Reitställe und Reitvereine regeln ihren (St)Alltag neu

„Wir können nichts machen“

Auch in Corona-Zeiten sollten die Pferde bewegt werden. Foto: Manon Blaak
 ©

Ottersberg/Oyten (woe). Der Corona-Virus verändert alles. Alle gesellschaftlichen Bereiche sind betroffen. Auch auf Reitställe und Reitvereine wirken sich die erlassenen Ausgangsbeschränkungen aus, um das schnelle Ausbreiten des Corona-Virus einzudämmen. Aus der Gemeinde Oyten und dem Flecken Ottersberg berichten Betroffene, wie es ihnen derzeit ergeht.

„Wir haben unseren Betrieb der Reitschule komplett eingestellt“, berichtet Nadine Koch, die in Quelkhorn einen Reiterstall mit Reitschule betreibt. „Unsere Schulpferde stehen auf der Weide“, so Koch, die feststellt: „Die Situation ist natürlich unangenehm, weil wir keine Einnahmen erzielen. So kümmern wir uns momentan um die Pferde. Nicht dringend notwendige Maßnahmen haben wir verschoben.“

Ähnlich sieht die Situation in Ottersberg bei Nora Böschen und ihrer Mutter Ute auf dem Anwesen der Familie Böschen aus. „Der Reitbetrieb ruht“, berichtet Nora Böschen verbittert. „Wir können nichts machen“, schildert sie. Und: „Die Pferde und Ponys gehören uns. Morgens holen wir sie aus den Ställen und gehen mit ihnen auf die Weiden direkt hinter den Ställen. Wir besorgen Futter und füttern sie. Abends bringen wir die 19 Pferde und Ponys wieder in die Ställe.“ Wo sonst die vielen Reitschüler unterschiedlichen Alters umher wuselten, herrscht nun Stille. Die jüngsten Schüler sind gerade einmal drei, vier Jahre, die Ältesten gehen auf das 60. Lebensjahr zu. Vor Jahren fing Ute Böschen neben der Landwirtschaft, die sie mit ihrem Mann Carsten betreibt, mit dem Reitstallbetrieb an. Den Reitbetrieb hat sie aufgebaut und inzwischen an ihre Töchter Nora und Lara Böschen abgetreten. Natürlich hilft Ute Böschen weiterhin mit. Auch Landwirt Carsten Böschen unterstützt seine Töchter. „Die laufenden Kosten wie der Tierarzt, der Hufschmied oder Futterkosten bleiben. Der Arbeitsaufwand bleibt ebenfalls derselbe wie vor den Ausgangsbeschränkungen“, merkt Nora Böschen an und wirkt bedrückt. „Der Vorteil bei uns ist der, dass unsere Pferde jeden Tag raus können. Sehr streng setzt der Reitverein RG Klein Hollen auf dem Hof Freese in Bassen, wo die Mitglieder ihre Pferde untergestellt haben, die Kontaktsperre um. „Wir sind ein privater Reitstall und kein Schulbetrieb. Unsere Anlage ist mit zwei Reitställen, einem Turnierplatz und Weiden für die Pferde sehr groß. Nach staatlichen Vorgaben und denen des Verbandes der Deutschen Reiterlichen Vereinigung FN dürften sich pro Stall maximal zwei Personen aufhalten“, berichtet Hofinhaber Heino Freese und zugleich Vorsitzender der RG Klein Hollen. „Wir verschärften jedoch noch die Vorgaben, sodass sich maximal zwei Personen mit ihren Pferden auf unserer weitläufigen gesamten Anlage aufhalten dürfen. Dazu haben wir einen Stundenplan erstellt, an denen sich die Einsteller zu halten haben. Jeder hat zwei Stunden Zeit, sich um sein Pferd zu kümmern, das Tier aufzusatteln, zu reiten, wieder abzusatteln und zu putzen. Wenn zwei Stunden vorbei sind, kommt der Nächste. Bislang klappt die Regelung ganz gut“, schildert Freese.

29.10.2020

Herbstfotos der Leser

16.10.2020

Kinder und Kartoffeln

17.09.2020

Sponsorenlauf Ahausen

26.08.2020

Kinder machen Theater