Ein Tierfriedhof hinter dem Haus und jede Menge Tränen

Waldis Ruh

Im Mittelpunkt des Friedhofs ist ein Buchsrondell angelegt. In ihm thront ein mächtiger Bernhardiner aus Stein. Er steht für alle, die auf dem Oytener Tierfriedhof anonym beerdigt sind.
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Oyten. Menschen, die ein geliebtes Haustier verlieren, trauern genauso, wie Menschen, die einen Angehörigen begraben müssen. Sie tun es oft jahrelang und wenn sie eine Grabstelle für ihren Hund, ihre Katze, Wellensittich oder Schildkröte haben, tröstet es sie. So wie das in Oyten seit mehr als 30 Jahren möglich ist. Dort, im Ortsteil Lindheim, wo früher einmal ein Obstgarten gewesen ist, betreibt Uwe Mankowski einen Tierfriedhof, und ist Seelentröster, Bestatter und Friedhofsgärtner in einem.

Der idyllisch gelegene Tierfriedhof ist lediglich über einen Privatweg zu erreichen. Tritt man durch das Tor im rückwärtigen Teil, glaubt man im ersten Moment, sich auf einem herkömmlichen Friedhof zu befinden, wären da nicht die überwiegend kleinformatigen Grabstellen. Die allerdings nicht weniger liebevoll bepflanzt und hergerichtet sind, wie Gräber auf normalen Friedhöfen. Manche sind mit üppig blühenden Frühjahrsblumen bepflanzt, andere mit akkurat gestutztem Busch gesäumt, wiederum andere haben eine pflegeleichte Dauerbepflanzung.

Im Mittelpunkt des Friedhofs ist ein Buchsrondell angelegt. In ihm thront ein mächtiger Bernhardiner aus Stein. Er steht für alle, die auf dem Oytener Tierfriedhof anonym beerdigt sind, deren Grabstätten sich auf den Rasenflächen befinden.

Auf vielen Gräbern finden sich Grablichter, schmückendes Beiwerk wie Engel, Herzchen oder Figuren aus Stein. Hin und wieder ist ein Hang zu Kitsch zu erkennen, wie es auf vielen Friedhöfen üblich ist. Gerne sieht Mankowski das nicht. Er hätte es lieber schlichter um den parkähnlichen Charakter der Anlage zu wahren, scheut sich aber, die Hinterbliebenen zu kränken. Er hat Respekt vor der Trauer, die Menschen empfinden, wenn sie ein geliebtes Haustier verlieren. Er kennt das aus eigener Erfahrung.

Denn eine größere Grabstätte betreibt er für seine eigene Familie. Dort sind Generationen von Hunden, Katzen, sogar eine Schildkröte und ein aufgelesener toter Spatz beerdigt.

Es gibt aber auch Grabstätten, bei denen sind die Liegezeiten von vier Jahren abgelaufen. Die Hinterbliebenen wollen die Möglichkeit der Verlängerung um weitere vier Jahre nicht wahrnehmen, oder sind selbst verstorben. Dann wird eingeebnet und die Grabstelle neu vergeben. Wer verlängert, zahlt einen Obolus, wie es auf Friedhöfen üblich ist.

„Es gibt viele, die lassen ihre Grabstätte seit 20 Jahren immer wieder verlängern und weinen immer noch, wenn sie sie besuchen. Das rührt mich immer sehr. Natürlich tröste ich dann auch. Andere haben hier ihr erstes Tier und die darauffolgenden beerdigt. Wer den verstorbenen Hund oder die Katze nicht in die Erde legen möchte, kann das Tier in einem Tierkrematorium einäschern und die Asche in Waldis Ruh bestatten lassen“, erläutert Mankowski.

Auf Wunsch setzt er kleine Grabsteine, meistens schön geformte Feldsteine, in die er selbst die Namen der verstorbenen Tiere schlägt.

Und dann ist da noch das anonyme Gräberfeld auf dem weitläufigen Rasen. Auf einem Rondell unter einem Baum können die Trauernden Blumen ablegen, ganz so, wie auf einem Menschen-Friedhof. Auf einem Plan sind diese Gräber mit einer Nummer gekennzeichnet.

Gegenüber liegt der Garten der Erinnerung. Dort werden Tiere völlig anonym bestattet. Blühende Büsche umsäumen die Fläche und unterstreichen den parkähnlichen Charakter des Tierfriedhofs.

• Mehr Infos: www.waldis-ruh und bei Uwe Mankowski unter Telefon 0171/5458033

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