Simon Lünzmann tut viel für artgerechte Schweinehaltung

Buntes Treiben

Simon Lünzmann züchtet in Kirchtimke bunte Bentheimer Schweine. Foto: Elke Keppler-Rosenau
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Kirchtimke. Massentierhaltung ist vielen ein Dorn im Auge. Nicht zuletzt durch die aktuellen Ereignisse bei Großschlachtereien wenden sich viele mit Grausen davon ab. Doch ganz auf Fleisch verzichten, wollen deshalb auch nicht alle. Wenn es den Tieren doch nur gut ginge in ihrem kurzen Leben und sie artgerecht gehalten würden, würde vielen Verbrauchern der Bissen nicht im Halse stecken bleiben.

Nur, was ist artgerecht? Wer sich auf dem Hof von Schweinehalter Simon Lünzmann in Kirchtimke umschaut, bekommt eine Ahnung davon. Lünzmann züchtet Bunte Bentheimer. Eine arg gefährdete Schweinerasse, dessen Niedergang mit dem Aufkommen des Wirtschaftswunders in Deutschland begann. Fettarmes Fleisch war gefragt, das die Bunten Bentheimer aufgrund ihres Fleisch-Fett-Verhältnisses nicht liefern konnten.

Auch die Schweinezucht änderte sich: Wenige „Wirtschaftsrassen“ nahmen den Platz früherer, regional angepasster Rassen ein. Doch ein Umdenken setzt ein. Heutzutage gewinnt diese Bentheimer Rasse vermehrt an Bedeutung. So wie auf dem Lünzmann-Hof.

Das weitläufige Areal in der Nähe der entspringenden Wörpe bietet den Schweinen Lebensmöglichkeiten, die als artgerecht gelten. In Quadrate abgeteilt, können die Schweine das tun, was Schweine so machen und sie zeigen dabei ein beeindruckendes soziales Verhalten.

Ist ein Planquadrat umgepflügt, so werden sie in einem nächsten befriedet, in dem Grasbewuchs vorhanden ist, während sich der Boden im ehemaligen Domizil erholen und neu bewachsen kann.

Auch im Winter bleiben die Bentheimer auf der Weide, bis ihr Leben nach etwa eineinhalb Jahren endet. Geschlachtet werden sie dann von einem zertifizierten Schlachter in schonender Behandlung und auf allerkürzestem Transportweg. Mit 18 Monaten erreichen sie die doppelte Lebenszeit von Mastschweinen aus der konventionellen Haltung.

Diese Art von Schweinehaltung ist aufwendig. Es muss genügend Fläche zur Verfügung stehen, Zäune müssen gezogen und ständig kontrolliert werden, damit Wildschweine keinen Zugang haben. Trinkwasser und Wasser muss für die Suhlen herbeigeschafft werden und zugefüttert werden muss auch.

„Ich plane, einen tiefen Brunnen zu bohren, damit genügend Wasser vor Ort ist. Und dann muss man immer ein Auge auf das Wohl der Tiere haben“, sagt Lünzmann.

Beobachtet man die Tiere, zeigt sich sehr schnell, wie aufmerksam und achtsam sie sind. Den Stromzaun kennen sie, alle haben mit ihm schon Bekanntschaft gemacht. Aber es kommt immer wieder vor, dass gewitzte Tiere sich Zugang zu den abgeteilten Artgenossen verschaffen. Kommt Lünzmann aber am Abend mit dem Maiseimer vorbei, geht es zurück in den eigenen Pferch, um so viel wie möglich von den leckeren Körner abzubekommen.

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