Jürgen Puls liest aus einer langen Kurzgeschichte

Im Dunkeln

Jürgen Puls aus Syke las auf Einladung von Jaqueline Ballandis aus einer skurrilen Kurzgeschichte. Foto: Elke Keppler-Rosenau
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Oyten (kr). Wäre da nicht seine sonore Stimme, seine unbewegliche Mine, hier und da mal eine Andeutung von einem verschmitzten Lächeln, hätten es die Zuhörer ein wenig schwer gehabt, den Inhalten der Kurzgeschichte des Syker Autors Jürgen Puls zu folgen. In der Oytener Gemeindebücherei las er kürzlich auf Einladung von Bibliothekarin Jaqueline Ballandis aus seiner Kurzgeschichte „Im Dunklen“ vor, die sich als weniger kurz mit mehr als einstündiger Dauer, aber sehr skurril entpuppte.

Vier Frauen, vier Männer, ein abwesender Hund, ein toter Kater und ein lebender Hirsch – darum drehten sich die Inhalte des Stoffes, der sich nicht jedem Zuhörer der Lesung sofort erschloss. Mit etwas unterkühltem Wortwitz widmete sich Puls in seiner Geschichte der Liebe, dem zufälligen Flirt, Eifersucht und Freundschaft, gewürzt mit sperrigem Humor, den er wohldosiert zu versprühen wusste. Die Dunkelheit bestimmte die Handlung und nahm acht Freunde gefangen, die sich eigentlich nur zu einem gemütlichen Essen treffen wollten, dann aber die Finsternis nicht durchbrechen konnten. Jürgen Puls charakterisierte alle Beteiligten und ließ ihnen Raum für ihre eigene Persönlichkeit. Alle zeigten dabei Wesenszüge, die sich individuell auf ihre Verhaltensweisen niederschlugen.

Bei Jonny begann alles in einem profanen Baumarkt, als eine Kassiererin in länger und intensiver anlächelte, als es eigentlich üblich ist. Der Eindruck setzt sich bei ihm fest. Es interpretiert mehr darin hinein, als es vielleicht gewollt war, spiegelt aber sowohl den Alltag im täglichen Ablauf als auch die Erwartungshaltung von Menschen. Den Zuhörern stellte sich offenkundig automatisch die Frage, ob nicht schon jeder mal eine solche Begegnung hatte, und wurde hier und da mit einem Lacher quittiert. Puls, Sprecher und engagierter Laienschauspieler, verstand es meisterlich, seine Zuhörer mit auf eine Reise in eine Welt zu nehmen, die sowohl fiktiv als auch real war. Er hauchte Randfiguren mit einer erzählerischen Leichtigkeit Leben ein und knüpfte hier und da Kontakt zum Publikum ohne dabei die Pfade des Erzählers zu verlassen. Die Möglichkeit, die Geschichte des „Im Dunkeln“ weiterzuspinnen, ließ er offen. Potenzial dafür sei jedoch genug vorhanden, versicherte der Autor, der sein Werk nicht im Handel, sondern nur auf Lesungen präsentiert.

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