten“, so Luttmann. Für die, die nach Zeven müssen, ist ab Montag zwischen 7.30 und 17.30 Uhr ein halbstündlicher Shuttleservice vom Zevener Busbahnhof zum Impfzentrum eingerichtet. Zudem haben die für die Busverkehre zuständigen Unternehmen vereinbart, dass die zu Impfenden mit maximal einer Begleitperson die Linienbusse kostenlos nutzen können, das Terminschreiben dient als Fahrschein. Für Anrufsammeltaxis und Bürgerbusse gilt dieses Angebot nicht.

Die Corona-Freiwilligenbörse des Landkreises sucht derweil Impfpaten, die ältere Menschen bei der Organisation ihres Impftermines unterstützen sollen. Vorranging soll es sich dabei um die Menschen drehen, die über 80 Jahre alt sind, alleine leben und keine Verwandten sowie andere Bezugspersonen vor Ort haben, die sie dabei unterstützen können. „Wir sind dankbar, dass sich bereits 40 Impfpaten gefunden haben“, freut sich Luttmann.

Durch eine Identitätsprüfung der beteiligten Helfer will der Landkreis sicherstellen, dass Personen mit kriminellen Absichten keinen Zugang zu den Menschen bekommen. „Wir weisen ausdrücklich darauf hin, dass wir nicht unangemeldet anrufen und die älteren Menschen sich zunächst von sich aus an uns wenden müssen“, so Sandra Pragmann von der Koordinierungsstelle und appelliert: „Die Sicherheit aller Beteiligten hat oberste Priorität. Bitte geben Sie niemals Ihre Kontodaten oder gar Geldbeträge an Dritte. Unser Angebot ist kostenlos.“ Impfpaten können sich telefonisch unter 04261/9832859, per E-Mail an ehrenamt@lk-row.de sowie über das Online-Formular unter www.lk-row.de/coronafreiwilligenboerse melden. „Wir bitten die Bürger allerdings, so weit es geht, Hilfe von Familie, Freunden und Nachbarn anzunehmen“, so Luttmann.

Auch der Feinschliff am Impfzentrum geht weiter. „Wir schottern noch eine Straße zum Eingang hoch“, erklärt Chris Knoblauch, Leiter des Krisenstabes. Auch das Wartezelt des Katastrophenschutzes wird durch ein größeres „Schützenfestzelt“ mit festem Boden ersetzt. Bislang haben seit Impfbeginn im gesamten Landkreis 3.476 Personen ihre Erstimpfung bekommen, rund 66 Prozent davon sind Bewohnerinnen und Bewohner in Alten- und Pflegeheimen. 2.290 Personen erhielten bereits ihre Zweitimpfung.

Bei den verlängerten Lockdownbestimmungen fordert Luttmann strenger regional zu differenzieren. „Ich bin nach wie vor ein Freund davon, Maßnahmen dort zu ergreifen, wo sie auch notwendig sind.“ Ziel sei es erst einmal, Kindertagessstätten und Schulen wieder in einen „vernünftigen Betrieb zu bekommen“, so der Landrat. „Vielleicht sollte man mehr Geld für Tests ausgeben, anstatt für Unternehmen, die sowieso nicht mehr zu retten sind.“

Auf Seite 8 beantwortet die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) Leserfragen zum Thema Impfung.

Autor

Nina Baucke Nina Baucke
 04261 / 72 -433
 nina.baucke@rotenburger-rundschau.de

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