Ponytreck aus Hannover macht in Otterstedt Station

Das Glück der Erde

Regelmäßig werden Pausentage, wie hier auf Hof Rugen in Otterstedt, eingelegt. Foto: Elke Keppler-Rosenau
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Otterstedt. Von Hannover nach Dornsode, in Etappen á 30 Kilometer auf dem Pferderücken, das ist schon eine sportliche Leistung, auch wenn regelmäßige Pausentage eingelegt werden, an denen Rösser und Reiter sich erholen können. Eine diese Stationen ist seit mehr als 20 Jahren der Hof Rugen in Otterstedt.

Die veranstaltet alljährlich ein überaus beliebtes Freizeitvergnügen und lädt Kinder und Jugendliche zu einem Ponytreck ein, der auf einer speziellen Route von der Leine bis nach Dornsode, über Balkenwede oberhalb von Bremervörde führt. In Dornsode, dem Endpunkt der Reise ist es der Milchhof der Familie Bund, die seit vielen Jahren Unterkunft gibt. Station wird dabei vorher auf gastfreundlichen Bauernhöfen gemacht, die nicht nur eine Scheune als Unterkunft für die Reisegesellschaft bereithalten, sondern auch eine Weide, auf der die Pferde sich ausruhen können. In Dornsode wechselt das Team, ein neues reist per Bus an und bringt das erste zurück nach Hannover, wobei die Pferde beide Strecken machen.

Eine dieser Stationen ist seit mehr als 20 Jahren der Hof Rugen an der Otterstedter Mühlenstraße. Gastgeber sind Jan und Annemarie Rugen, die sich Jahr für Jahr auf den Besuch freuen, der sowohl auf dem Hin- als auch auf dem Rückweg der Tour bei ihnen Rast macht. Da wird die Scheune ausgeräumt, der Hof gefegt, geplant, dass auf der Weide genug Gras steht und dass die Wäscheleine gespannt ist.

Kaum angekommen, findet zunächst eine herzliche Begrüßung statt. Treckleiterin und Sozialpädagogin Anke Wedekind und die Rugens freuen sich immer sehr aufeinander und auch viele Betreuer sind seit Jahren dabei. Manche von ihnen sind schon als Kinder mitgeritten, waren danach als Betreuer dabei und begleiten den Treck jetzt ehrenamtlich, um ihrer damals begründeten Pferdeleidenschaft weiter zu frönen. So wie Lisa Schweitzer, die als Kind seit 1998 mitgetreckt ist und jetzt ihre eigene Familie dabei hat, weil sie sie mit ihrer Pferdeleidenschaft angesteckt hat.

Nach der Ankunft in Otterstedt werden zunächst die Pferde versorgt. Sie werden getränkt, gefüttert und geputzt, wobei es natürlich auch viele Streicheleinheiten zu verteilen gilt. Zu den 16 Reitponys unterschiedlicher Rassen gehören auch zwei mächtige Kaltblüter, die den Planwagen ziehen, auf dem alles untergebracht ist, was man unterwegs so braucht: Kochgeschirr, Töpfe, Pfannen, ein paar Vorräte, aber auch kleine Kinder von den Betreuern, die noch nicht reiten können.

In diesem Jahr wird Wedekind von zwei Kutschern unterstützt, die sich auf dem Bock abwechselnd: Jan Biskop, der seinen neunjährigen Sohn Ben dabei hat, hält schon seit mehreren Jahren die Zügel der Kaltblüter fest in der Hand. Er ist Sozialpädagoge und genießt die Vater-Sohn-Zeit, die beileibe nicht nur als Urlaub anzusehen ist. Für die 22 Treckteilnehmer obliegt auch ihm eine große Verantwortung. Während der Fahrt darf er, ebenso wie der zweite Kutscher Max Roloff und die anderen Betreuer die Reiter und deren Pferde nicht aus den Augen lassen, vom Kutschwagen ganz abgesehen. „Passieren darf nichts, man darf nicht sorglos sein, viele neue Teilnehmer haben keine jahrelange Reiterfahrung“, sagt Wedekind. Um möglichst wenig mit dem fließenden Verkehr konfrontiert zu werden, nutzt der Treck abgelegene Strecken und einsame Feldwege. „Leider pflügen die Landwirte Wirtschaftswege einfach um, sodass wir umdisponieren müssen. In der Gemarkung Buchholz ist das besonders krass, da fallen ganze Wege weg“, bedauert die Sozialpädagogin.

In ihren Aufgabenbereich fällt nicht nur die Betreuung der Teilnehmer, sondern auch deren Verpflegung. An den Trecktagen wird improvisiert. Es gibt Dosenfutter, das mit ein paar Küchentricks aber durchaus schmackhaft sein kann. An den Pausentagen wird frisch gekocht. Rührei, Gemüse, Nudeln – am Otterstedter See gibt es knusprige Pommes, die alle gerne mögen, morgens frische Brötchen, das Camp bietet immer Überraschungen. Abends geht es dann auf die Luftmatratzen und in die Schlafsäcke – müde vom Tagesgeschehen und ganz weit weg von Schule und Alltag.

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