Ottersberg: Meinungen zur Querungshilfe gehen auseinander

Von A wie Ampel bis Z wie Zebrastreifen

An dieser Stelle in Ottersberg wünschen sich Anwohner eine Fußgängerampel. Andere wiederum halten einen Zebrastreifen für ausreichend. Ein Ortsratsmitglied spricht sich gegen eine Ampel aus. Foto: Björn Blaak
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Ottersberg. Eine sichere Querungsmöglichkeit in der Großen Straße bewegt die Gemüter und ist Thema auf der Sitzung des Ottersberger Ortsrates am morgigen Donnerstag, 13. Februar. Ein Bürgerantrag hievte sie auf die Tagesordnung, sodass sich das Gremium mit der Herstellung einer Ampelanlage in Höhe Alter Weg und Hamburger Straße (siehe Artikel „Keinerlei Sicherheit“ auf www.rotenburger-rundschau.de) beschäftigen muss. Im E-Mail-Postfach der Rundschau landeten dazu im Vorfeld diverse Kommentare.

„Ich bin nicht der Meinung, dass es dort eine Fußgängerampel geben sollte“, teilt Leser ThomasFreiholz mit. Er ergänzt: „Ich glaube, dass ein Zebrastreifen voll und ganz ausreichen würde. Ich selbst wohne in Otterstedt und fahre dort täglich längs. Ich sehe ganz selten Personen, die dort über die Straße gehen wollen.“

Ähnlich sieht es Klaus Busch: „Zum einen ist, von Ausnahmen wie Stau auf der A1 abgesehen, der Verkehr in keiner Weise so stark, dass hier nicht innerhalb einer zwei- bis dreiminütigen Wartezeit die Straße überquert werden kann. Insbesondere, da es eine Querungshilfe in der Mitte der Großen Straße gibt. Ich selbst bin sowohl per Auto als auch zu Fuß und mit dem Fahrrad unterwegs und kann mich nicht erinnern, dort jemals diesbezügliche Probleme gehabt zu haben. Mir ist auch nicht bekannt, dass es an dieser Stelle zu irgendwelchen Unfällen gekommen ist.“

Auf ein anderes Problem weist Jürgen Puppe hin: „Die Notwendigkeit, in diesem Bereich eine Fußgängerampel zu installieren, sehe ich zwar nicht, plädiere aber dafür, einen Zebrastreifen einzurichten. Denn ob es tatsächlich ,die Anwohner’ sind, die sich in dem Bereich Große Straße in Höhe Alter Weg eine Fußgängerampel ,wünschen’, wage ich doch zu bezweifeln. Wo allerdings eine Ampelanlage sehr dringend erforderlich ist, wäre der Bereich in der Straße Am Damm Höhe Kik/Rossmann/Netto/Getränkemarkt/Ärztehaus/Seniorenwohnanlage. Ferner im Ortsteil Bahnhof, dort im Bereich zwischen Heideweg und Am Bremschenberg. Da sich dort zwei gegenüberliegende Bushaltestellen befinden, von denen die Schulkinder, sowohl nach Ottersberg zur Wümmeschule/Waldorfschule sowie die Grundschüler nach Posthausen befördert werden, ist dort eine Ampelanlage von höchster Wichtigkeit. Die derzeitige Situation in diesem Bereich ist sowohl für die Autofahrer als auch für die Schüler sehr unbefriedigend, weil oftmals doch sehr unübersichtlich.“

Leserin Elisabeth Jacobsen sieht sehr wohl Handlungsbedarf: „Ich finde es unbedingt erforderlich, dass eine Ampel für Fußgänger und Fußgängerinnen an der beschriebenen Stelle errichtet wird. Ich kann meine Kinder dort nicht guten Gewissens über die Straße schicken, da die Fahrzeuge zum Teil sehr schnell fahren und die Sicherheit meiner Kinder nicht gewährleistet ist. Alle anderen Ampeln sind viel zu weit entfernt.“

Eine ähnliche Sichtweise hat Nele Peek: „Meine Familie und ich sind auch der Meinung, dass eine Ampel auf Höhe der jetzigen Fußgängerinsel sinnvoll wäre. Man hat fast das Gefühl, dass Ottersberg durch die Große Straße in zwei Teile geteilt wäre.

