Oyterdamm: Hindugemeinde bang um ihren Tempel

Großer Dachschaden

Die Realisierung des hinduistischen Tempels bewegt sich in immer weitere Ferne. Foto: Elke Keppler-Rosenau
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Oyten (kr). Ein ansehnliches Gebäude war das alte Bauernhaus am Oyterdamm unterhalb der Bahnunterführung schon lange nicht mehr. Innen und außen mit Balken abgestützt, das Dach marode, die Fenster in Auflösung, das Grundstück zugewuchert, bot das in früheren Zeiten prächtige Gebäude ein Bild des Jammers. Nun ist es passiert. Als in der dritten Januarwoche ein heftiger Sturm durch die Region fegte, stürzte die Mitte des Schindeldaches ein und seitdem kann man durch das gewaltige Loch bis Meyerdamm schauen.

Die alten Bauteile liegen zusammengekracht im Innern des Hauses. Es ist eine Frage der Zeit, wann der übrige Teil des Daches folgt und die restlichen Gebäudeteile in sich zusammenfallen. Dabei hatte und hat die Hindugemeinde Bremen große Pläne mit dem Haus, zu dem auch eine Scheune gehört und das 2004 erworben wurde. Aus dem ehemaligen Bauernhaus sollte ein Tempel werden. Nach dem Erwerb wurden dort bereits erste Gemeindefeste nach hinduistischem Brauch abgehalten. Als sich in den vergangenen 15 Jahren der bauliche Zustand mehr und mehr verschlechterte, was das nicht mehr möglich und man wich auf die Scheune aus, teilte Gutharsan Sabaratnam, Sprecher der religiösen Gemeinde mit.

Nach wie vor wolle die Gemeinde an den Sanierungsplänen festhalten, allerdings seien die Sanierungskosten überaus hoch und würde Summen verschlingen, die die kleine Bremer Glaubensgemeinschaft nur schwer oder gar nicht aufbringen könne.

Ein Blick auf ein ansprechendes Plakat vor dem Grundstück verrät, wie man sich das wiederaufgebaute Gebäude vorstellt. Es zeigt ein repräsentatives Haus mit einer parkähnlichen Außenanlage – ein ehrgeiziges Projekt, das nur mit großen finanziellen Investitionen zu realisieren wäre. Dabei hatte die Hindugemeinde mit ihrem Projekt bereits 2004 einen denkbar schlechten Start. Zunächst einmal musste festgestellt werden, dass das Haus unter Denkmalschutz gestellt worden war. Einfach mit einem Umbau anzufangen, war nicht möglich, dazu gab es zu viele Auflagen. Dann folgte ein aufwendiges, vierjähriges Gerichtsverfahren, weil Anwohner sich gegen den Tempelbau gewehrt hatten. Die Zeit ging ins Land und das Haus verfiel zusehends. Den neuen Eigentümern blieb nichts anderes übrig, als einige Bau schützende Maßnahmen, wie Planen aufs Dach, Stützbalken und einen sichernden Bauzaun zu installieren. Als die Klage vom Tisch war und man sich endlich um konkrete Planungen des Tempels kümmern konnte, gab es Unstimmigkeiten wegen der hohen Kosten in der Gemeinde. Es wurden innerhalb der religiösen Gruppe Spenden gesammelt, um überhaupt mit einer Teilsanierung beginnen zu können. Von anderen Gemeindemitgliedern wurden in der Zeit konkrete Pläne für einen Neubau auf dem Ellener Hof im Stiftungsdorf gemacht, die wiederum anderen nicht gefielen und so kam man nicht wirklich voran.

Wie und ob es nun tatsächlich weitergeht, ob eines Tages ein Gebetshaus für die hinduistische Gemeinde am Oyterdamm entsteht, hängt von mehreren Faktoren ab: vom Amt für Denkmalschutz, vom Bauamt, vom Geld und vom Wetter.

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