Ottersberger Turnhallenbau stockt / Fertigstellung wohl erst 2017

Eingezäunter Stillstand

Ein Schloss, ein Zaun und nichts dahinter. Der Turnhallenbau in Ottersberg kommt nicht recht voran. Der Flecken wartet auf die Baugenehmigung.
 ©Björn Blaak

Ottersberg. Es ist oft so, dass die Tagesordnungspunkte mit der kürzesten Sitzungsvorlage am längsten diskutiert werden. So auch im Ausschuss für Bau, Planung und Gebäudemanagement, der jüngst in Ottersberg tagte. In diesem Fall lief der Tagesordnungspunkt unter dem Titel „Neubau der Sporthalle Ottersberg.“

Heiko Szczesny, der unter anderem für den Hochbau im Flecken verantwortlich ist, oblag es, den Ausschussmitgliedern über den Baufortschritt zu berichten. Allerdings, viel zu berichten gab es nicht, denn einen echten Fortschritt gibt es an der Baustelle neben dem Otterbad nicht zu verzeichnen. „Richtig gestartet sind wir noch nicht“, sagte Szczesny. Eigentlich sollte im April begonnen werden. Die Aufträge an die Baufirmen seien auch bereits vergeben, aber: „Wir hängen zwei Monate“, rechnete er vor. Warum das so ist, erklärte er auch und was er sagte, hatte es in sich: „Wir haben keine Baugenehmigung erhalten.“ Grund dafür sei der Telekom-Funkturm in unmittelbarer Nähe der geplanten Halle. Denn dieser läge zu dicht am Neubau. Generell beherberge die Grundstücksansammlung am Fährwisch Konfliktpotential. Insgesamt, so erklärte Ralf Schack vom Bauamt, wäre das Gebiet um Schwimmhalle und Co. in insgesamt 35 Grundstücke aufgeteilt und deshalb sei es zu Schwierigkeiten gekommen. Um dem Abhilfe zu schaffen, wurden diese Teilstücke nun in ein einziges Grundstück mit 35 einzelnen Flurstücken umgewandelt. Das soll der Baugenehmigung dienlich sein.

Doch kompletter Stillstand herrsche nicht. Ein wenig loslegen könne die Verwaltung mit dem Bau schon, denn eine Teilgenehmigung des Landkreises läge vor. So können zumindest vorbereitende Arbeiten durchgeführt werden. In diesem Sinne würde bereits das Einbringen der 60 Pfähle vorbereitet, auf denen die Halle später einmal stehen soll.

Was hingegen als sicher angesehen werden kann, ist die Tatsache, dass die immerhin 1.400 Quadratmeter große Fassade der Halle aus Holz sein soll. Geplant ist Douglasie, eine Kiefernart. Diese, so Szczesny, sei in zweierlei Hinsicht eine günstigere Lösung als beispielsweise ein Verblendmauerwerk. Zum einen könnte sie zu einem späteren Zeitpunkt durch den gemeindeeigenen Bauhof angebracht werden und zum anderen sei sie relativ wartungsfrei, denn die Holzfassade bliebe komplett unbehandelt, so dass auch durch spätere Nachbehandlungen keine weiteren Kosten anfielen. Und sollten sich Graffiti-Sprayer darauf verewigen, sei durch Austauschen der Bretter eine kostengünstige Sanierung möglich. Wichtig sei Szczesny, dass die Gestaltung nachhaltig sei und er sich nicht in zehn Jahren fragenlassen muss, „was wir da für ein Mist gemacht haben?“ Ein Bürger, der der Sitzung beiwohnte, sah einen Stilbruch in der Holzvariante und fand, dass jene „Bretterbude“ nicht zum angrenzenden Schwimmbad passe. Ein weitere Bürger echauffierte sich hinsichtlich der Kosten und meinte, es wäre besser gewesen, gleich von Anfang an zu sagen, was der Bau kostet. Er forderte mehr Transparenz.

Diese Kosten werden von der Verwaltung aktuell mit 2,3 Millionen Euro beziffert. Und damit würde man nur zwei Prozent über den berechneten Kosten liegen, entgegnete Szczesny.

Neu war für die Zuhörer, dass neben der Halle auch ein Wasserlauf gebaut wird. Dieser sei als Ausgleichsfläche notwendig, weil die Halle in einem Überschwemmungsgebiet gebaut wird, deshalb auch die Pfähle. Wie dieser Wasserlauf später einmal gequert werden soll, ist allerdings noch nicht abschließend geklärt.

Genauso wenig wie die Tatsache, wann nun mit einer Baugenehmigung zu rechnen ist. Mit einer Fertigstellung der Halle noch in diesem Jahr, so wie es von der Verwaltung angedacht und gewünscht gewesen ist, ist allerdings nicht mehr zu rechnen.

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