Oberverwaltungsgericht besiegelt das Aus für Tontaubenstand

Schützen stehen vor Scherbenhaufen

Auf diesem Gelände an der Molkereistraße wollte der Schützenverein Fischerhude auf Tontauben schießen. Das ist ihm nun gerichtlich verboten worden. Foto: Keppler.
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Fischerhude – Der Schützenverein Fischerhude steht vor einem Scherbenhaufen. Auch das Oberverwaltungsgericht Lüneburg hat die geplante Wiederaufnahme des Freiluftschießens auf dem sanierten Tontaubenstand in den geschützten Wümmewiesen und die dafür vom Landkreis Verden erteilte Genehmigung sinngemäß für unrechtmäßig erklärt. Das teilte Vereinssprecher Reinhard Wischhusen am Abend mit. Der Verein hat das Gelände gerade für rund 500.000 Euro saniert, dafür erhebliche öffentliche Fördergelder erhalten und sich selbst verschuldet. Nach dem Aus für die Anlage drohen Rückzahlungen und in letzter Konsequenz möglicherweise die Insolvenz. „Jetzt geht es darum, den Schaden für den Verein so gering wie möglich zu halten“, sagte Wischhusen.

Ende Oktober hatte das Verwaltungsgericht Stade in einem vom Naturschutzbund (Nabu) angestrengten Eilrechtsschutzverfahren den Landkreis Verden als beklagte Genehmigungsbehörde angewiesen, dem Schützenverein Fischerhude den Betrieb des sanierten Wurfscheibenschießstands bis zur gerichtlichen Entscheidung in den eigentlichen Klageverfahren zu untersagen.

Dagegen hatten die Schützen als Betroffene Beschwerde vor dem Oberverwaltungsgericht Lüneburg erhoben. Das folgte laut Wischhusen jetzt der Argumentation der Stader Richter. Diese halten, ebenso wie Kläger Nabu, den geltend gemachten Bestandsschutz für den Tontaubenschießstand aus den 1960er-Jahren für mehr als zweifelhaft und die Betriebsgenehmigung im Grunde für längst erloschen. Auch nach Auffassung der Lüneburger Richter hätte der Landkreis prüfen müssen, ob die erteilte Genehmigung noch mit heutigem Recht vereinbar sei.

Für Wischhusen hat der Beschluss des Oberverwaltungsgerichts Lüneburg, dass die einstweilige Untersagung des Schießbetriebs rechtens gewesen sei, endgültigen Charakter. Die vom Nabu gegen den Landkreis angestrengten Klageverfahren vor dem Verwaltungsgericht Stade seien damit eigentlich hinfällig – der Landkreis werde die Betriebsgenehmigung nun wohl zurücknehmen, mutmaßt Wischhusen. Und auf eine neue Genehmigung in einem Verfahren nach heutigen immissionsschutzrechtlichen Standards „haben wir keine Chance“, weiß der Vereinssprecher.

Der Verein hatte sich stets auf die vom Landkreis erteilten Bau- und Betriebsgenehmigungen berufen, auf deren Grundlage die Fördergelder bewilligt bekommen und schließlich zur Einhaltung von Förderfristen trotz laufender Klagen mit der Sanierung des alten Geländes im heutigen Landschafts- und Vogelschutzgebiet begonnen. Das Schießareal war mit Bleimunition kontaminiert und lag deshalb seit 2013 brach. Mit öffentlichen Zuschüssen – bewilligt waren insgesamt 425 000 Euro – und einem aufgenommenen Kredit in Höhe von 105 000 Euro sanierten die Schützen im Sommer das verseuchte Erdreich, legten den genehmigten Deponiewall auf dem Gelände an und begannen zumindest mit der Renovierung der Vereins- und Schießanlage.

„Alles für die Katz’“, sagt Wischhusen. Die Sanierung und deren Finanzierung seien an die Möglichkeit, wieder schießen zu dürfen, gebunden gewesen. Neue Mitglieder, die nun wohl wieder austreten würden, hätten mit ihren Beiträgen den Schuldendienst sichergestellt. Stattdessen droht dem Verein sogar die Rückzahlung von Fördergeldern, weil die geförderte Sportstätte gar nicht in Betrieb geht. Ein weiteres Problem ist der Pachtvertrag, den der Verein mit dem neuen Flächeneigentümer aus eigenen Reihen für 25 Jahre geschlossen hat. „Wir müssen jetzt mit verschiedenen Stellen in Ruhe über alles sprechen“, so Wischhusen. Oberstes Gebot sei dabei, „die drohende Insolvenz des Vereins zu verhindern“. pee

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