Seemanns-Chor Vegesack begeistert in Blocks Huus

Bassen maritim

Niklas, ein selbstbewusster junger Sänger, hatte seinen ersten Solo-Auftritt und absolvierte ihn bravourös. Foto: Elke Keppler-Rosenau
 ©

Bassen. Wenn sich die „Blauen Jungs“ aus Bremen-Vegesack zu einem Konzert ansagen, ist volles Haus garantiert. In der Kornscheune von Blocks Huus in Bassen war jüngst kein einziger Stuhl mehr frei und draußen war kein Parkplatz zu kriegen, was über die Beliebtheit des Seemanns-Chores alles aussagt. Wie immer hatten sich die Sänger mit ihren schmucken Uniformen und weißen Mützen mächtig in Schale geworfen, als müssten sie das Ansehen der christlichen Seefahrt hochhalten.

Neu war allerdings ein junger Mann in ihren Reihen. Niklas, ein selbstbewusster junger Sänger, der als Leichtmatrose daher kam. Er hatte seinen ersten Solo-Auftritt und absolvierte ihn unter der Leitung von Dirigentin Birgitt Kropp bravourös, was ihm anhaltenden Applaus einbrachte. Er verkörperte die junge Generation der Seefahrer, die in früheren Zeiten oft schon mit 14 Jahren auf den Schiffen anheuerten, getrieben von der Sehnsucht nach der weiten Welt und Freiheit auf dem offenen Meer. Aus Burschen wie ihn wurden später Fahrensleute, die alle Häfen der Welt, von Rio bis Hongkong kannten und in jedem Hafen eine Braut hatten, die Seefahrerromantik begründeten und bei der schweren Arbeit an Bord sangen, um ihr Heimweh auszuhalten.

Diese Lieder werden bis heute vom Vegesacker Seemanns-Chor gesungen und erfreuen ein vielschichtiges Publikum wie in Blocks Huus, das sich von der maritimen Musik überaus angesprochen fühlte und mit Applaus nicht geizig war.

Gitarre, Akkordeon und Trommel boten einen stimmigen instrumentalen Hintergrund, auf dem die etwa 40 Sänger ihre Stimmen schaukelten, wie ein Dreimaster bei leichtem Seegang auf einem ruhigen Atlantik. Neben den traditionellen Seemannsliedern durfte der ohrgängige Song von Lale Andersen nicht fehlen. Obwohl „Lili Marleen“ eigentlich ein Soldatenlied ist, und nicht an die Seefahrt anknüpft, hat der Seemanns-Chor Vegesack dieses Stück in seinem festen Repertoire. Kein anderer, als der Quelkhorner Hannes Kahrs, inzwischen 93 Jahre alt, der mit seiner eindrucksvollen Bassstimme dem Chor Tiefe gibt, bringt als Solist dieses Musikstück so stimmungsvoll rüber. Immer, wenn Kahrs dieses wehmütige Stück singt, macht sich Gänsehaut-Feeling im Publikum breit. Man denkt an einsame Herzen, an unerfüllte Sehnsüchte und Träume, die nie in Erfüllung gehen.

Kropp, die den Chor seit vielen Jahren mit großem Engagement von Erfolg zu Erfolg führt, schaffte es auch bei diesem Konzert mühelos, „ihre Männer“ zur Hochform auflaufen zu lassen. Locker in ihrer Programmgestaltung verlangt sie stets, dass alle Texte auswendig gesungen werden, sodass immer improvisiert werden kann. Der Erfolg gibt ihr Recht, egal, ob im Blocks Huus, in größeren Konzertsälen oder im Fernsehen, traditionelle Seemannslieder, Shantys oder einfach nur Lieder von der Küste sind überaus beliebt, wenn sie in dieser Qualität dargeboten werden.

18.09.2019

Tour de Moor

15.09.2019

Sub 5 in Sottrum

15.09.2019

Sing Sottrum Sing

11.09.2019

Erntefest Wittkopsbostel