Ratspräsident Günter Block-Osmers blickt auf Oytens Zukunft

Ein Loch im Ortskern

Grabungen der Kreisarchäologie auf dem alten Sportplatz sorgen für Verzögerung bei der Umsetzung der "neuen Ortsmitte" in Oyten. Fotos: Tobias Woelki
 ©Tobias Woelki

Oyten. Seit zehn Jahren gehört der Sagehorner Günter Block-Osmers (SPD) dem Oytener Gemeinderat an. Inzwischen ist er Ratsvorsitzender. Er übernahm das Amt nach dem Tod seines Vorgängers Siegfried Ukat im Jahre 2015. Seit dem leitet er die Ratssitzungen des Gemeinderates, erst an der Seite von Bürgermeister Manfred Cordes (SPD), nun an der Seite von Bürgermeisterin Sandra Röse (CDU). Für die Rundschau schaut er auf das vergangene Jahr und wagt einen Ausblick auf Coronajahr Nummer zwei.

„In erster Linie hat die Bewältigung der Corona-Pandemie die Gemeinde in 2020 stark gefordert, um den Betrieb der Verwaltung aufrecht zu erhalten. Auch die Ratsarbeit hat gelitten. Doch Kommunalpolitik muss funktionieren, damit die Ratsmitglieder Entscheidungen treffen können“, sagt Block-Osmers. Als wichtiges lokales Thema habe die Gemeinde die Umgestaltung der Ortsmitte angeschoben, so der Ratsvorsitzende. Allerdings: „Derzeit stoppen die Erschließungsarbeiten nahe der Grundschule Oyten, weil der Landkreis auf dem ehemaligen Sportplatz bei Ausgrabungen archäologische Funde entdeckte. Nun will der Landkreis einen größeren Bereich untersuchen“, erklärt Block-Osmers.

Ein zweites großes Thema war vor dem Schulzentrum Pestalozzistraße die morgendliche Anfahrt und das Abholen am Mittag der Schüler durch die Eltern. „Um die Situation zu entschärfen, hat die Verwaltung mit rigorosen Maßnahmen wie einer teilweisen Sperrung gehandelt“, schildert der Ratsherr. Als drittes großes Projekt nennt Günter Block-Osmers den Neubau des Sagehorner Haltepunktes, der Ende 2020 fertiggestellt sein sollte. Aber die Arbeiten verzögern sich. „Wir hoffen, dass die Maßnahme Ende dieses Jahres abgeschlossen ist“, so Block-Osmers. Und er merkt an: „Wir hoffen, dass die Umgestaltung der Ortsmitte vorangeht, dass der geplante Kreisel und die Hauptzufahrt zum neuen Gewerbegebiet an der Autobahn kommt und die Straße Am Moor saniert wird. Bei der Straßensanierung verzichtet die Gemeinde künftig auf das Erheben von Anliegerbeiträgen. Dazu hat der Rat eine grundsätzlich neue Finanzierungsstruktur beschlossen, weg von Ausbaubeiträgen hin zu einer umlageorientierten Lösung.“

Bei manchen Themen kochen die Emotionen im Gemeinderat hoch. „Als Ratsvorsitzender achte ich darauf, dass die Ratsmitglieder die Regeln des miteinander Streitens einhalten. Unterschiedliche Meinungen sind wichtig. Bei der Abstimmung über ein Thema wird sich eine Meinung durchsetzen“, stellt Block-Osmers fest, der sich als Ratsvorsitzender „in der Rolle eines Moderators sieht“. Mit Kritik versuche er sachlich umzugehen, schiebt er hinterher.

Der Gemeinderat zählt eigentlich 33 Ratsmitglieder. Doch weil ein Ratsherr der Linken in der Legislaturperiode sein Mandat zurückgegeben hat und er als Einziger für die Linke kandidierte, sitzen 32 Ratsmitglieder im Gemeinderat, die in der Regel eher dürftig besucht sind. „Ich beobachte, dass bei einzelnen Themen in der Ratssitzung ein größeres Interesse vorhanden ist. Ich meine, dass die Bevölkerung die Fragestunde die zu Beginn und zum Ende eine Ratssitzung zu wenig nutzt. Denn gerade in der Fragestunde kann jeder aus der Gemeinde seine Fragen an den Rat und der Verwaltung zu einem beliebigen Thema stellen. Das Mitwirken im Gemeinderat bereite ihm Freude. „Denn im Gemeinderat kann ich direkt die Entwicklung in der Gemeinde mit beeinflussen und habe jede Menge Möglichkeiten zu gestalten und mich für andere einzusetzen“, betont Block-Osmers. Wer in die Kommunalpolitik geht, braucht „Rüstzeug“. Der Spaß im Umgang mit Menschen, der Respekt dem Anderen gegenüber und andere Meinungen akzeptieren, seien Eigenschaften, die Interessierte mitbringen sollten, um sich in der Kommunalpolitik zu engagieren, meint der Ratsvorsitzende. Und er schmunzelt: „Manchmal kann es auch laut werden.“

Zur Kommunalwahl wolle er wieder kandidieren. Block-Osmers begründet: „Weil es mir Freude bereitet und man etwas bewegen kann“.

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