Viel los beim Ottersberger Repaircafé / Nächster Termin: 19. November

Die Unkaputtbaren

Die Ehrenamtlichen aus dem Repair Cafu00e9 verfügen über professionelles Werkzeug. Foto: Elke Keppler-Rosenau
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Ottersberg (kr). Die Kaffeemaschine leckt, die Steckdose funktioniert nicht und an einem ehemals teuren Hemd sind zwei Nähte offen. Was tun also, wenn man selbst nicht das Talent zum Reparieren hat, technisch nicht versiert ist, die Dinge aber auch nicht wegwerfen will? Die Lösung ist einfach, denn in Ottersberg gibt es das Repair Café.

Die Repairinitiative von Ehrenamtlichen, die sich seit einiger Zeit mit ihrem Wissen, Werkzeug und dem Willen, der Wegwerkgesellschaft entgegenzuwirken, war in den vergangenen Monaten durch Corona ausgebremst, hat nun aber seine Tätigkeit wieder aufgenommen. Lampen mit Wackelkontakt, Radios mit Rauschfunktion, Jeans, deren Reißverschlüsse klemmten, wurden so vor der Mülltonne bewahrt.

Lötkolben, Nadel und Faden kamen zum Einsatz und viele liebgewonnene Dinge wurden wieder gangbar gemacht und sind gegen eine kleine Spende wieder nutzbar. In netter Atmosphäre unter Einhaltung der Hygienevorschriften konnte man sich austauschen und darüber hinaus bei Kaffee und Kuchen die Wartezeit überbrücken. Die Ehrenamtlichen der Reparaturinitiative nahmen sich für jeden Reparaturfall ausgiebig Zeit, schauten sich den jeweiligen Fall genau an, um dann zur Tat zu schreiten und für Abhilfe zu sorgen. „Sicher, es kommt vor, dass auch mal ein Totalschaden vorliegt, oder dass beim besten Willen kein Ersatzteil mehr zu bekommen ist, aber wenn noch was geht, machen wir das. Es werden viel zu viele Dinge weggeworfen, wenn sie defekt sind. Die Industrie will das so. Sie befördert das Konsumverhalten mit Blick auf die fehlende handwerkliche Fähigkeit der Leute. Neu kaufen kann jeder, muss aber meistens nicht sein“, meinte ein Freiwilliger, der gerade ein Radio aufgeschraubt hatte und die Platinen überprüfte.

Am Nebentisch wurde eine Tischlampe auf ihre Funktion überprüft und siehe da, ein Wackelkontakt war schnell beseitigt. Eine Ehrenamtliche aus Lilienthal brachte ihre betagte, aber sehr funktionelle Kenwood-Nähmaschine ein. Mit diesem Teil näht sie die meisten ihrer Kleidungsstücke selbst. Vom Nachthemd bis zum Wintermantel entstehen unter ihren Händen Sachen, die Stil und Schick gleichermaßen haben. Eine aufgegangene Naht ist für sie nur eine Kleinigkeit. „Reparieren macht glücklich“, ist die Devise des Repair Cafes, das immer mehr Interessierte anlockt. Sowohl auf der Seite der Macher, aber auch der Nutzer. Wer also anderen helfen will, indem er sein handwerkliches Geschick und sein Wissen einbringen will, ist daher willkommen. Egal, welche Branche es betrifft. Ob Näh- oder Holzarbeiten, ausgebildete Elektrofachkräfte sogar Organisationsteams sind immer willkommen, die Mannschaft zu verstärken. Die Kultur des Reparierens sollte gepflegt werden und dafür bedürfe es Menschen, die sich ehrenamtlich engagieren, hieß aus unisono aus dem Team.

Der nächste Termin zum Beheben von Notfällen ist der 19. November. Wer in der Wartezeit eine Kaffee trinken möchte, sollte seine eigene Tasse mitbringen.

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