Stillleben von Werner Zöhl als Sonderausstellung im „Kaff“

Zeitlos in der Bredenau

In den Stillleben von Werner Zöhl gibt es viele Details zu entdecken. Foto: Elke Keppler-Rosenau
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Fischerhude. „Kaff – wie kommt man bloß auf solch einen Namen“, wunderte sich Bremens Altbürgermeister Henning Scherf, ein enger Freund des Fischerhuder Malers Werner Zöhl, bei der Eröffnung des Museums, das Zöhls Familie ihm vor ein paar Jahren in der Bredenau widmete. Kaff – der Name steht für Kunst am Fluss Fischerhude und nimmt Bezug auf die Wümme, deren Mittelarm in Sichtweite verläuft. Die alte, wunderbar und überaus aufwendig restaurierte Scheune birgt Schätze, die die Familie Zöhl und der Freundeskreis des Kaff (Kunst am Fluss Fischerhude) der Öffentlichkeit themenbezogen zugänglich macht.

Nicht durchgängig, sondern lediglich an Wochenenden geöffnet, zeigt das Kaff Werke für Kenner und Liebhaber einer künstlerischen Ausrichtung, die von dem traditionellen Stil Fischerhudes abweicht und dennoch prägend dazugehört. Die große Sommerausstellung, vor zahlreichem Publikum mit einer sehr informativen Laudatio von Jan Zöhl, dem Sohn des Malers eröffnet, stellt Stillleben aus seinem schaffensreichen Gesamtwerk in dem Mittelpunkt.

Das Sujet der Stillleben ist für Werner Zöhl immer ein besonderes geblieben. Er verstand es meisterlich, darin mit Pinsel und Palette mit Licht und Schatten zu spielen. Seine Hinwendung zu grafischen Formen spielen dabei mit bildlichen Inhalten und stellen die übliche Form dieser Malerei auf den Kopf, weil sie der Schwere, die Unbeweglichkeit dieser Ausdrucksform eine Leichtigkeit verleihen. Das Zeitlose, das seine Werke übermitteln, machen Werner Zöhl auch Jahre nach seinem Tod 2012 zu einem bedeutenden Maler der Moderne, ohne dass er dabei die Pfade der Traditionalisten verließ.

Gerne und überaus erfolgreich bediente sich der, 1926 in Stendal in der Altmark geborene Künstler, sich dabei einer malerischen Ausdrucksweise, die Motiven eine gewisse Leichtigkeit verleihen. Viele Bilder wirken in ihren Inhalten ernst und streng, aber durch die individuelle Farbgebung wiederum zugänglich, wenn nicht sogar heiter.

Zöhl bediente die klassische Moderne und das in einer Weise, die seine Werke unverkennbar machen. Aus künstlerischer Leidenschaft heraus entstand ein Gesamtwerk von tausenden von Bildern, die Zeugnis über seinen enormen Fleiß geben. „Er muß ja Tag und Nacht gemalt haben“, staunte eine Besucherin der jüngsten Ausstellung von Stillleben, die die Ausstellungskonzeption in einer beeindruckenden Zusammenstellung und großer Vielfalt zeigt: Flaschen, Brote, Gemüse finden sich in allen Stilphasen seiner Malerei wieder. Wie Jan Zöhl erklärte, kann man in diesen Stillleben gut erkennen, wie sehr der Maler es liebte, anhand einfacher Motivvorgabe seiner Liebe zu farbigen Flächen und in mehrfacher Hinsicht „räumlicher“ Aufteilung der Bildflächen frönen zu können. „Die Darstellung der dritten Dimension kommt bei Werner Zöhl ja häufig ohne die sonst üblichen Methoden wie Schatten oder Fluchtpunkt aus. Man ahnt nur, woher das Licht kommt. Mal liegt es von vorn auf den Gegenständen, wie bei dem Bild „Brot und Früchte“ aus dem Jahr 1984, mal dahinter. Stillleben mit Messer, Brot und Wein von 1984 zeigt es ebenfalls. Aber es kommt auch aus Objekten wie bei einigen Vasenbildern“, erläuterte Jan Zöhl.

Neben den Bildern Zöhls zeigt die Ausstellung auch einige Skizzen, die Aufschluss über die Vorgehensweise des Künstlers geben. Mit wenigen Strichen schuf er eine Art Vorzeichnung, die dann mit Farbe auf der Leinwand umgesetzt wurde.

Die Ausstellung ist bis in den Herbst hinein freitags bis sonntags von 14 bis 18 Uhr zu sehen.

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