Ottersberger Hochschule für Künste im Sozialen weiht neuen Campus ein - VON LISA DUNCAN

Gelungene Performance

Rückwärtiger Blick auf den blauen Anbau des neuen Hochschulcampus am Ottersberger Ortsausgang an der Großen Straße. Fotos: Duncan
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Ottersberg – „Diese Räume stehen für neue Möglichkeiten und die gestiegenen Ansprüche des Campuslebens“ – sagte Prof. Dr. Ralf Rummel-Suhrcke zur feierlichen Einweihung des neuen Campus der Hochschule für Künste im Sozialen (HKS) Ottersberg. Der akademische Hochschulleiter zeigte dazu Bilder aus der Planungsgeschichte und den Fortgang der Baustelle im Zeitraffer. Viele Gewerke für den rund 9,5 Millionen teuren Bau habe die HKS trotz Ausschreibungszwang mit Unternehmen aus der Region besetzen können.

Als Laudatoren kamen am Mittwochabend zudem die zweite akademische Hochschulleitung Prof. Dr. Gabriele Schmid, Björn Thümler, der niedersächsische Minister für Wissenschaft und Kultur, der stellvertretende Landrat Reiner Sterna, der Bürgermeister des Fleckens Ottersberg, Tim Willy Weber, sowie der Präsident des Unternehmensverbands Rotenburg-Verden, Wolfgang Reichelt, zu Wort. Zeitgleich wurde auch das Kunstfestival „Impuls“ mit regionalen und internationalen Künstlern eröffnet, das noch bis einschließlich Samstag läuft.

Während die Zuschauer im neuen Vorlesungssaal live dabei waren, wurde die Veranstaltung per Video ein Stockwerk tiefer in den Seminarraum übertragen. Ein Beleg dafür, dass die HKS nicht nur bezogen auf die Räume, sondern auch medial ein Upgrade erfahren hat, erklärte Rummel-Suhrcke beim anschließenden Rundgang.

„Das ist eine Performance, die ihresgleichen sucht“, nannte Björn Thümler das 9,5-Millionen-Euro-Projekt, das die HKS mithilfe von Fördergeldern des Landes realisiert hatte. 1984 sei sie als erste private Hochschule in Niedersachsen anerkannt worden. Die Eröffnung des neuen Campus sei „ein wichtiger Meilenstein für das Studium, die Lehre und die Forschung an der HKS Ottersberg. Die Hochschule hat damit einen weiteren wichtigen Schritt in die Zukunft gesetzt und bringt ihr Alleinstellungsmerkmal in Niedersachsen an diesem Ort eindrucksvoll vor Augen“, so Thümler.

Unternehmenspräsident Reichelt bezeichnete die Hochschule als „Schnittstelle von Kunst und Wirtschaft“. Die HKS leiste mit ihrer Kunsttherapie angesichts vieler Unternehmen, die mit Burnout der Mitarbeiter zu kämpfen hätten, einen wichtigen Beitrag. Zudem bringe die HKS Steuereinnahmen und Kaufkraft in die Region.

„Welcher Landkreis kann schon von sich sagen ,Hier gibt es eine Hochschule?’“, stellte Reiner Sterna fest und betonte: „Hier ist etwas Besonderes entstanden.“

Die HKS sei ein guter Grund, Ottersberg zu besuchen, sagte Tim Willy Weber. Der Neubau stärke den Bildungsstandort, bringe Zuzug und die dort entstehende Kunst „bereichert, irritiert, verärgert auch manchmal“. Es sei noch eine Baustelle der Kommunalpolitik, Studierende mehr an den Ort zu binden. Die Entwicklung des Orts und der HKS mit ihrer hochakademischen Sprache auf einen Nenner zu bringen nannte er „eine interessante kommunikative Aufgabe“.

Als akademische Hochschulleitung soll sie die Freiheit für Forschung und Lehre wahren, sagte Gabriele Schmid. „Mit dem neuen Campus gibt es nun aber doch eine große Einmischung der Trägergesellschaft“ – jedoch im positiven Sinne. Ihre Hochschule habe sie kaum wiedererkannt.

2019, als die HKS schon den Förderbescheid in der Tasche hatte, war der zu klein gewordene und sanierungsbedürftige Alt-Campus am Wiestebruch verkauft worden, erinnerte Rummel-Suhrcke an die Planungsanfänge, die bis 2016 zurückreichen. Im Dezember 2019 erfolgte die Grundsteinlegung für das Mammutprojekt. Durch die Krümmung wirke der rund 100 Meter lange Bau aber weniger gewaltig. Als besonders kompliziert habe sich beim Bau die Dachkonstruktion erwiesen. Die charakteristischen Zacken hätten aber nicht nur ästhetischen Wert für die Ateliers im Dachgeschoss: „Das Nordlicht von oben ist ideal für die Malerei“, sagte Rummel-Suhrcke, der an dem Neubau nicht nur Funktionalität, sondern auch „Architekturmomente“ lobte. Der Architektenentwurf sah übrigens noch einen dritten Bauabschnitt vor: ein Nebengebäude mit Probenräumen und Aula. Derzeit nutzt die HKS als Gast des Kultur- und Wohnprojekts „LebensArt“ weiterhin die Aula am Wiestebruch für Aufführungen. Eine eigene Aula auf dem neuen Campus sei noch „Zukunftsmusik“, so Rummel-Suhrcke.

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