Rarität auf Ottersbergs Straßen: Johnson Presidential

Cordes cooles Cruisen

Wenn Martin Cordes diesen Oldtimer über Ottersberger Straßen lenkt, ist ihm die Aufmerksamkeit der Menschen sicher. Foto: Tobias Woelki
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Otterstedt (woe). Das Fahren sei ein Erlebnis. Menschen an den Straßen würden stehen bleiben, staunen und ihm zulächeln, wenn die Symphonie vollendeter Formen auf vier Rädern an ihnen vorbeigleitet. „Den Johnson Presidential Rumble Seat Roadster besitze ich seit Juli 2011. Viel Arbeit steckt in dem Fahrzeug, mit dem ich inzwischen 15.000 Kilometer gecruised bin“, freut sich Martin Cordes. Und er schiebt nach: „Dies ist eines der seltensten aller Neo-Classic Autos, die jemals gebaut wurden.

Das Fahrzeug entstand im Stil der 30er-Jahre des vorherigen Jahrhunderts. Es ist kein Replika oder Kit Car, kein Fiberglas- oder Plastik-‚Geschoss‘, sondern ein fabrikgebauter, schlüsselfertiger Wagen von Johnson Motor Cars in Pompano Beach Florida.“ Die 50 Roadster ließ der Autobauer von Hand fertigen und individuell nach Kundenwunsch mit unterschiedlichen Motoren ausrüsten. Der 31. Roadster steht im Flecken Ottersberg. „Mein Fahrzeug mit der Nummer 31 hat den Small Block 305 V8 Chevy 5,7 Liter Motor mit einem Drei-Gang-Automatikgetriebe und ‚Overdrive‘. Er verfügt über Bremskraftverstärker, Servolenkung, Volllederausstattung, Teakholz Armaturenbrett, ein Nardi-Holzlenkrad sowie einem ausklappbaren Notsitz“, so Cordes. Auch verfügt sein Fahrzeug über Edelstahlstoßstangen, Metallhaube und Metalltüren, drei Scheibenwischer, Nebelscheinwerfer, zwei Fanfaren, geätzte Seitenausstellfenster und sechs echte Speichenräder. Ein Hardtop mit Bullaugen und Verdeck vervollständigen die Ausstattung. Die Fahrzeuge lieferte der US-Hersteller abhängig von Motor und Ausstattung für 65.000 bis 80.000 Dollar in einem Zeitraum zwischen 1983 und 1985 aus. Das entsprach damals, Anfang der 1980er Jahre zu DM-Zeiten, einem Kaufpreis von 260.000 bis 320.000 Mark. Bekannt wurde der Autobauer vor allem durch das spätere Modell „Phantom“, einem Viertürer basierend auf den Fahrzeugtypen Chevrolet Camaro und Pontiac Firebird. Vor mehr als zehn Jahren importierte der Vorbesitzer den Johnson aus den USA nach Deutschland. Doch der Tüv durchkreuzte die Pläne des Vorbesitzers, ihn auch einmal zu fahren. Er bekam keine Zulassung. „Nach 16 Einzelgutachten, teuren Umbaumaßnahmen und Fahrtests durch die Behörden verlor der Vorbesitzer aus Süddeutschland die Lust, da ihn damals die Behörden signalisierten, dass er wohl keine Zulassung bekommen würde.“ Durch einen Zufall stieß Cordes auf das Fahrzeug. „Eigentlich war ich auf der Suche nach einem Ersatzteil für meine Kamera“, erinnert er sich. „Nach der Überführung des Wagens in den Kreis Verden versuchte ich auf der Zulassungsstelle eine Beratung zu bekommen, um zu erfahren, ob es eine Möglichkeit gäbe, dieses fast einmalige Objekt legal auf die Straße zu bekommen. Es waren wirklich gute Termine dort und mir wurde durch fachkundige Beamte sehr geholfen. Man zeichnete mir einen klaren Weg auf, wie und mit welchen Umbauten ich eine Zulassung erreichen könnte. Der Wagen bekam eine neue Rahmennummer und nach bestandenem Tüv das ersehnte Nummernschild“. Cordes merkt an: „Insgesamt habe ich gut zwei Jahre gebraucht, den Wagen in einem guten Zustand zu versetzen und ohne die Hilfe meiner Frau, meines Bruders, der Zulassungsstelle in Verden und der ganzen Familie wäre der Wagen wohl heute noch nicht auf der Straße.“

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