Großereignis: Pfingsttreffen vom Lanz-Bulldog-Club

Pure Kraft

Auf dem Lanz-Bulldog-Treffen am Backsberg zeigten große und kleine Treckerfahrer, was sie und ihre Maschinen leisten können. Foto: Elke Keppler-Rosenau
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Oyten/Backsberg. Treckerfahrer sind eine besondere Klientel. Und die, die einen restaurierten Lanz-Bulldog, einen Deutz oder einen Porsche besitzen, leben irgendwie in einer eigenen Welt, einer, die nach Schmieröl riecht, die schmutzige Hände verursacht, Freundschaften nach sich zieht, aber vor allem glücklich macht. Wie glücklich, zeigt sich stets beim traditionellen Pfingsttreffen des Oytener Lanz-Bulldog-Clubs auf dem Oytener Backsberg.

Schon Tage vorher ist das gemütliche und unverkennbare Tuckern der Zugmaschinen aus allen Himmelsrichtungen zu vernehmen. Aus Hildesheim, Stade, Oldenburg, Minden, Walsrode sogar aus Kassel reisen sie an und ziehen in oft einen hergerichteten Bauwagen hinter sich her. Beide sind in der Regel liebevoll restauriert und dienen einem Hobby als Grundlage, das auf dem Backsberg viele Gleichgesinnte findet.

An diesem Pfingstwochenende brummte es gewaltig auf dem 65.000 Quadratmeter großen Areal der alten Kneipe an der Wümme. Zu den nicht gezählten Trecker-Ausstellern hatten sich Liebhaber alter Landmaschinen, Motorräder, mit und ohne Hilfsmotor, Besitzer seltener Nutzfahrzeuge, Oldtimerfreaks, Schrauber und Sammler eingefunden. Sie zeigten ihre Schätze und darüber hinaus gab es Leistungsschauen, die dem Publikum einen Einblick ermöglichten, wie Landwirtschaft funktionierte, als die ersten Trecker die Arbeit der Bauern revolutionierten. Beim Schaupflügen auf eigens dafür vorbereiteten Flächen wurde gefachsimpelt, verglichen, bewertet, gelobt und kritisiert. Jeder Mitwirkende holte das Beste aus seinem Trecker heraus.

„Ich bin Landmaschinenmechaniker und habe eine kleine Sammlung von alten Treckern, die ich mit meinem Sohn wieder flott gemacht habe. Einige waren richtige Ruinen, die ich aus alten Scheunen rausgeholt habe. Sie haben vor sich hin gerostet, aber jetzt laufen sie wieder wie ein Uhrwerk. Die werden mich noch überleben“, erzählte ein Aussteller aus Wittmund und wies auf einen blauen Lanz, der in den 1930er-Jahren die schweren Böden in Ostfriesland beackert hatte.

An Klimaanlagen, Computertechnik oder Satellitenempfang wie es heute auf den hochmodernen Landmaschinen üblich ist, war seinerzeit nicht zu denken. Sie hatten noch einen offenen Fahrersitz und mussten zum Start per Hand vorgeglüht werden.

Wie es vor der motorisierten Landwirtschaft auf den Feldern zuging, zeigte Wolfgang Zell aus Albringhausen. Er war mit seinen stattlichen Kaltblütern auf den Backsberg gekommen und demonstrierte, wie mit zwei PS gepflügt wurde. Eine Schau, die mindestens ebenso viele Zuschauer anzog, wie die tuckernden Trecker, zumal die Pferde auch noch gestreichelt werden durften.

Johann Esselmann, Gründer des Lanz-Bulldog-Clubs, Tüftler und Experte seltener Motoren zeigte einen mit Pressluft betriebenen Deutz Motor von 1940. Das Ungetüm trieb seinerzeit Dieselloks, U-Boote und Schiffe an und galt als Wunderwerk der Technik, die bis in unsere heutige Zeit durch qualitätvolle Bauweise funktioniert.

Ganze Äras von Landmaschinen gab es zu bestaunen. Die legendären MB-Trucks waren in einer Reihe aufgestellt und veranschaulichten technische Trends, mit denen die Felder beackert wurden. Aber auch Besucher, die Ersatzteile suchten, kamen auf ihre Kosten. Ein Teilemarkt mit zahlreichen Ständen war aufgebaut und ließ die Herzen von Schraubern höherschlagen. Da wurde gekramt, gesucht, gehandelt und gefachsimpelt und für so manchen Sammler hatte sich allein deswegen der Weg nach Oyten gelohnt.

Und da nach dem Pfingsttreffen vor dem Pfingsttreffen ist, hat der Lanz-Bulldog-Club das nächste Event 2021 bereits in der Planung.

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