Landwirte der Region leisten unbürokratische Futterhilfe - Von Karolina Haselmeyer

Treckertross nach Fischbeck

Bevor sich der Tross von Höperhöfen aus auf den Weg Richtung Fischbeck machte, kamen Helfer und Sponsoren, um für die lange Fahrt viel Spaß u2013 und vor allem viel Glück u2013 zu wünschen Foto: Haselmeyer
 ©Rotenburger Rundschau

Die Marschverpflegung ist eingepackt und die Ladung verstaut: Der Treck kann losrollen. Mit 17 Treckern und Ballentransportern sowie einem voll beladenen Lkw haben sich Landwirte aus der Region auf den Weg quer durch die Republik gemacht. Ihr Ziel: Fischbeck. Ihre Mission: Heu an die Bauern zu verteilen, deren Land bei der Hochwasserkatastrophe im Frühjahr Schaden genommen hat.

Bevor die Tour losgeht, muss Cord Meyer aus Höperhöfen, Initiator der Aktion, erst die Anwesenheitsliste überprüfen und Startnummern verteilen. „Die langsamen Trecker fahren vorne, die schnellen hinten. Ihr müsst darauf achten, dass ihr die Reihenfolge einhaltet“, teilt er den Teilnehmern mit, die sich mit heißem Kaffee, Tee und Engery Drinks auf die lange Fahrt vorbereiten. Meyer zur Seite stand bei der Organisation Tierarzt Falk Mühe aus Ottersberg. Meyers Frau Dorina kommt, ebenso wie Mühe, aus der Region um Fischbeck. „Wir sind mit Landwirten dort ins Gespräch gekommen und viele haben uns erzählt, dass das Wasser, das wochenlang auf den Weiden stand, diese so stark in Mitleidenschaft gezogen hat, dass teilweise sogar die Grasnabe abgestorben ist“, sagt der Höperhöfener. Futter für die Tiere – das heißt Heu, Stroh und Silage – konnten nur die wenigsten ausreichend herstellen. „Einige Landwirte haben 80 Prozent ihrer Futtermittelernte verloren und viele müssen jetzt ihr Vieh verkaufen, weil sie es nicht füttern können und die versprochene Fluthilfe auf sich warten lässt. Außerdem“, so Meyer weiter, „sollen die geschädigten Landwirte nur für 50 bis 60 Prozent der verlorenen Flächen einen Ausgleich erhalten.“ Weil Meyer wusste, dass die Heuernte im Landkreis Rotenburg gut war, beschloss er, den betroffenen Landwirten in den Hochwassergebieten zu helfen – einfach, praktisch und vor allem unbürokratisch. Seine Idee stieß bei den Bauern der Region auf große Zustimmung und am Ende fand sich eine Gruppe von 18 Fahrzeugen ein, die gemeinsam in Richtung Osten aufbrach sowie ein weiterer Lkw, der bereits einen Tag zuvor gefahren ist. „Ich bin der Landwirtschaft verbunden und weil es eine gute Sache ist, habe ich einen Trecker sowie einen Tieflader organisiert und 40 kleine Siloballen gespendet“, sagt Mitfahrer Udo Klenke aus Sottrum und fügt hinzu, dass die Landwirtschaft die Futterkammer der Nation sei und alles, was fehle, importiert werden müsse. Rund acht Stunden wird der Treckertross für die rund 300 Kilometer von Höperhöfen nach Fischbeck brauchen. Die Tour führt über Rotenburg nach Soltau, Uelzen, Salzwedel, Gardelegen und Stendal. Dreimal wird unterwegs Halt gemacht: Die Frühstückspause – um die Lunchpakete kümmerte sich die Tierarztpraxis von Mühe – steht in Soltau bei Hoyer an, die weiteren hinter Uelzen und bei Hoyer in Winterfeld. „Der Verkehrsfunk im Radio wird auf uns hinweisen, damit die Autofahrer Bescheid wissen“, erklärt Meyer seinen Mitfahrern. Eine Nacht bleiben die Landwirte in Fischbeck und nach einem gemeinsamen Frühstück machen sie sich wieder auf den Weg in Richtung Heimat. Damit die Futterspender nicht auch noch die Spritkosten tragen müssen, haben sie sich Sponsoren gesucht. Neben zahlreichen Bürgern, die die Aktion statt mit Heu finanziell unterstützen, haben sich auch viele Unternehmen der Region beteiligt.

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