Neues Buchstabieralphabet: „Samuel“ und „Nathan“ kehren zurück

„Nathan“ und „Samuel“ kehren zurück: Ab Herbst 2021 gibt es ein neues Buchstabieralphabet.
 ©Christoph Soeder/dpa

2022 soll ein neues Buchstabieralphabet eingeführt werden. Bis es so weit ist kehren im Herbst 2021 von Nazis gestrichene Namen wie Samuel oder Nathan zurück.

Berlin – Das Deutsche Institut für Normung (DIN) erstellt aktuell ein neues Buchstabenalphabet. „A“ wie Anton – so manches Missverständnis konnte durch die Buchstabentafel aus der Welt geschaffen werden. Doch damit ist bald Schluss: Zukünftig sollen für die richtige Schreibweise Städte- statt von Vornamen herhalten. Durch diese Umstellung würde man eine kulturelle Vielfalt herstellen, die mit Namen nicht zu erreichen sei, gab DIN-Sprecher Julian Pinning gegenüber der dpa Preis. Wird das korrekte Buchstabieren nun genauso zum harten Job wie für Fluglotsen, die, wenn sie „Bravo“ sagen, nicht automatisch etwas toll finden*. Für viele könnte das Städte-Alphabet jedenfalls ähnlich kompliziert werden wie das Nato-Alphabet.

Bis es 2022 dann so weit ist und die neue Buchstabiertafel das Tageslicht erblickt, müssen sich Buchstaben-Fans aber bereits im Herbst dieses Jahres auf eine Änderung ihres vertrauten Alphabets machen. Seit 1996 wurde das Buchstabenalphabet nicht mehr angepasst, mit der Aktualisierungen möchte das Deutsche Institut für Normierung nun ein Zeichen gegen Antisemitismus setzen.

1934 strichen Nazis Namen, die nach ihrer Auffassung „jüdisch“ waren. Auch wenn manche Namen bei der letzten Anpassung 1996 wieder aufgenommen wurden: Manche Namen wie Nathan oder David sind bis heute nicht mehr im Alphabet aufgetaucht. Diese sollen bis das Städte-Alphabet 2022 eingeführt wird, auf Buchstabiertafeln wieder enthalten sein. Fraglich, ob bis zur Einführung des Städte-Alphabets auch beliebte Namen aus dem Jahr 2020 wie Corona oder Amazon zu finden sein werden. Klar ist jedenfalls: Mit der aktuellen Überarbeitung setzt das Deutsche Institut für Normierung ein wichtiges Zeichen gegen Antisemitismus. *nordbuzz.de, 24hamburg.de und kreiszeitung.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

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