Gerade in den Neubaugebiete, in denen zum Großteil Familien wohnen, gibt es viele Kinder. Wenn diese sich zum Spielen verabreden und die Straße passieren müssen, hemmt sie es sehr. Autos kümmern sich fast nie um die wartenden Kinder und machen sie unsicher. Es wird höchste Zeit, dass sich hier etwas ändert, gerade wenn man sich anschaut, wie lange dieses Thema die Bürger schon beschäftigt. Schon vor dem Bau der Neubaugebiete.“

Das findet auch Leserin Friederike Rohloff: „Ich spreche mich ganz klar für jede Art der Verkehrsberuhigung aus und denke, dass unabhängig von damaligen und heutigen Zählungen ein Gewinn von Lebensqualität darin besteht, die Dominanz der Großen Straße im Ortsgeschehen zu verringern. Eine Ampel ist dafür ein Signal und an dieser Stelle sinnvoll. Wenn man mit dem Fahrradanhänger unterwegs ist, so wie ich fast täglich, dann weiß man, dass sich eine Verkehrsinsel nicht sicher anfühlt. Hinzu kommt die Unklarheit, ob das nahende Fahrzeug anhalten beziehungsweise abbremsen wird oder nicht. Es bleibt also die Hoffnung, dass dem Antrag dieses mal stattgegeben wird.“

Ortsratmitglied Klaus Rebentisch (CDU) sieht das anders: „Eine Fußgängerampel halte ich an der zitierten Stelle nicht für erforderlich. Aus meiner Sicht wären Maßnahmen zur Begrünung oder Einfassung der Großen Straße sinnvoll, um dem Straßenraum das ,Trassengefühl’ zu nehmen. Eine Maßnahme sollte dabei eine Abbiegespur oder ein kleiner Kreisverkehrsplatz als Zufahrt zur Hochschule für Künste im Sozialen werden.“ Er fügt hinzu: „Weitere geplante Maßnahmen, wie die Verkehrsführung Große Straße/Alter Weg/Hamburger Straße oder das Projekt ,fair verkehr’ werden die Ansätze des gemeinsamen Verkehrsraumes ergänzen. Mein Ansatz ist dabei jeweils geprägt durch gegenseitige Wertschätzung.“

Auch Reinhard Kunze vom Ottersberger Ortsverband Bündnis 90/Grüne hat sich zu Wort gemeldet: „Das Thema steht schon lange auf der Liste, aber es hat sich insbesondere durch den Zuzug hunderter Neubürger jenseits der Lübecker Straße, und durch die häufige Sperrung der A1 zunehmend verschärft. Bereits während unserer Veranstaltung ,Grüner Schirm’ im vergangenen Jahr wurde die Problematik von mehreren Bürgern als dringend benannt. In der Tat gestaltet sich das Überqueren der Großen Straße zwischen der Hochschule und der Waldorfschule zunehmend höchst problematisch und gefährlich. Ich selbst bin häufig mit meinem Fahrrad in diesem Bereich unterwegs, und habe des Öfteren schon 20 Minuten und länger warten müssen, bis sich ein Fahrzeugführer geneigt fühlte, anzuhalten und mich die Große Straße überqueren ließ“, so Kunze. Er ergänzt: „Nicht nur die Senioren vom Altenheim können in diesem Bereich die Straße nicht mehr sicher passieren, auch die kleinen Kinder, welche zum Waldorfkindergarten Im Brooken gelangen wollen, stehen hier vor einer gefährlichen Situation. Ich frage mich, ob erst etwas passieren muss, bis hier endlich ein sicherer Überweg geschaffen wird.“

Leser Micha Schloen findet: „Ich kann dem Antrag nur zustimmen. Ottersberg muss die Hauptstraßen integrieren. Die Autos sind eine Bedrohung für alle die nicht drin sitzen und die Große Straße ist sehr schwierig zu kreuzen. Das Neubaugebiet erfordert eine neue Bewertung der Situation.“

Die öffentliche Sitzung des Ortsrates beginnt morgen um 19.30 Uhr im Saal des Ottersberger Rathauses.

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