Wümmeschüler interviewen Zeitzeugen

„Beeindruckend“

Hatten ein interessantes Gespräch: die Interviewten, die Schüler, mit Schulleiter Dominik Lerdon, Renate Beierle und Andrea Larisch. Foto: Tobias Woelki
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Ottersberg (woe). Schrecken und Leid verursachte der Zweite Weltkrieg. Zeitzeugen, die davon berichten könnten, sind bald nicht mehr da. Damit sich die Schüler von heute über die Ereignisse von damals aus erster Hand informieren, kooperiert die Wümme-Schule Ottersberg mit dem Pflegeeinrichtung Larisch in Ottersberg.

„Im Geschichtsunterricht haben wir die NS-Zeit und den Zweiten Weltkrieg durchgekommen. Als Geschichtslehrer habe ich mir gedacht, dass es am besten wäre, wenn die Schüler Zeitzeugen direkt befragen, um einen Eindruck von der damaligen Zeit zu erhalten. Noch leben Zeitzeugen“, berichtet Dominik Lerdon, Rektor der Wümme-Schule Ottersberg.

Als Kooperationspartner fand der Schulleiter die Pflegeeinrichtung Larisch, mit der die Oberschule bereits in den vergangenen Jahren Projekte realisierte. Betreuungskraft Renate Beierle von der Einrichtung begleitete das Projekt. So interviewten Schüler, darunter Helin Kadah, Louisa Wiesner, Jasmin Vetter und Zilan Teyyar manche Bewohner, die die NS-Zeit und den Zweiten Weltkrieg miterlebten, heute um die 90 Jahre alt sind und die letzte Generation ist, die bewusst die Zeit erlebte.

„Teilweise waren die Gespräche sehr emotional berührend. Manchmal floss auch ein kleines Tränchen, weil sich die Interviewten an die Zeit erinnerten, als sie damals mit der Familie in einem Raum wohnen mussten, und die Wümme den Ort Ottersberg überschwemmte. Die Angst vor Repressalien und den Bomben begleiteten den Alltag.

Es waren aber auch die kleinen zutiefst menschlichen Begegnungen in dieser Zeit am Ende des Zweiten Weltkriegs und der Nachkriegszeit, die die Schüler berührt. Da berichtete eine Kölner Trümmerfrau über den Wiederaufbau der Stadt, die nach einem Bombenangriff selbst verschüttet war. Eine andere Bewohnerin schilderte die Begebenheit mit einem französischen Kriegsgefangenen, der nach dem Krieg einer deutschen Familie half. Ein weiterer Bewohner schilderte, wie er die Schule vermisste, die über Jahre hinweg ausfiel, und wie er sich über Holzschuhe freute, als einziges Schuhwerk, über das er als Kind verfügte. „Die Menschen mussten sich damals selbst helfen“, berichtet Schülerin Zilan Teyyar. „Durch den Austausch mit den Bewohnern und den Erinnerungen erlebten die Schüler eine Zeitreise, die beeindruckend war.“ Zum Abschluss besuchten Schüler und Rektor Dominik Lerdon die Pflegeeinrichtung und bedankten sich mit Blumensträußen bei ihren Gesprächspartnern sowie Renate Beierle und Geschäftsführerin Andreas Larisch für die Zusammenarbeit.

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