Waldorfschule: Achtklässler führten „Herr der Diebe“ auf - Von Elke Keppler-Rosenau

Trubel in Venedig

Die Diebesbande sah sich immer wieder großen Gefahren ausgesetzt. Foto: Elke Keppler-Rosenau
 ©Rotenburger Rundschau

Ottersberg. Die Theaterspiele der Waldorfschüler in Ottersberg sind immer für eine Überraschung gut. So auch am Mittwoch und Donnerstag, als vor begeisterten Zuschauern der „Herr der Diebe“ auf die Bühne gebracht wurde.

Als Vorlage diente der überaus erfolgreiche Jugendroman von Cornelia Funke, der bereits verfilmt wurde, als Hörbuch erschien und in verschiedenen Bühnenaufführungen dargebracht wurde.
Unter der Regie von Clive Ford liefen die Achtklässler zur Hochform auf und zeigten schauspielerisches Talent, das eigentlich mehr als nur zwei öffentliche Aufführungen verdient hatte.

In wechselnder, manchmal auch doppelter Besetzung und witziger Kostümierung zeigten die Schüler beeindruckende Spielfreude. Als Erstes fiel eine mächtige Drehbühne ins Auge, die absolut professionell funktionierte und sogar mit echten Türen ausgestattet war. Väter der Schüler hatten handwerklich und gestalterisch ganze Arbeit geleistet und es dem Ensemble so ermöglicht, ohne Vorhänge auszukommen.
Der Inhalt des Stückes drehte sich überwiegend um die beiden Brüder Bo und Prosper, die nach dem Tod ihrer alleinerziehenden Mutter nach Venedig flüchten, um ihrer Tante und deren Mann zu entkommen. Die Brüder sollten getrennt werden. Bo sollte bei den Verwandten bleiben und Prosper ins Internat gesteckt werden. Auf sie wurde sogar ein Detektiv angesetzt, um sie zurückzubringen. Aber die beiden Brüder waren clever. Sie schlossen sich einer kleinen Bande junger Diebe an, die in einem alten Kino lebte, was Dank der drehbaren Kulisse sehr gut dargestellt wurde.

Angeführt wurde die Gang von einem Jugendlichen, der sich „Herr der Diebe“ nannte, Scip hieß und Sohn eines reichen Venezianers war. Er stahl alles, was er bekommen konnte und Bo und Prosper befanden sich plötzlich in einer Welt voller Abenteuer. Eine Welt, die spannender nicht hätte sein können, auch wenn sie sich in einem illegalen Umfeld bewegte. Sogar vor Klau-Aufträgen wurde nicht halt gemacht, was wiederum den Detektiv auf den Plan rief, der Scip als Sohn des Dottore Massimo erkennt. Scip, von allen anerkannt und bewundert, wird aber enttarnt, dass er seine Beutezüge überwiegend im Hause seiner Eltern vorgenommen hat, was sein Ansehen natürlich schmälert.

Wie bei Cornelia Funke üblich, reihten sich die Ereignisse wie Perlen auf einer Schnur, was das Schauspieler-Ensemble wunderbar umsetzte. Ein richtiges Happy-End gab es nicht, denn nicht alle der Bande fanden den Weg in ein bürgerliches Leben.

16.10.2020

Kinder und Kartoffeln

17.09.2020

Sponsorenlauf Ahausen

26.08.2020

Kinder machen Theater

13.07.2020

In Krieg und Frieden