Ponytreck der Landeshauptstadt Hannover in Otterstedt zu Gast

Mit Sack, Pack und PS

Ziel erreicht: Der Ponytreck aus Hannover endete diesmal in Otterstedt.
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Otterstedt. Seit mittlerweile 22 Jahren bietet die Stadt Hannover eine Ponyfreizeit per Treck durch die norddeutsche Landschaft an und immer waren diese Abenteuer auf den Rücken der Pferde ausgebucht. Aber in diesem Jahr war wegen Corona alles anders. Zunächst wurde alles abgesagt. Für alle, die sich seit dem vergangenen Jahr gefreut und rechtzeitige Anmeldungen getätigt hatten, machte sich Traurigkeit und Frust breit. Dann kamen erste Lockerungen und schließlich die Freigabe, dass ein den Hygieneauflagen entsprechender Treck stattfinden konnte. Und so machten sich Pferde, Kutsche, Reiterinnen und Reiter auf den Weg. Ihr Ziel: Otterstedt.

„Die Bestimmungen haben sich beinahe täglich geändert, man konnte nicht wirklich verlässlich planen und so ein Treck will vorbereitet sein“, sagt Sozialpädagogin Anke Wedekind, die den Treck seit mehr als 20 Jahren leitet und die Touren wie ihre Westentasche kennt. Und da in diesem Corona-Jahr alles anders ist, musste neu geplant werden. Erstmals wurde die ausgedehnte Nordroute bis in den Landkreis Cuxhaven nicht realisiert. Stattdessen ging es in abgespeckter Planung mit 16 Pferden von Hannover-Bothfeld aus über die Dörfer mit verschiedenen Ausspannorten auf Bauernhöfen 15 Tage und 14 Nächte mit Endstation in Otterstedt zum Hof Rugen in der Mühlenstraße. Dort war Endstation für dieses Jahr, bevor es wieder heimwärts ging.

Die große Scheune mit Schleppdach und die angrenzende Weide waren vorbereitet. Wer allerdings glaubt, vom Pferd steigen und die Hängematte belegen zu können, sollte sich im Vorfeld über die Bedingungen beim Ponytreck informieren. Die Pferde kommen immer zuerst. Sie müssen versorgt gefüttert und die Zäune kontrolliert werden. Erst wenn alles in Ordnung ist, können die Reiter und ihre Betreuer an sich denken. Dann wird das Essen vorbereitet, die Luftmatratzen ausgerollt und durchgeschnauft. So ein Reitertag ist nämlich nichts für Couchpotatoes.

Pro Etappe legte der Treck an die 30 Kilometer zurück, 270 Kilometer zu insgesamt zehn Stationen. Obwohl alle Teilnehmer leidenschaftliche Pferdefreunde sind, ist der Treck anstrengend und verlangt Durchhaltevermögen sowie Disziplin und Solidarität untereinander. „In diesem Jahr haben wir nicht nur Pferdemädchen dabei, sondern auch zwei Jungs“, freute sich Wedekind, die immer großen Wert darauflegt, eine gut gemischte Gruppe um sich zu haben. Ben Hennecke, zwölf Jahre, der die IGS in Langenhagen besucht, reitet seit seinem sechsten Lebensjahr und zeigte sich von seiner erstmaligen Teilnahme am Treck überaus begeistert. An eine Schönwettertour und einen Komforturlaub hatte er ohnehin nicht gedacht: „Es hat natürlich auch geregnet. Aber das hat mir nichts ausgemacht. Wenn es nass von oben kommt, dann ist das nicht zu ändern“, meinte er ganz gelassen. Kutscher Max Roloff, der seit 2013 einen Teil seines Urlaubs für den Ponytreck opfert, pflichtete ihm bei. Im Berufsleben Anlagen- und Schichtführer in chemischen Recyclinganlagen, lenkt den Planwagen, der mit dem ganzen Gepäck und Equipment beladen ist. Zwei mächtige Kaltblüter ziehen das Gefährt. Bommel, ein brauner Misch-Kaltblüter und ein schneeweißer französischer Percheron mit Namen Louis de Funès ziehen immerhin drei Tonnen. Da kommt es auch auf die ruhige Hand des Kutschers an. Der Planwagen, der mit Umsicht gepackt werden muss, damit alles, einschließlich der Kochutensilien hineinpasst, fährt voran, die Reiter folgten.

Wer sich beim Ausspann auf Rugens Weide in Otterstedt umsah, konnte die eine oder andere Überraschung erleben. Louis de Funès, ein wahrer Koloss mit seinen Ausmaßen, ein Wallach übrigens, wies an vielen Stellen mit Jod behandelte kleine Bisswunden auf. Schuld war ein Ponywallach, der es auf ihn abgesehen hatte und sich als Leittier verstand. Allein schon der Größenunterschied zwischen den beiden Tieren bot Anlass zum Kopfschütteln.

„Die Kaltblüter sind sehr ruhig, fast schon duldsam. Ponys können Hitzköpfe sein“, erklärte Wedekind. Während des Fütterns werden die Pferde auch immer voneinander getrennt, damit jedes Tier seine Ration für sich hat und in Ruhe fressen kann.

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