Oytener Wühlmäuse pflanzen Hecken, Büsche und Bäume

Handarbeit für Naturschutz

Ohne Unterstützung von Sponsoren geht bei den Wühlmäusen nicht so viel. So setzt man sich bei einem gelungenen Projekt gern mal zusammen und feiert den gemeinsamen Erfolg.
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Oyten (kr). 1990 hieß die Gruppe von Naturschützern in Oyten noch Rentnergang. Sie wurde von dem damaligen und inzwischen verstorbenen Kurt Hormann gegründet, der lange Jahre politisch im Gemeinderat tätig war. 28 Jahre sind vergangen, viele Männer der ersten Stunde sind verstorben. Aber das, worin sie unzählige freizeitliche Stunden gesteckt haben, blüht und gedeiht. Wo immer sich auf Gemeindeland eine Möglichkeit geboten hat, zu pflanzen, war die Rentnergang tätig. Die Störche sind Oyten erhalten geblieben, weil sie Nahrung und Nistmöglichkeiten finden. Es gibt Fasane, Rebhühner, Singvögel und Kleinlebewesen in Nisthilfen, wenn auch immer noch zu wenig, aber immerhin.

Und die Rentnergang, auch wenn die Gruppe von nicht weniger als 16 Personen heute Wühlmäuse heißt, gibt es immer noch. Die Gruppe hat sich verjüngt, aber den Hormannschen Geist gibt es immer noch – der Nachhaltigkeitsgedanke, der ihn zu Lebzeiten zugunsten der Natur umgetrieben hat, ist aktiv, wie eh und je. Jeden Donnerstag treffen sie sich, greifen zu Spaten, Hacke und Sense, manchmal auch zu Werkzeug, Schubkarre und sogar der alte Trecker von Mitglied Hans-Heinrich Grahl kommt zum Einsatz. Mit den hochmodernen Ackermaschinen kann er nicht mithalten, aber seine PS-Leistung reicht für Transporte völlig aus. Sie ziehen Zäune um Neupflanzungen gegen Wildverbiss, schneiden Obstbäume in Form, legen Bienenweiden an und haben immer wieder neue Ideen, um der Natur auf die Sprünge zu helfen. Oft genug agieren die Wühlmäuse auch als Müllentsorger, weil verantwortungslose Mitbürger einsame Plätze als Müllkippe benutzen. Sperrmüll, Hausrat jeglicher Art, Bauschutt – alles Mögliche wurde schon gefunden und einer legalen Entsorgung zugeführt. Da heißt es dann: Arbeitshandschuhe an und nicht zimperlich sein, obwohl die Wühlmäuse solche Arbeiten eher zähneknirschend verrichten. Aber würden sie es nicht tun, müsste irgendwann der Bauhof an Ort und Stelle tätig werden.

Die Wühlmäuse haben inzwischen auch eine beeindruckende Gruppenstruktur entwickelt. Sprecher und zuständig für Öffentlichkeitsarbeit ist Erhard Hopert. Ihm gelingt es immer wieder, Sponsoren wie ortsansässige Banken, Firmen, den Landkreis, die Gemeinde oder die Bingo-Stiftung für Sachmittel ins Boot zu holen und hält engen Kontakt mit der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises Verden.

Eine andere Wühlmaus organisiert die Arbeitsgeräte, die natürlich auch gewartet werden müssen – jeder macht das, was er am besten kann und so fassen die verschiedenen Gewerke nahtlos ineinander, denn die Absprache klappt reibungslos. In enger Zusammenarbeit mit der Gemeinde, die kürzlich von der Volksbank Oyten ein Grundstück am Bassener Köbens geschenkt bekam, das den Wühlmäusen für eine Streuobstwiese und Blühstreifen zur Verfügung gestellt wird. Natürlich steckt auch in diesem neuen Projekt wieder jede Menge Arbeit.

Die steckt auch in der Heidefläche am Königsmoor, die kürzlich mit einem Schild als „Kurt Hormanns Heide“ gekennzeichnet wurde. Elfriede Hormann, seine Witwe, war von den Wühlmäusen geladen, um der Einweihung beizuwohnen. Sie freute sich über diese posthume Ehrung, schließlich hatte sie ihrem Mann bei seinen Aktivitäten immer zur Seite gestanden. Hormanns Heide, eine ganz außergewöhnliche Fläche mit Biotop, alter und neu angesäter Heidefläche, Obstwiese, Storchennest und Bienenstöcken. Die Heidefläche, die Kurt Hormann immer besonders am Herzen gelegen hat und im August wunderbar lila blüht, zeigte große Lücken, wurde mit großem Erfolg neu angesät. Viele Jahre musste sie per Hand entkusselt werden, um nicht unter dem wilden Bewuchs von Birken zu verschwinden. Das ist bis heute so geblieben. Die Wühlmäuse ziehen die Birkenschößlinge per Hand heraus, eine mühsame Arbeit, die jährlich wiederholt werden muss, weil Birken sehr eifrig im Wachstum sind.

Dass die Naturschützer dabei ähnlich wie Wühlmäuse vorgehen – ausdauernd, immer das Wurzelwerk von Pflanzen im Blick – hat in gewisser Weise einen eigenen Charme.

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